Die geheimen Tagebücher des Journalisten F.
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Autor F.
Journalist F. liefert den Beweis
Um die zahlreichen Anfragen von Leserinnen und Lesern des Journalistenblogs zu beantworten: ja, Journalist F. war auch in der Comic-Halle der Buchmesse. Dort ging es in der Regel reichlich lustig zu. Besonders am Stand aus dem fernen Korea. Dutzende ebenso putziger wie freundlicher Koreaner wuselten zwischen den labyrinthartig angelegten Wänden der fernöstlichen Präsentationsfläche, während auf einem Bildschirm ebenso bunt wie lautstark Comics in koreanischer Originalsprache gezeigt wurden. Zum Glück hatten die auch koreanische Schriftzeichen, sonst hätte man nicht verstanden, um was es in den spannenden Geschichten geht. Wie auch immer, in Korea scheint man sich ständig anzuschreien. Und es scheint immer fürchterliche Hektik zu herrschen, wenn man die Welt retten will.
 Die Buchmesse beginnt für den Besucher mit der Comic-Abteilung, worüber man sich aber keine Sorgen machen sollte. Ein fröhliches Hallo für alle von der überdimensionalen Maus aus der Sendung mit der selben…
 Recht bunt ging es an den Comic-Ständen zu.
 Und es gab die preiswerteste Gastronomiezone auf der ganzen Messe.
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Journalist F. geht auf die Buchmesse
Journalist zu sein ist, wie bereits mehrfach erwähnt, ein Knochenjob. Besonders, wenn noch unverschiebbare Verpflichtungen als weltberühmter Autor hinzukommen. Schließlich will man seinen Verleger ja nicht im Stich lassen, wenn dieser zur Präsentation von Journalist F.s Erfolgsroman "Allee der Schatten" zur Buchmesse in die Bankenstadt F. reist. Bereits um halb sieben in der Frühe ging es los. Erstaunlich, dass auf der Autobahn nach F. immer Hochbetrieb herrscht, ganz gleich, ob man über die eigens zur Fußball-WM ausgebauten sechsspurigen Trasse oder über die noch aus der unseligen Zeit des 1000-jährigen Reichs Betonspuren fährt. Wie auch immer, gegen halb neun kam man im Messeparkhaus an und das Abenteuer sollte beginnen.
 Der Bus stand schon bereit, als Journalist F. und sein Verleger B. in der Bankenstadt F. ankamen. Schnell sollte es zur Messe gehen, um die Welt über den Erfolgsroman des weltberühmten Autors F. zu unterrichten.
Ein eigens für die Besucher der weltgrößten Leseschau eingerichteter Shuttlebus brachte das literarische Volk an seinen Bestimmungsort. So kurz vor Öffnung der Messetore war das geräumige Fahrzeug ausschließlich mit übellaunigen AusstellerInnen besetzt, die hektisch in ihren Koffern und Taschen wühlten. Denn zum Handytelefonieren war es noch zu früh. Man will schließlich niemand aus dem Bett klingeln, der glücklicher dran ist als die fleißigen Standbetreiber. Die Gespräche, denen man lauschen durfte, waren interessant. "Ja, ja, um halb zehn im Messecafé. Ich bringen die Verträge mit!" "Wenn das Geschäft in trockenen Tüchern ist, wird die Welt der Literatur reicher sein als zuvor." "Mensch, lass doch den Günther in Ruhe. Der meint es doch nur gut – habe ich gestern Abend noch zu Marcel gesagt, während wir mit Roger beim Nachtisch saßen" warf Journalist F. ganz unvermittelt seinem Verleger B. zu und erntete ebenso neidische wie ehrfürchtige Blicke der Mitreisenden.
Kaum angekommen, stand man auch schon vor der großen Halle, die eigens dem G.-Verlag und dem Erfolgsroman von Autor F. "Allee der Schatten" gewidmet war. Autor und Verleger waren hoch zufrieden. "Für den Anfang kann man nicht mehr erwarten!" sagte Verleger B. und versprach, sich im nächsten Jahr noch mehr ins Zeug zu legen.
 Die Sonderhalle auf der Buchmesse in F. Man beachte die noch dezenten Hinweisschilder an der Front. Im nächsten Jahr soll alles besser werden.
Sehr beeindruckend erwies sich dann das Innere der Räumlichkeiten. Viele Hundert Meter lang erstreckten sich die Stände mit Büchern, die mehr oder weniger Seiten und Buchstaben aufwiesen. Das alles war natürlich nur als notwendige Dekoration gedacht, um den Stand des G.-Verlags entsprechend zu umrahmen.
 Viele Menschen waren gekommen, um sich über den Erfolgsroman von Autor F. zu informieren.
Unterwegs sammelte Verleger B. Informationen und Prospekte. Man plauderte mit den Führungskräften der anderen wichtigen Verlage im Land und stellte fest, wie viele Gemeinsamkeiten es mit dem Konzept des G.-Verlags gibt. Das erfüllte die Repräsentanten der anderen wichtigen Verlage mit Freude und Stolz, wie Autor F. und sein Verleger B. nicht ohne Stolz feststellen durften.
 Verleger B. sammelt Informationen. Hier hält er eine Publikation der Betreiber der berüchtigten Tosa-Klause in der Landeshauptstadt S. in der Hand.
 "Verehrter Kollege B., ich beneide Sie um solche fantastischen Autoren!" flüsterte leise eine Führungskraft eines anderen wichtigen Verlages Verleger B. ins Ohr. "Ja, ein echter Glücksfall, dieser Autor F." erwiderte Verleger B indem er weise mit dem Haupt nickte.
Ganz nebenbei kam den beiden fleißigen Literaturschaffenden auch andere Ideen in den Kopf, die mit Büchern nicht zu tun haben, aber trotzdem die Welt verändern sollen. Denn Journalist F. und Verleger B. werden bei nächster Gelegenheit zu einer der großen Waffenmessen reisen, wo man Panzer, Flugzeugträger und Atombomben mit Messerabatt erstehen kann. Auf dem Namenschild der beiden wird dann beispielsweise "Schrecklicher Diktator F." zu lesen sein. Das wird dort Tor und Tür weit öffnen.
 Verleger B. posiert für ein Bewerbungsfoto, das ihn als Fachbesucher für Waffenmessen und als treuen Assistenten des schrecklichen Diktators F. ausweisen soll.
Doch schon nach kurzer Zeit war man wieder bei aktuellen und wichtigen Dingen angelangt. In erster Linie am aufwändig eingerichteten Messestand des G.-Verlags. Dort empfing Autor F. die Huldigungen seiner zahlreichen Fans, die bereits Stunden zuvor in der Schlange standen, um sich ihr Exemplar des Erfolgsromans "Allee der Schatten" signieren zu lassen.
 Autor F. am Stand des G.-Verlags, kurz bevor die Fans den Stand stürmten und den fleißigen Schreiberling für mehrere Stunden in Atem hielten.
Doch auch die schönsten Plauderstunden mit den Lesern gehen einmal zu ende, wenn die Pflicht ruft. Denn einige prominente Menschen hatten um Termine mit Autor F. gebeten. Die soll man schließlich nicht warten lassen.
 Herzlich begrüßt wurde Autor F. von Fernsehmoderator Roger W., der sich gerade in einem wichtigen Fernsehinterview befand. Kein Wunder, dass das eifrige Fernsehteam gerne die Gelegenheit ergriff, auch den weltberühmten Schöpfer des Erfolgsromans "Allee der Schatten" zu filmen. Das Ergebnis war gestern Abend im Fernsehen des Rundfunks des Bundeslandes H. zu sehen, als man über die Buchmesse berichtete. Zwei Mal war Autor F. unübersehbar zusammen mit Roger W. im Bild zu entdecken.
 Auslandskorrespondent Wolf von L. schilderte im Interview seine Eindrücke zum Erfolgsroman Allee, die geneigten Leserinnen und Leser des Journalistenblogs wissen schon. "Das Beste, was die diesjährige Buchmesse aufzuweisen hat!"
 "Hochverehrter Autor F. Ich freue mich, dass Sie Zeit gefunden haben, im Interview mit dem Nachrichtenmagazin F. Rede und Antwort zu stehen!" freute sich Chefredakteur M., der das große Nachrichtenmagazin F. leitet, das mit dem Slogan "Fakten, Fakten, Fakten!" wirbt.
 "Dieser Roman hat mir den Atem genommen!" bekannte der für seine homomphilen Comics berühmte Zeichner Ralf K. "Und dazu noch von einem derart attraktiven Mann geschrieben!" fügte der sympathische Zeichner mit Begeisterung hinzu.
 "Gerne schreibe ich doch eine Komposition zu diesem Roman!" entschloss sich spontan Musiker Dieter M., der als Erfinder der Techno-Musik gilt und seit Anfang der 80er-Jahre mit seinem Experimentalduo Y. berühmt geworden ist. Der reiche Millionenerbe aus der Schweiz gilt als exzentrisch und hat jetzt auch ein Buch geschrieben.
Doch nicht nur der Kontakt mit der Prominenz gab Autor F. neue Impulse, auch interessante Sinnsprüche waren zu lesen, über die man nachdenken sollte.
 Den zentralen Wahlspruch von Journalist F. hatten man gerne aufgegriffen und in großen Lettern veröffentlicht.
 "Öffne deine Augen und siehe die Schönheit und Verrücktheit der menschlichen Kreativität. Alles in der Welt ist veröffentlicht. Finde deine Nische" hieß es auf dieser rätselhaften Tafel.
 Nicht zu vergessen natürlich die erotischen Komponenten, die den Besuch auf der Buchmesse in F. lohnenswert machten. Zum Beispiel dieser skandalöse Stand.
 Auf diesem Ballon ist die Krönung der Intelligenzspiele zu sehen: Sudoko auf Indisch. Natürlich hatte Journalist F. die Lösung gleich gefunden. Sie lautet übrigens 42 für alle, die es nachprüfen wollen.
Auch der fleißigste Autor muss einmal ausruhen und für Essen und Getränke sorgen. Leider verhindert diese Tätigkeit auf der Buchmesse in F. jeden Versuch, reich zu werden. Denn kaum ein belegtes Brötchen war unter fünf Euro zu erstehen. Und die Gläser voller Softdrinks kosteten nur unwesentlich mehr als im Getränkemarkt ein ganzer Kasten.
 Kontemplativer Blick auf die Sonderhalle des G.-Verlags. Im Hintergrund der berühmte Messeturm, das höchste Hochhaus der Stadt.
Ungezählte Kilometer legten Journalist F. und Verleger B. an diesem Tag zurück. Schier unendlich schienen die Dimensionen dieser weltgrößten Bücherschau, auf der 7000 Aussteller rund 80.000 neu erschienene Bücher vorstellten. Kein Wunder, wenn nach sieben Stunden fast pausenlosen Einsatzes die Beine fast den Dienst versagten.
 Riesig sind die Hallen auf dem Messegelände in F. Sechs Hallen gab es und jede hatte drei Etagen. Wer soll all diese Bücher lesen? Würde man sich nicht besser mehr auf den Erfolgsroman "Allee der Schatten" von Autor F. konzentrieren, statt wertvolles Papier mit langweiligen Buchstaben zu füllen?
 Auch die Zukunft von Autor F. wurde schon angekündigt, wie man auf dieser Informativen Werbetafel erkennen kann.
 Glücklich tritt man am Abend den Heimweg an. Allerdings auch recht verwirrt, wie sich bald herausstellen sollte..
 Denn plötzlich war das Verlegerfahrzeug spurlos im Parkhaus verschwunden. Dieses Modell war es nicht. Es handelte sich vielmehr um das homophilste Auto der Welt, wie eine Umfrage im schönen Inselstaat T. ergeben hat.
 Die beiden fleißigen Literaturarbeiter irrten ziellos im Parkhaus umher.
 Stunden später hatte das Verlegerfahrzeug schließlich ein Einsehen und beendete glücklicherweise das neckische Versteckspiel.
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Journalist F. hält eine Lesung
Wenn man als noch nicht ganz so weltberühmter Autor ein Buch schreibt, dann muss man einiges tun, um wirklich weltberühmt zu werden. Man darf sich einfach für nichts, und Journalist F. betont, wirklich für nichts zu schade sein. Beispielsweise muss man sogar öffentliche Lesungen vor Publikum halten. So geschehen letzte Woche im Städtchen S.
Ort des Geschehens, die Buchhandlung F., die unvorsichtigerweise in einem Gespräch mit Verleger B. den Wunsch nach einer Lesung mit dem in seiner Heimatstadt ansässigen Autor geäußert hatte. Genauer gesagt, Buchhändler K. war der kreative Mensch, der diesen Event eingefädelt hatte.
 Elegant gestaltete Plakate kündeten überall im Land die Lesung von Journalist F. an.
Spannend war die Reaktion der Presse. Mehrere Ankündigungen in der größten Tageszeitung im Ländchen S., in der einen der beiden führenden Tageszeitungen im Nachbarstädtchen Z., im wöchentlichen Anzeigenblatt im Städtchen S. und auch in der Lokalausgabe eines ebenso überregionalen wie kompakten Presseorgans mit täglichem Erscheinungsrhythmus. Im Radio war ein O-Ton von Journalist F. zu hören, der eigens zur Aufnahme desselben ins Studio der Landeshauptstadt S. gereist war. Eine Kettenemail an alle Freunde und Bekannte ging vom Rechner des fleißigen Journalisten aus. Kurz und gut, man hätte mit einer Massenveranstaltung rechnen müssen. Leider waren wohl die Massen weitgehend verhindert, besonders die meisten der Freunde und Bekannten von Journalist F. Künstler Irgendlink hatte geschwänzt, um nur einen zu nennen. Die Arbeitskollegen verdrängten die Lesung voll und ganz, waren aber im Nachhinein ganz wild auf ein signiertes Freiexemplar des literarischen Meisterwerks. Doch zum Glück gab es auch Erfreuliches zu berichten. Unter den immerhin mehr als 15 Anwesenden waren zu finden:
 Verleger B….
 Verleger H….
 Busfahrerin M., Hartz-IV-Vollstrecker M. und Medizinalassistentin H. ….
 Und natürlich Patenkind A. und deren Mama, Freundin F. ….
Alle freuten sich auf das Kommende Ereignis. Journalist F., oder besser gesagt, Autor F. , fühlte sich in seiner neuen Rolle etwas ungewohnt. Normalerweise organisiert er Veranstaltungen oder er kritisiert sie. Aber selbst als Solokünstler vor dem Publikum zu agieren, das gab es in dieser Form noch nie.
 Etwas skeptisch testet Journalist F. den Autorenstuhl in der Buchhandlung F. ….
 Doch dann legte er endlich los: „Es war einmal vor langer Zeit ein Mädchen, das hatte ständig ein rotes Käppchen auf, das ihm seine Großmutter geschenkt hatte…“
 “… und so lief es durch den Wald und suchten den Wolf. Doch der war genauso verschwunden wie heutzutage die Braunbären …“
 Atemlos hörte das Publikum der spannenden Geschichte von Autor F. zu ….
 Am Ende erhielt Journalist F. viel Applaus und einen Blumenstrauß von Patenkind A.
 Und alle eilten zum Warentisch, um eines der begehrten Bücher käuflich zu erwerben.
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Journalist F. wird reich und berühmt
Journalist F. ist im Stress. Eigentlich ist er das immer, denn die Information der Menschen hat Vorrang vor persönlichen Belangen. Trotzdem will der fleißige Zeitungsschreiber, Autor und Kunstfotograf die geneigten Leserinnen und Leser des Journalistenblogs nicht darüber in Unkenntnis lassen, dass er bald endgültig reich und berühmt wird.
 Eines der beiden im Eifelstädtchen P. ausgestellten Kunstfotos von Fotograf F…
Vier Tatsachen weisen in diese Richtung:
1. Autor F.s Erfolgsroman "Allee der Schatten" ist endlich wieder lieferbar, da die zweite Auflage die Druckerpresse verlassen hat und an den Handel ausgeliefert wurde.
2. Am 22. Juni wird Journalist F. seine erste Lesung veranstalten. Ort wird die Buchhandlung Friedrich sein, hier im Städtchen S. angesiedelt. Nähere Daten werden folgen. Für diese Lesung wird Autor F. auch seine erste Künstlergage erhalten. Die muss er allerdings in ein Essen mit seinem Verleger und Agenten, dem Fotografenmeister B. investieren.
3. Eine Besprechung des Erfolgsromans "Allee der Schatten" wird im Saarländischen Rundfunk, Fernsehen gesendet werden. Den Zeitpunkt wird Autor F. noch verraten. Auch die Adresse, an die man anschließende Beileids- und Trostschreiben schicken kann.
4. Im Juli beginnt die große Kunstausstellung der Vereinigung europäischer Künstler in Eifel und Ardennen, die seit mehr als 30 Jahren besteht und ziemlich renommiert ist. In dieser Ausstellung im Eifelstädtchen Prüm wird man auch zwei künstlerische Arbeiten von Fotokünstler F. vorfinden, so die Entscheidung der kritischen Ausstellungsjury. Die werden auch im Ausstellungskatalog abgedruckt.
 Das andere der beiden im Eifelstädtchen P. ausgestellten Kunstfotos von Fotograf F…
Kurz und gut: dem Weltruhm steht nichts mehr im Wege!
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Journalist F. wird gefährlich
Weihnachten, o du schöne Zeit! Besonders die Weihnachtsfeiern im Betrieb haben es Journalist F. angetan. Denn dort trifft man sich mit netten Kolleginnen und Kollegen und kann endlich einmal plaudern, ohne ständig von begehrlichen Bürgerinnen und Bürgern gestört zu werden. Auch in diesem Jahr war es wieder so weit und das Kulturamt des Städtchens S. begab sich in ein nettes Ausflugslokal, um zu speisen und zu klönen.
Alle zusammen warten vergeblich auf den Nikolaus.
Allerdings hatte man sich in diesem Jahr noch viel mehr lustige Dinge einfallen lassen. In erster Linie die Kulturdamen natürlich, denn man sagt dem weiblichen Geschlecht ja nach, es sei deutlich kreativer als seine männlichen Pendants. So waren die Vorbereitungen für den großen Tag schon seit Wochen im Gange, wie man erst jetzt erstaunt erfahren konnte. Auf einem Ort, der normalerweise nur für die Damenwelt zugänglich ist, hatte man nämlich eine Liste aufgehängt, auf der (angeblich anonym) alle Männer des Amtes einer detaillierten Beurteilung unterzogen wurden. Da gab es unter anderem den "größten Macho", den "Frauenschwarm", den "fürsorglichsten Kollegen" zu wählen. Und derjenige mit den meisten Punkten in einer Kategorie erhielt eine Urkunde. Auch Journalist F.
Kollegin Sch. verkündet die Sieger des Männertests. Alle hören gespannt zu. Die Männer zudem auch völlig fassungslos.
Allerdings in einer überraschenden Disziplin. Man wählte den rührigen, fürsorglichen und abgrundtief liebenswürdigen Journalisten nämlich – die Leserinnen und Leser des Journalistenblogs werden es kaum glauben – zum "gefährlichsten Mann des Kulturamts". Hier der Beweis:
Eine tolle Urkunde ziert in Zukunft die Wand von Journalist F. Direkt neben dem Diplom "weltberühmter Autor" und "weltberühmter Fotokünstler".
Tatsächlich erwies sich Journalist F. dann tatsächlich als höchst gefährlich. Denn er hielt eine kurze Lesung aus seinem gerade erschienen Roman. Auf vielfachen Wunsch, aber ohne Garantie auf ausbleibende geistige Schäden. Die Reaktionen waren interessant:
Chefin R. und Abteilungsleiter R., beide hinten rechts im Bild, erstarrten während des Zuhörens. Warum, Journalist F. fragte nicht nach.
Kollegin B. und Kollegin R. tauschten Blicke. "Soll das wirklich ernst gemeint sein, liebe Kollegin R.?" "Ich fürchte ja, liebe Kollegin B."
Kein Wunder, der war schon immer etwas wunderlich!
Zum Glück ist in meinem Kaffee heimlich ein guter Schuss Cognac. Sonst wäre es nicht zu ertragen, was Journalist F. da liest! Skandalös!
Kollegin K. verließt anschließend das Urteil. "Dieser Mann ist zu Recht gefährlich. Vorsicht! Und er soll zudem Kontakt zu Wissenschaftler Frankendlink haben!" Trotzdem wollten alle das Buch kaufen. Journalist F. hat schon die Lieferung geordert.
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Journalist F. kann endlich weltberühmter Autor werden
Ein altes Sprichwort lautet: was lange währt, wird endlich gut. Oder zumindest fertig, was das Buch von Journalist F. betrifft. Denn "Allee der Schatten" ist endlich gedruckt und wird gerade ausgeliefert. Seit gestern hält der zukünftig weltberühmte Autor F. ein Exemplar in Händen. Ein etwas zwiespältiges Gefühl.
Vielleicht geht es ja allen Autoren so. Es ist ein Gefühl der Endgültigkeit. Denn jetzt kann nichts mehr geändert werden. So und nicht anders präsentiert sich das Produkt geistiger Ergüsse den geneigten Leserinnen und Lesern und damit auch der Öffentlichkeit. Keine Chance mehr, Verbesserungen und Korrekturen einzufügen. Jetzt ist man ausgeliefert.
Es ist vollbracht: das erste gedruckte Exemplar von "Allee der Schatten" liegt vor!
Und: es liest sich anders, wenn es gedruckt und gebunden ist. Anders, als man es vorher auf dem Computerbildschirm wahrgenommen hat. Selbst, wenn das zukünftige Druckergebnis noch so perfekt in Bits und Bytes umgesetzt worden ist und somit der Wirklichkeit ganz nahe kommt. Ein Buch ist eben ein Buch. Und ein Bildschirm ein Bildschirm. Vor diesem sitzt man gerade und brav. Mit dem Buch zieht man sich gemütlich in eine Ecke zurück, liest, staunt, schweift mit den Gedanken ab, verarbeitet das Gelesene um dann wieder zu erfahren, wie es weitergeht.
Alles in Allem, ein merkwürdiges Gefühl, das erste, selbstverfasste Buch in Händen zu halten. Ganz ordentlich mit Strichcode und ISBN-Nummer versehen. Ganz, wie es auch in jeder Buchhandlung derzeit erhältlich ist. Und auch bei Amazon.de. Aber das nur am Rande.
"Allee der Schatten" – ein Auszug aus dem gedruckten Exemplar
Zudem ein weiterer, ungeahnter Schock über den gestressten Journalisten hereingebrochen ist. Bei der feierlichen Überreichung des Bändchens durch Verleger B. verkündete dieser, stolz lächelnd: "Ich war gerade in der Buchhandlung F. im Städtchen S. Die nehmen das Buch natürlich ins Sortiment. Und wollen unbedingt, dass du eine Lesung dort machst!" Hatte etwa der verehrte Verleger dieses Angebot gemacht? Nein, Buchhändler K. wusste beim Lesen des Autorennamens sofort, um wen es sich handelt. Und kam daher selbst auf die Idee der Lesung in seinen Verkaufsräumen.
"Allee der Schatten" – noch ein Auszug aus dem gedruckten Exemplar
Aber da sollte Autor F. doch froh sein, dass er so bekannt ist! Wird jetzt mancher Leser und manche Leserin des Journalistenblogs ausrufen. Doch die Sache ist deutlich komplexer. Fangen wir die Sache von ganz vorne an. Eigentlich ist es das Ideal von Journalist F., ganz einsam in einem Haus zu wohnen, das fernab aller Menschen inmitten eines großen, dunklen Waldes liegt. Dort möchte er, ab und an in ebenso feiner wie ausgewählt kleiner Gesellschaft seine Tage fristen. Die Realität sieht allerdings völlig anders aus. Gut, das Journalistendomizil erfüllt beinahe die voran genannten Anforderungen. Aber sowohl im Beruf als Journalist wie auch als Kulturorganisator ist es stets notwendig, sich in Gesellschaft vieler Menschen zu begeben und dort zu kommunizieren. Nichts da mit Ruhe und Abgeschiedenheit.
Verleger B. knipst den verblüfften Autor F.
Aber zumindest in seiner Fantasie behält sich Journalist F. vor, den Traum von seiner stillen, unauffälligen Existenz zu führen. Und glaubt daher gerne, dass ihn eigentlich gar niemand kennt. Oder zumindest nicht beachtet. Daher schockiert es schon ein wenig, wenn Buchhändler K. beim Lesen des Namens auf einem kleinen, unauffälligen Bändchen sofort weiß, um wen es ich beim Autor handelt. Denn es beweist schmerzlich die eigentlich völlig logische Tatsache, dass Journalist F. wesentlich bekannter ist als er normalerweise erfolgreich verdrängt.
"Allee der Schatten" - Roman von Autor F., erschienen im Geistkirch-Verlag. Ein ideales Geschenk für nur 12,80 Euro. Gern gesehen auch unterm Weihnachtsbaum. Hier das prachtvolle Exemplar vor dem Rathaus des Städtchens S.
Und die Sache mit dem Buch wird ihre Kreise ziehen. Nicht, dass es ein Bestseller werden wird. Wohl kaum. Aber der Verlag wird an die Presse gehen. Und vielleicht finden sich ja Kollegen, die eine Rezension schreiben wollen. Davor fürchtet sich natürlich jemand, der normalerweise auf der anderen Seite des Schicksals steht. Der Kritiker wird plötzlich kritisiert. Die Ordnung der Welt also verkehrt. Wie auch immer, der Schritt ist gegangen. Und wenn es dem Journalisten zu wohl ist, dann wird er eben Autor und Fotokünstler. Nur Wissenschaftler F. wird es hoffentlich niemals geben!
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Journalist F. wird weltberühmter Autor
Niemals hätte Journalist F. gedacht, wie anstrengend und zeitaufwändig es ist, ein Buch zu schreiben. Nun gut, er hatte es befürchtet und sich daher lange Zeit um ein solches Vorhaben gedrückt. Aber irgendwann im Leben kann man nicht mehr verdrängen, sondern man muss tun. Auch ein Buch schreiben. Wie bereits im Weblog von Ende April berichtet, handelt das Buch vom Gutshaus Belitz. Der Text ist jetzt fertig und die Produktion läuft auf Hochtouren. Der Titel wird wie folgt aussehen:
Der Titel des neuen Bestsellers von Journalist F. Vorbestellungen werden angenommen.
Zuvor waren natürlich umfangreiche Recherchen notwendig. Auch vor Ort. Beispielsweise auf der Freitreppe des Gutshauses, das übrigens ab 11. Oktober wieder im Mittelpunkt einer neuen Reality-Soap stehen wird. „Gutshaus 1927“ heißt das Epos und beschreibt einen Sommer während der „Goldenen Zwanziger“, in den wenigen Jahren zwischen den Weltkriegen also, in denen es ziemlich stabil und friedlich in Deutschland zuging.
Gutsbesitzerin B. und der saarländische Verleger B. vor dem Haupteingang von Belitz
Leider wird den geneigten Leserinnen und Lesern des neuen Erfolgsromans aus der Feder von Journalist F. einige der spannendsten Szenen vorenthalten bleiben. Die Verleger wollten partout keinen Mord, kein Blut, keine Ketten. Schade, es wäre so spannend geworden. Daher muss man wohl auch in Zukunft mit den Geschichten aus Frankendlinks Labor Vorlieb nehmen.
Dafür aber wird viel Geschichtliches zu lesen sein. Es ist eben die fiktive Geschichte dieses Gutshauses in den Jahren 1914 bis 1933. Viel hätte man noch schreiben können, es wäre ein wahres Mammutwerk geworden. Vorausgesetzt, Journalist F. würde die Schriftstellerei hauptberuflich betreiben. Aber seine sonstigen Verpflichtungen sind bekanntermaßen zeitintensiv, so dass für das Schreiben von Erfolgsromanen nur wenig Zeit und Muse bleibt.
Trotzdem, Journalist F. ist zufrieden, wie man auf diesem Bild unzweifelhaft erkennen kann.
Nach Erscheinen des Buches, das übrigens in jeder Buchhandlung über das Verzeichnis lieferbarer Bücher bestellt werden kann, wird es zum Preis von 14,80 Euro zum Verkauf angeboten. Ein Tipp zu Weihnachten gewissermaßen…
Weitere Informationen auch beim Geistkirch-Verlag
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