Die geheimen Tagebücher des Journalisten F.
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Journalist F. entdeckt die Traktorkatastrophenmalerei

Lange Zeit war es wirklich einsam auf dem einsamen Gehöft hoch über dem Nachbarstädtchen Z., nahe der Kreisstadt H. Es schien, als verhinderten böse, eifersüchtige Mächte das bunte Treiben, das noch im vergangenen Jahr für viele Stunden voller Spaß und Freude bei Grillgut und Sternenschein gesorgt hatte. Doch alles Elend hat einmal ein Ende. Und so feierte man jüngst das traditionelle Atelierfest und es waren weit und breit keine eifersüchtigen Mächte zu sehen, die dies zu verhindern vermocht hätten.

Traktormaler auf dem Lande
"Nein, keine Fotos bitte. Nicht in meinem elenden Zustand!" rief Künstler Irgendlink sofort, nachdem Journalist F. seine investigative Kamera gezückt hatte.

Traktormaler auf dem Lande
Der Grund war schnell gefunden. Durch ein schreckliches Experiment mit den Ingredenzien des grausamen Wissenschaftlers Frankendlink hatten sich die Haare auf dem Kopf von Künstler Irgendlink bis auf ein Minimum zurückgezogen.

Ganz nach dem Motto "Künstler kann man gar nicht genug kriegen" hatte Fotokünstler Irgendlink den Kunstverein aus der Landeshauptstadt M. eingeladen, ein Wochenende auf dem einsamen Gehöft, hoch über, die geneigten Leserinnen und Leser des Journalistenblogs wissen schon, zu verbringen. Gerne war man dem Ruf gefolgt und frönte dabei ganz unterschiedlichen Leidenschaften, die nicht immer rein künstlerischer Natur waren.

Videokünstlerin D. beispielsweise hatte sich nicht nur vorgenommen, das Geschehen per Kamera in bewegten Bildern aufzunehmen, sondern auch die Natur zwischenmenschlicher Beziehungen intensiv zu erkunden. Einzig fehlte es zunächst an geeigneten Testpersonen. Doch das sollte sich schnell ändern.

Traktormaler auf dem Lande
Videokünstlerin D. in ihrem kleidsamen Teppich, der direkt aus Südamerika importiert worden war. Dort tragen ihn traditionsgemäß schon seit vielen Hundert Jahren die Insassen von Sträflingskolonien auf den Hochebenen der Anden, während sie die großen Meerschweinchenherden hüten, die dort auf den Wiesen grasen.

Denn plötzlich tauchte Jakobspilger Sch. in Begleitung von Elektroingenieur J. auf. Der junge Mann erzählte von seinem abenteurerlichen Trip durch die steinigen Berge Spaniens, um auf einer Pilgerreise Ablass von allen Sünden zu bekommen. Zwei Jahre dauerte die Wanderung voller Entbehrungen und aus dem ehemals schmächtigen Studenten wurde in dieser Zeit ein muskelgestähltes Prachtexemplar von Mann.

Traktormaler auf dem Lande
Dass Pilgerreisen nicht nur gut für die Seele, sondern auch für den Körper sind, bewies Jakobspilger Sch.

Traktormaler auf dem Lande
Zum Beweis noch ein anderes Foto, das Journalist F. überaus heimlich investigiert hat.

"Wie, lieber Jakobspilger Sch., hast du diese lange Reise finanzieren können?" fragte voller Interesse der bekanntermaßen reisefreudige Künstler Irgendlink. "Das war ganz einfach. Ich bin schließlich ein reicher Millionenerbe!" Diese Worte vernahm auch Videokünstlerin Sch., die sich endlich am Ziel ihrer Suche nach einem zwischenmenschlichen Experimentteilnehmer sah. "Oh, ich mag Millionenerben!" unterbrach sie von ihrem bislang zehn Meter entfernten Standort das Gespräch und schlängelte sich verführerisch in die Nähe von Jakobspilger Sch.

Traktormaler auf dem Lande
"Nirgends auf der Welt habe ich so talentierte Maler wie Künstler Irgendlink gesehen!" staunte Jakobspilger Sch., nicht ahnend, welche Gefahr sich in Form von Videokünstlerin D. auf ihn zu bewegte.

Traktormaler auf dem Lande
Jakobspilger Sch. hatte sich mittlerweile zur Malaktion an den Künstlertisch begeben und schwang mit Freude und Spaß den Pinsel.

Traktormaler auf dem Lande
Flugs tat es ihm Videokünstlerin Sch. gleich. Doch wie durch ein Wunder saß auf der Stelle, wo man kurz zuvor noch den attraktiven jungen Mann gesehen hatte, Elektroingenieur J. "Das macht nichts. Mann ist Mann!" säuselte die talentierte Videokünstlerin dem fleißigen Wissenschaftler ins Ohr.

Traktormaler auf dem Lande
Dieses Bekenntnis hatte ungeahnte Folgen. Denn plötzlich war Elektroingenieur J. genauso schnell verschwunden wie Jakobspilger Sch.

Doch das ließ die fleißigen Künstlerinnen und Künstler aus der Landeshauptstadt nicht dazu verleiten, von ihrem malerischen Tun abzulassen. Exgalerist Q. beispielsweise entdeckte eine neue Kunstrichtung, die Traktorkatastrophenmalerei und nennt sich seitdem auch logischerweise Traktorkatastrophenmaler Q. Ein Werk beeindruckte besonders: "Mann im weißen Unterhemd, der vom Traktor überrollt wird".

Traktormaler auf dem Lande
Traktorkatastrophenmaler Q. in einem Moment der kreativen Erleuchtung.

Traktormaler auf dem Lande
"Zwei Traktoren in Kollision begraben den 96-jährigen Bauer H. unter sich" – eines der bemerkenswertesten Erstlingswerke von Traktorkatastrophenmaler Q.

Traktormaler auf dem Lande
Aktionskünstler B. und Maler G. konzentrierten sich ebenfalls auf ihren Pinsel und malten, was das Zeug hielt. Nur so, glaubten sie, könnten sie der Experimentierfreude von Videokünstlerin D. entgehen


Traktormaler auf dem Lande
"Was passiert eigentlich bei den Experimenten von Videokünstlerin D., wenn sie mit ihren Probanten in das kuschelige Laborzelt verschwindet?" wollte Grafikerin K. ausgerechnet von Künstler Irgendlink wissen. Doch der zuckte nur ängstlich mit den Schultern.


Journalist F. nutze derweil die Zeit, um heimlich zu investigieren. Schließlich war er auf der Suche nach Beweisen für das verwerfliche Treiben von Wissenschaftler Frankendlink, der sich persönlich nicht blicken ließ. Doch die Indizien zeigten: der grausame Experimentator konnte nicht weit sein.

Traktormaler auf dem Lande
Zum einen die fehlende Haarpracht von Künstler Irgendlink. Daneben zum Vergleich ein Foto vor dem Experiment.

Traktormaler auf dem Lande
Zum anderen dieses Riesengemüse. Ein Kommentar erübrigt sich... Und auch die freudsche Interpretation. Was mag im Züchter eines solchen phallischen Objekts wirklich vorgehen?

Mittlerweile hatte sich unter den Vereinsmitgliedern eine rege Diskussion entwickelt. Man war auf der Suche nach der wahren Identität der Gemeinschaft. Schließlich stellte man überzeugt fest: wir sind eigentlich gar kein Kunst-, sondern ein Gesangsverein! Diese These wurde schnell von der Realität überholt und es erschallte ein wahrhaft infernalischer Klangteppich über die einsamen Ebenen des ebenso einsamen Gehöfts, hoch über dem Nachbarstädtchen Z., nahe der Kreisstadt H.

Traktormaler auf dem Lande
"We are the world, we are the children!" erklang es schaurig bis ins Tal, wo sich manch ein Einwohner des Nachbarstädtchens Z. wohl beunruhigt im Bett wälzte.

Traktormaler auf dem Lande
"Wie war noch mal der Text von 'Country Road"? sinnierte Gitarrenvirtuosin R. und kam auch schon kurze Zeit später zum Ergebnis, das ebenso laut wie falsch vom Chor des Gesangsvereins aus der Landeshauptstadt M. intoniert wurde.


Trotz aller künstlerischen Inspiration hatte Traktorkatastrophenmaler Q. sein zwischenmenschliches Gewissen nicht verlassen. Auch ihm war es nicht entgangen, dass das Experiment von Videokünstlerin D. aufgrund der Flucht von Testperson Jakobspilger Sch. zu scheitern drohte. Daher bot er ihr ein Kuschelseminar in seinem gemütlichen Zelt an, in welchem er während des Aufenthalts auf dem einsamen Gehöft zu ruhen pflegte.

Traktormaler auf dem Lande
Doch die Künstlerin zeigte dem Traktorkatastrophen malenden Künstlerkollegen nur die kalte, von der südamerikanischen Sträflingsdecke bedeckte Schulter.

Traktormaler auf dem Lande
Das schmerzte Traktorkastastrophenmaler Q. derart, dass er in lautes Wehklagen ausbrach. Doch alles hat sein Gutes: dieses einschneidende Erlebnis führte zum berühmten Gemälde "Traktor fahrender Bauer mit Liebeskummer stürzt sich ins Rübenfeld".

Zum Glück sah am nächsten Tag die Welt schon wieder ganz anders aus. Die Künstler aus der Landeshauptstadt M. waren bester Stimmung und hatten eine abenteurliche Nacht erlebt. Traktorkatastrophenmaler Q. hatte mehrere Visionen. Eine handelte von kreischenden Kreissägen am frühen Sonntagmorgen, eine andere von einem Traktor, der beinahe eine halbnackte Künstlerin überfahren hätte, die im taunassen Gras lag, auf die Liebe ihres Lebens wartend.

Traktormaler auf dem Lande
Um solche schrecklichen Gedanken zu vertreiben, entführte Journalist F. sowohl Künstler Irgendlink als auch Traktorkatastrophenmaler Q. ins benachbarte Atelier von Künstler B. Dort hatte man viel Spaß.

Traktormaler auf dem Lande
Man erfuhr manche Neuigkeit aus dem abenteuerlichen Leben von Künstlern und durfte zudem noch von dem köstlichen, von Künstlerin B.- Gattin von Künstler B. - gebackenen Kuchen naschen, der zum Kaffee gereicht wurde.

Doch die Rückkehr zum einsamen Gehöft, hoch über dem Nachbarstädtchen Z., nahe der Kreisstadt H. ließ sich nicht vermeiden. Dort war man mittlerweile im Aufbruch, denn alle wollten endlich wieder zurück in den Schoß der Zivilisation.

Traktormaler auf dem Lande
"Bleib doch noch, du holde Künstlerin! In meinem Zelt ist noch ein Platz zum Kuscheln frei!" flehte Traktorkatastrophenmaler Q. vergebens.

Traktormaler auf dem Lande
"Oder wenigstens du, du Kühlerfigur auf meinem Lieblingstraktor!"

Traktormaler auf dem Lande
"Selbst Aktionskünstler B. will uns jetzt verlassen. Die Welt ist schlecht und elend!"

Kein Wunder, wenn sich der Abschied über vier geschlagene Stunden hinzog, obwohl Traktorkatastrophenmaler Q. trotz aller Bemühungen niemanden zum Dauerkuscheln finden wollte. Zeit genug also für Fotokünstlerin K. , um investigative Fotos mit ihrer Röntgenkamera zu machen.

Traktormaler auf dem Lande
"Nein, hat die tatsächlich einen grün-blauen Stringtanga unter der Decke an!" staunte man nicht schlecht, als die Kamera auf eine hier nicht näher genannte Künstlerin gerichtet wurde.

Traktormaler auf dem Lande
"Jetzt ist aber Schluss!" befahl die resolute Vereinschefin, Schmuckkünstlerin R., während sie die schwarz-rot-goldene Vereinsfahne fachfraulich faltete. Schließlich war sie früher in einer Spezialkampfeinheit der deutschen Marine, die eigens zum Schutz gefährdeter Ölsardinenbestände eingesetzt wird.
19.9.06 14:34
 


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