Die geheimen Tagebücher des Journalisten F.
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Journalist F. nimmt ab
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Journalist F. verkündet neue Diätregeln
Die Wisschenschaft macht ständig Fortschritte. Auch im Bereich der Ernährungslehre. Journalist F., immer am neuesten Stand der Forschung interessiert, möchte an dieser Stelle die neuesten Erkenntnisse der Diätwissenschaft auch den geneigten Leserinnen und Lesern des Journalistenblogs nicht vorenthalten.
Hier also zehn ebenso überraschende wie einleuchtende Ergebnisse jahrelanger Forschung:
1. Wenn man etwas isst und keiner sieht es, dann hat es keine Kalorien.
2. Wenn man eine Light-Limonade trinkt und dazu eine Tafel Schokolade isst, werden die Kalorien in der Schokolade von der Light-Limonade kompensiert.
3. Wenn man mit anderen zusammen isst, zählen nur die Kalorien, die man mehr isst als die anderen
4. Essen, das zu medizinischen Zwecken eingenommen wird, (z.B. heiße Schokolade, Rotwein, Cognac, u. ä.) zählt NIE.
5. Je mehr man diejenigen mästet, die täglich rund um einen sind, desto schlanker wirkt man selbst.
6. Essen, das als ein Teil der interpersonellen Kommunikation verzehrt wird (Popcorn, Erdnüsse, Limonade, Schokolade u. ä.), auch beim Video/DVD-Schauen, im Kino oder beim Musikhören, enthält keine Kalorien, da es nicht als Nahrung aufgenommen wird, sondern ein Bestandteil des Kommunikationsprozesses ist.
7. Kuchen- oder Gebäckstücke enthalten keine Kalorien, wenn sie gebrochen und Stück für Stück verzehrt werden, weil das darin enthaltene Fett einem Vaporisationsprozess unterliegt, wenn es aufgespalten wird.
8. Alles, was während der Nahrungszubereitung von Messern, aus Töpfen oder von Löffeln geleckt wird, enthält keine Kalorien, da es zentraler Bestandteil des Produktionsprozesses ist.
9. Nahrungsmittel gleicher oder ähnlicher Farbe haben den gleichen Kalorieninhalt (z.B. Tomaten und Erdbeermarmelade, Pilze und weiße Schokolade, Gurken und grüne Gummibärchen u. ä.).
10. Tiefgefrorene Nahrungsmittel enthalten keine Kalorien, da Kalorien eine Wärmeeinheit sind. Lebensmittel, die im Kühlschrank aufbewart werden, sind zumindest als kalorienreduziert anzusehen.
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Journalist F. nimmt tatsächlich immer weiter ab
Abnehmen ist im Sommer nicht gerade angesagt. Offensichtlich sind die vermeintlichen und tatsächlichen Dicken derzeit damit beschäftigt, das Maximum am All-inclusive-Büfett herauszuholen. Denn Geiz ist geil und Schnäppchenjagd ist in. Wenn man schließlich schon 199 Euro für eine Woche Paradies bei 45 Grad ausgegeben hat, dann soll sich das auch lohnen. Wie auch immer, das Diätklübchen ist derzeit höchst übersichtlich gefüllt.
Nur dem permanenten Erfolg von Journalist F. bei seinen Abnehmbemühungen ist es zu verdanken, dass dort nicht jeden Dienstag ein Totschlag im Affekt geschieht. Beispielsweise, wenn eine ältliche Dame undefinierbaren Alters mit Leidensmine dem Vortrag der Klübchenpräsidentin lauscht. Besagte Dame ist groß, eher hager mit einer bedeutsamen Nase ausgestattet und scheint sich irgendwie verirrt zu haben. Aber das ist ein Irrtum. Denn ihr Problem waren Esssünden in der Vergangenheit. Beispielsweise der Verzehr von Trauben. Zugegeben, selbiges Obst hat deutlich mehr Kalorien als die meisten seiner Verwandten, doch kritisch wird es eigentlich nur, wenn die Leidenschaft des Kalorienverzehrs sich auf Schokolade, Käse oder fette Würste konzentriert. Wenn Journalist F. bislang als einzige Schwäche Trauben auf seinem Speiseplan hätte stehen haben, wäre er sicherlich schlank wie eine Gerte. Wie die abnehmfreudige Dame eben. Und wie alle Mitglieder des Diätklübchens, die eigentlich gar nicht erst dort hingehören, hatte die Traubenliebhaberin natürlich mehr Probleme als alle anderen. Ganz erstaunt war sie, dass auch Milch Kalorien hat. Ihre zweite Todsünde im Bereich der kulinarischen Genüsse. Fett habe sie schon immer vermieden, erklärt sie laut mit ekelverzerrtem Gesicht. Nur eben die Trauben. Und Lakritz. Sahnetorte, Schokolade, Kuchen und sonstige Süßigkeiten, igitt. Journalist F. prophezeit, dass dieses Mitglied spätestens in vier Wochen ein Fall für die Mumiendetektive im Discovery-Chanel sein wird.
Journalist F. gibt Tipps zum Abnehmen
Ein von seinen Kollegen höchst angefeindeter Ernährungswissenschaftler hatte vor Jahren eine laut belachte Theorie entwickelt. Er behauptete, der Mensch hätte einen intelligenten Darm und bräuchte eigentlich beim Essen nur auf seine Intuition zu achten, um sich richtig und gesund zu ernähren. Das heißt, wenn Heißhunger auf Schokolade auftritt, dann fehlen dem Körper gerade die Stoffe, die in selbigem, allseits verdammten Nahrungsmittel enthalten sind. Mittlerweile hat man festgestellt, dass in diesem Gedanken viel Wahrheit steckt und der Mensch offensichtlich tatsächlich ein inneres Gefühl für Ernährung hat. Leider ist es den meisten von uns auf die eine oder andere Art verloren gegangen.
So quält man sich dann mit schlechtem Gewissen und zwingt sich zum Verzehr scheußlichster Produkte. Denn wie sagt Meg Ryan in dem überaus netten Hollywood-Film „Kate und Leopold“, als es um eine Margarine zum Abnehmen geht: „Das Zeug ist fettfrei. Es muss scheußlich schmecken. Die Leute wollen das so.“ Ja, Verzicht und darben quasi als Selbstbestrafung für vermeintliches Fehlverhalten. Kein Wunder, wenn da stets die Lust auf Verbotenes aufkommt und aus dem Heißhunger auf eine Tafel Schokolade der regelmäßige Verehr großer Mengen industriell gefertigten Mastfutters wird! Die Konsequenz: einfach auf die innere Stimme hören und das essen, worauf man gerade Lust hat. Journalist F. hat die Erfahrung gemacht, dass dies nicht zu unkontrollierter Völlerei führt, wie man vielleicht befürchten könnte. Sondern im Gegenteil, zu einem mäßigen, aber lustvollen Umgang mit der Nahrung ohne Verzicht.
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Journalist F. nimmt immer noch ab
Ja, die lieben Leserinnen und Leser des Journalistenblogs haben es sicherlich nicht für möglich gehalten, aber Journalist F. nimmt immer noch ab. Mittlerweile exakt 9,3 Kilogramm, wenn sich das Diätklübchenzeugnisheft nicht täuscht. Das entspricht, um einen ebenso beliebten wie nervigen Diätklübchenvergleich zu gebrauchen, 37 Butterpäcken im üblichen 250-Gramm-Gebinde.
Das einsame Gehöft – Genversuchsanstalt und Erzeuger von Diätklübchenprodukten
Das ist herzlich wenig im Vergleich zu den exakt 2,5 Tonnen Gewicht, welche alle Mitglieder des Diätklübchens im ersten Halbjahr 2005 verloren haben. 10.000 Butterpäckchen, aber das nur ganz am Rande vermerkt.
Wie auch immer, das Diätklübchen geht allwöchentlich seinen gewohnten Gang. Am Ende jeder Unterrichtsstunde wird von der Gruppenleiterin gefragt, wer sich denn bis nächste Woche eine Hausaufgabe vornehmen möchte. Abnehmerin K. hatte letzte Woche verlautbart, sie wolle endlich ein weiteres Blümchen erhalten. Diese Auszeichnung wird im Zeugnisheft nach jeweils drei Kilo Abnahme vermerkt. Alle Anwesenden hielten den Atem an, als sie unter Zuhilfenahme der mathematischen Gesetze feststellten, dass dazu exakt zwei Kilogramm Körperanteile der recht schlanken Dame verschwinden müssten. Wie zu erwarten, war die Enttäuschung groß und die Tränengrenze fast erreicht, als jetzt das Ergebnis der Bemühungen abgefragt wurde. „Ich habe kein Blümchen bekommen!“ schluchzte K. „Mein Leben hat keinen Sinn mehr!“ Als die Diätklübchenpräsidentin mitleidvoll fragte, wie viel Gewicht denn verloren gegangen sei, erhielt sie aufgrund des Schluchzens eine kaum verständliche Antwort: „1,7 Kilo!“ Ausschreitungen und der Aufruf zur Lynchjustiz, der von mehreren der anwesenden Teilnehmerinnen lautstark verkündet wurden, konnte von der Klübchenpräsidenten nur mit dem Versprechen „Diese Woche zwei Schokoladenportionen extra für alle!“ verhindert werden.
Abnehmen ganz einfach: statt Grillwurst und fettem Fleisch einfach durch das Treibhaus äsen! Das gibt sogar noch extra Bewegungsbelohnung.
Und hier wieder der beliebte Extratipp für Abnehmwillige
Dass Schokolade, Schlagsahne und Butter ebenso wie Torte und Schweinebauch echte Kalorienbomben sind, weiß mittlerweile jedes Kind. Manch andere Lebensmittel, die beinahe harmlos daherkommen und von uns gerne einfach als kleine Zwischenmahlzeit vertilgt werden, sind jedoch weit erstaunlicher, was ihre Kalorienzahl anbelangt.
Neben wir doch einfach einmal einen Doppelwhopper mit Käse, angeboten von dem anderen führenden Hamburgerbrater. Der übertrifft die Tagesration einer durchschnittlichen Dame, die Mitglied im Diätklübchen ist, um fünf Prozent. Eine Tüte Chips (groß), um 50 Prozent. Mit einem einzigen Rahmschnitzel bleibt für den Rest des Tages nur noch Salat, direkt vom Beet geäst. Und eine putzige Rostwurst deckt immerhin zwei Drittel des Tagesbedarfs. Das Leben kann ganz schön grausam sein!
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Journalist F. geht auf Safari
Alles hat damit angefangen, dass Patenkind A., Freundin F., dessen Mama, und Journalist F. gemütlich zum sonntäglichen Kaffeeplausch auf der Terrasse saßen. „Moment, ich muss nur noch schnell Babysitterin T. anrufen“ sagte Freundin F. und erklärte im Verschwinden, dass morgen die Zeugniskonferenz bis in den Nachmittag anstehe und sich schließlich jemand um das Journalistenpatenkind kümmern müsse. „Oh weh. Das wird aber langweilig. T. guckt immer nur Fernsehen“ – stellte Selbiges bekümmert fest. „Kein Problem“, meinte Journalist F. „Ich habe Urlaub und hole dich von der Schule ab. Dann gehen wir einfach in den Zoo und machen uns einen gemütlichen Nachmittag, während die liebe Mama in der Schule schwitzt!“
Eine schicksalshafte journalistische Rede, die dazu führte, dass ich heute pünktlich halb zwölf vor der Schule stand und ihre Majestät das Patenkind in mein Auto einlud. Zunächst ging es zu einer renommierten Filiale eines bekannten Hamburgerbratinstituts. Dort bietet man seit Kurzem auch Menüs für Mitglieder des Diätklübchens an. Ja, richtig, Journalist F. nimmt nämlich immer noch ab. Das magere Gericht war geschmacklich zutiefst untypisch für das Traditionsunternehmen, nichtsdestotrotz aber ganz interessant. Eine weitere Neuerung hingegen soll zwar ebenso sensationell wie umweltschonend sein, stellte sich jedoch als völlige Pleite heraus. Auf den sonst gewohnt hygienisch reinen Bedürfnisanstalten des Restaurants war ein durch Werbezettel hochgradig gepriesenes System angekündigt, das ohne Wasser und Chemie die dort abgelegten Aussscheidungsprodukte flüssiger Art von der Bildfläche verschwinden lassen sollte. Wie auf der Homepage www.urimat.com eindrucksvoll zu lesen, arbeiten Elektronik und Elektromagnete Hand in Hand, um dieses Wunder zu bewirken. Das journalistische Urteil: der Urimat bringt nostalgische Gefühle und Erinnerungen. Denn der Geruch erinnert an die typische Ablaufrinne der Dorfkneipen in den 60er-Jahren. Wer’s mag… Abgesehen davon ist das Gerät überaus frauenfeindlich, denn es ist speziell für Urinale auf Männertoiletten entworfen. Es fördert somit das Urinieren im Stehen und verhindert, dass auch Frauen umweltfreundlich entsorgen dürfen.
Nur das Werbedisplay am oberen Ende des Beckens ist genial. Hier in einer zudem recht schrägen Version…
Anyway, der Urimat war schnell vergessen und die Reise führte zum fast menschenleeren zoologischen Garten. Gleich am Anfang ein paar Tiere, die nicht nur wegen ihrer rosa Farbe höchst absonderlich wirken:
Danach erlebten wir beide schreckliche Reptilien, die einem gut gemachten Fantasyfilm hätten entsprungen sein können:
Nirgendwo sonst kommt man unseren nächsten Verwandten so nah wie im Zoo. Das wird Patenkind A. sicher ebenso wie dieses Foto bestätigen:
Andere bleiben lieber fern:
Wer keine Affen mag, kann sich auch an wertvolle Wassertiere halten. Hier ein sündhaft teurer Koy…
… oder ein putziger Seelöwe.
Das Eis war wohl verdient! Patenkind A. lässt es sich schmecken:
Wehe, es behauptet jetzt jemand, dass Artikel mit Kindern und Tieren immer dann gepostet werden, wenn einem gar nichts mehr anderes einfällt. Abgesehen davon, neben nackten Frauen wirken die beiden erstgenannten Motive immer in der Werbung! Das ist erwiesen. Nun gut, nackte Frauen sind für Journalist F. eher ein Grund, ein Produkt nicht zu erwerben. Nackte Männer hingegen...
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Journalist F. geht nicht ins Freibad
Hitze, unerträgliche Hitze. Warum ist es hierzulande im Sommer entweder 15 oder 35 Grad? Einen Mittelweg gibt es nicht. Aber halt, bevor Missverständnisse entstehen: Journalist F. jammert nicht über die Hitze. Wird er niemals, denn ein Eid an kalten, schneedurchdrungenen Wintertagen hält ihn davon ab.
Die meisten Menschen werden bei diesen Temperaturen kreativ, was ihre Freizeitgestaltung anbelangt. Sehr kreativ, denn sie gehen ins Schwimmbad. Nicht so Journalist F. Grundsätzlich nicht. Warum, das zeigt die Geschichte eines Kollegen, der sich der Folter ausgesetzt hat.
Der Kollege, nennen wir ihn Journalist Z., berichtete also:
Ein Tag im Freibad .......
Ich packe so gegen 11 Uhr an einem freien Mittwoch mein Handtuch, ein Buch, eine Flasche ALDI-Mineralwasser und eine Flasche Sonnencreme ein und setz mich ins Auto.
Natürlich müsste ich nicht mit dem Auto fahren. Ich könnte ja auch mit dem Rad fahren. Aber Rad fahren ist genauso zum Kotzen wie Straßenbahn fahren ... und zu Fuß geht nun wirklich nicht!
Also, ich fahre zum Schwimmbad. Je näher ich dem Schwimmbad komme, um so größer wird die Zahl der Radfahrer, die mit sonnigem Gemüt kreuz und quer nebeneinander und sowieso überall auf der Straße herumschlingern, die Sonnenbrille auf der Nase und tonnenweise Krempel im Körbchen, wie zum Beispiel Luftmatratzen, Kühlboxen, Sonnenschirme oder ihren Nachwuchs.
Man könnte glauben, manche wären aus ihren Häusern vertrieben auf dem Weg in die Fremde ... aber nein, sie wollen tatsächlich nur einen Tag ins Schwimmbad. In tiefem Vertrauen auf den lieben Gott und meine Geduld rauschen sie also unkoordiniert vor meinem Auto herum ... aber ich lasse mich nicht entmutigen und suche einen Parkplatz. Schatten wäre toll. Am besten nicht zu weit weg. Ich suche ungefähr eine halbe Stunde und stelle mich dann siebeneinhalb Kilometer vom Eingang entfernt gegen die Fahrtrichtung im absoluten Halteverbot auf einen sonnendurchfluteten Radweg, den die oben erwähnten Bekloppten komischerweise eisern ignorieren.
Vor der Kasse steht eine riesige Menschenmenge. Darunter auch fünf ältere Herren in Team Telekom-Outfits, die lauthals verkünden, dass sie nach 20 Kilometer Rad fahren jetzt noch 25 Bahnen schwimmen werden ... Interessante Triathlon-Variante: mit dem Fahrrad ins Schwimmbad, mit dem Krankenwagen wieder zurück. Drei Teenies zwängen sich durch die Reihe nach vorn. Auf meinen freundlichen Hinweis, sie sollten sich doch bitte hinten anstellen, antwortet einer mit einem ebenso freundlichen: "Halt doch die Fresse,Schwuchtel!".
Aber ich freu mich einfach nur weiter auf das kühle Nass und passe nebenbei auf, dass mir im Gedränge keiner den Geldbeutel klaut. An der Kasse mache ich meinen Anspruch auf Ermäßigung geltend. Die freundliche Dame bittet mich herein, lässt sich Studentenausweis, Personalausweis, Führerschein, EC-Karte, Organspender-Karte, Impfpass und Geburtsurkunde vorlegen und unterzieht mich einem Lügendetektor-Test. Nachdem das BKA meine Fingerabdrücke überprüft hat, gewährt man mir tatsächlich ermäßigten Einlass in den Badespaß-Park!
Ich suche mir ein nettes Plätzchen auf der Wiese, lege mein original rotes Schwuchteltuch auf ein Ameisenloch und eine alte Portion Pommes und freu mich auf den schönen Tag. Die Vöglein singen, die Kinder schreien und die Kids nebenan erfreuen das ganze Schwimmbad mit dem lieblichen Geschrei von Rammstein, welches aus ihrem Gettoblaster dröhnt. Dann erfreue ich die Bienen und Wespen, indem ich mich von Kopf bis Fuß mit einer pampigen stinkigen Sonnencreme einschmiere. Sofort summen sie lustig um mich herum ... Ach, das Leben ist schön!
Nachdem ich mich eine halbe Stunde in der Sonne geräkelt habe, bekomme ich langsam Durst und greife zu meinem Wasser. Als ich gerade trinken möchte, donnert mir ein Fußball lustig hinten auf die Birne, was dazu führt, dass ich mir am Flaschenhals ein noch lustigeres kleines Stück vom Schneidezahn abschlage ... Ich drehe mich um und da steht. So ein Zufall! Das sympathische kleine Arschkind vom Eingang! Entschuldigend sagt der Kleine zu mir: "Gib mein Ball her, du Missgeburt!" Da kann ich natürlich nicht nein sagen und werfe ihm den Ball zu....
Im Schwimmbad ist es echt toll! Doch ein Schluck Wasser konnte mich nicht wirklich erfrischen. Zeit für einen Sprung ins kühle Nass! Nachdem ich einen netten Mann neben mir darum gebeten habe, doch ein Auge auf meine Sachen zu haben, während ich schwimme, schlendere ich zum Becken. Hier ist es toll! Viele kleine Kinder rennen herum. Eins rennt mir mit dem Kopf in die Eier und fängt an zu heulen. Die Mutter schreit mich ein wenig an, was mir einfiele, so einfach am Becken vorbeizugehen, wenn ihr Kind da herumtobt. Ja, das tut mir natürlich Leid ... hätte ich auch wirklich besser aufpassen müssen.
Endlich bin ich im Wasser. Das ist echt schön! Das Sonnenöl von tausenden Leuten schillert auf der Wasseroberfläche, durch die chlorverätzten Augen scheint die Welt in einen lieblichen Schleier gehüllt. Ich tauche unter und genieße gerade den Wechsel zwischen kaltem Wasser und warmem Pipi, als mir ein nettes kleines Kind vom 3-Meter-Brett auf den Rücken springt. Als ich japsend auftauche, um mich zu entschuldigen, sehe ich, dass es ja genau das gleiche Kind wie eben war! Hach wie nett! Hoffentlich hat es sich nicht wehgetan! Es hört auch tatsächlich gleich auf zu weinen, nachdem ich ihm meine Uhr geschenkt habe. So ein liebes Kind! Raus aus dem Wasser, zurück zum Platz.
Als ich dort ankomme, ist der nette Nachbar, der ein wenig auf meine Sachen aufgepasst hat, nicht mehr da. Mein Geldbeutel auch nicht. Dafür aber sein Hund, der gerade mein Schnitzelbrötchen frisst, um danach in meinen Turnschuh zu scheißen. Netter Hund! Eigentlich bin ich sehr ausgeglichen ... aber jetzt ist es doch langsam genug.
Ich packe meine Sachen zusammen und den blöden Hund in die Kühlbox seines freundlichen Herrchens. Selbige lasse ich feierlich im Wellenbecken zu Wasser und schaue mir belustigt den wilden Ritt an, während ich ein paar Takte "Surfin USA" pfeife. Mit dem Handy des Herrchens rufe ich eine 0190-Nummer an und werfe es dann aufs Dach der Umkleidekabinen. Jetzt hab ich mich schon beinahe beruhigt.
Ich schlendere zu meinem Fußball-Freund, nehme ihm den Ball ab und schieße ihn mit einem beeindruckenden Vollspann aus einem Meter Entfernung direkt in sein nettes Gesicht. Nachdem er blutüberströmt nach hinten umgefallen ist, nehme ich die Gelegenheit wahr, in seinem Rucksack noch ein kleines Feuerchen zu legen und mache mich auf den Weg zum Ausgang.
Als ich am Beckenrand vorbeikomme, sehe ich meinen Kumpel vom 3-Meter-Brett. Da der Bademeister gerade dabei ist, einen Telekom-Opa aus dem Becken zu fischen nutze ich den Moment, schnapp mir die Badehose des netten kleinen Schweinepriesters und hänge sie nicht weit entfernt an einen hohen Ast.
Als ich am Ausgang ankomme, schau ich mich ein letztes Mal um: Der Fußball-Penner hüpft plärrend um seinen brennenden Rucksack herum das Feuer hat inzwischen auf benachbarte Bastmatten übergegriffen), die kleine Nervensäge hüpft nackt unter dem Badehosen-Baum herum (umzingelt von kreischenden Mädchen) und der nette Nachbar sucht seinen Hund ... die fest verschlossene Kühlbox zieht immer noch ihre Bahnen im Wellenbecken und das Handy funkelt mir lustig vom Umkleidedach zu. Die Rechnung muss inzwischen bei etwa 198 Euro liegen. Als ich zum Auto zurückkomme, hängt ein Strafzettel dran. Ich nehme ihn ab, lese ihn aufmerksam durch und esse ihn auf. Dann steig ich in mein brütend heißes Auto und denke: Gar nicht so schlecht, so ein Besuch im Freibad. Quelle: Autor unbekannt, per Email von Arbeitskollegen erhalten.
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Journalist F. nimmt ab – Folge 6
Wie schnell doch die Tage vergehen. Manchmal kommt es mir vor, als wenn jeden Tag Diätklübchen wäre. Anyway, die Besuche sind mit höchst erfreulichem Ergebnis verbunden, denn das Gewicht nimmt kontinuierlich ab. Und das ohne Hungerkuren und massive Entbehrungen.
Leider war meine neue beste Freundin vom letzten Mal nicht da. Vielleicht hat sie die Zielabnahme von 800 Gramm auch schon erreicht und konzentriert sich jetzt darauf, den Jojo-Effekt zu vermeiden. Dafür kam aber Ersatz in Form eines ziemlich ältlich aussehenden Ehepaares. Sie klein und zierlich, er größer und weit massiver. Sie ziemlich doof und einfältig, er nicht schlauer, aber mit Riesenmundwerk. Abnehmer W. kommt hingegen mittlerweile ohne Ehefrau, weiß trotzdem viel zu berichten. Beispielsweise vom letzten Samstag: "Jooo, dooo hann isch dann die ganz Wuch mei Kalorie gespart und die waare nooo sex Schoppe und zwee Schwenkbroode schon verbraucht. Doo hann isch gedengt, jetzt iss alles egal und hann äänfach so weidergmacht. Unn trodzdem hann ich abgenomm!" (für alle, die die saarpfälzischen Idioms nicht mächtig sind: Ich habe die ganze Woche meine Kalorien aufgespart, aber die waren nach sechs großen Bier und zwei Stück gegrilltem, fettem Schweinefleisch aufgebraucht. Ich dachte mir, es hat jetzt alles keinen Zweck mehr und habe dann mit Essen und Trinken in gleicher Weise weiter gemacht. Trotzdem habe ich heute einen Erfolg auf der Waage verbuchen können) Viele Wege führen offensichtlich nach Rom.
Journalist F. gibt Diättipps – heute: die Sache mit dem Salat
Salat gilt schlechthin als das Lebensmittel für eine Diät. Und zwar am besten ausschließlich Salat. Ein kleines Steak ab und an noch dazu. Natürlich alles fettfrei und zäh, damit man lange kauen muss. Kein Wunder, wenn so viele Diäten scheitern.
Eines steht fest: ohne den reichlichen Verzehr pflanzlicher Nahrung wird keine Diät Erfolg auf der Waage zeigen. Allerdings wird Rohkost völlig überbewertet. Der menschliche Organismus hat wenig Ähnlichkeit mit dem eines Meerschweinchens und daher wird rohe Nahrung nur schwer verarbeitet. Verdauungsprobleme sind die Folge. Und verschiedene, wichtige Nährstoffe können aus ungekochter Nahrung kaum oder gar nicht aufgenommen werden. Zudem, wenn keinerlei Fett zugeführt wird, das es erst möglich macht, bestimmte Vitamine aufzuspalten und somit dem Körper zugänglich zu machen. Also gehört zur Ernährung auch gekochtes oder gedünstetes Gemüse. Mit einer leckeren, nicht allzu fetten, aber nicht kalorienfreien Soße zubereitet. Der Erfolg wird sich nicht nur auf der Waage einstellen.
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Journalist F. nimmt ab – Folge 5
Menschen, die jammern und stöhnen, sind unattraktiv. Zumindest werden sie von ihren Mitmenschen ganz unbewusst so eingeschätzt. Denn jeder von uns wünscht sich das Alphatier zum besten Freund. Und Alphatiere jammern nicht. So kann aus dem hübschesten Kerlchen schnell ein reichlich hässliches Entlein werden. Daher sei hier vermerkt: Journalist F. jammert nicht, sondern deckt nur Tatsachen und Skandale auf! Doch das nur am Rande nebenbei bemerkt.
Das Diätklübchen macht wieder Spaß! Langsam kommen die granatenharten Abnehmdamen wieder ins Spiel. Schon beim Schlangestehen vor der Waage entdeckte Journalist F. beim jüngsten Klübchentreffen seine neue beste Freundin. Ein etwas 25 Jahre altes, mageres Etwas auf dünnen Beinchen, Brille, Frisur und Gesicht ließen auf eine Radikalprotestantin schließen, engagiert im „Strickkreis für Ältere“. Es war anzunehmen, dass hier ein so genanntes Diamantmitglied auf die Waage steigt, das zuvor 20 Kilo abgenommen hat und jetzt seit einem Jahr sein Gewicht hält. Irrtum, Herr Journalist! „Muss ich jedes Mal bezahlen, oder nur, wenn ich wirklich komme?“ lautete ihre Frage an die Klübchenleiterin mit dünner, aber trotzdem alles durchdringender Piepsstimme. Im selben Tonfall fragte sie wahrscheinlich ihre Familie „Hast du heute schon das Neue Testament studiert?“ oder „Lass den Kaffee weg, Kamillentee ist gottgefälliger!" Wie auch immer, es stellte sich heraus, dass Diätfreundin W., so ihr Name, erst das zweite Mal zum Klübchentreffen erschienen ist. Wer hat die Waage manipuliert, dass so jemand hier die Menschheit nerven darf?
Und das tat Diätfreundin W. natürlich nach Kräften. Zuerst habe sie mal alle gefährlichen Lebensmittel aus dem Kühlschrank entfernt. Paprika in Öl eingelegt, Oliven und eine nicht näher bestimmte Menge von Restlyonerwurst. Weg damit. Wohin? Wahrscheinlich per Paket an die armen Negerkinder in Afrika. „Toll, lobte die Klübchenleiterin nicht ganz überzeugend. Und was hat ihr Mann dazu gesagt?“ „Nichts!“ lautete die kurze, aber sehr bestimmte Antwort. War wahrscheinlich für den Herren besser so, bevor er die nächste Nacht auf der Kartoffelkiste im Keller schlafen musste. Strafe muss sein, steht schon im Alten Testament: Auge um Auge, Zahn um Zahn, gegen freches Mundwerk hilft nur Rohrstock und Peitsche. Viel wollte Diätfreundin W. noch wissen. Wie sie den Jojo-Effekt verhindern kann, wie sie ausschließt, dass sie im Urlaub auch nur ein Gramm zunimmt, wieso Kartoffeln und Nudeln auf dem Speiseplan des Diätklübchens ständen. Das wäre doch ein Skandal und Grund genug, den wöchentlichen Obulus kräftig zu kürzen.
Derart angeregt, traute sich auch so manch andere Dame, mit schlauen Fragen und Tipps vorzupreschen. „Ich esse nur noch einen Apfel am Tag. Alles andere ist zu viel, da kann man nicht abnehmen, unmöglich.“ „Ich habe jetzt dreizehn Kilo abgenommen, auf meiner Waage, die geht anders und nach der richte ich mich.“ „Ich habe viel zu wenig Sport gemacht. Kein Wunder, wenn ich nur ein Kilo weniger wiege. Jeden Tag 23 Kilometer gejoggt, aber am Dienstag waren es nur 18!“ Es nimmt also alles eine dramatische Wendung! Wie wird es weiter gehen? Man darf gespannt sein?
Journalist F. gibt einen neuen Diättipp
Trinken ist das A und O des Abnehmens. Nein, keine harten und weichen Alkoholika sind damit gemeint, die das Hungergefühl ebenso wie den Verstand betäuben. Vielmehr solch gesunden Dinge wie Mineralwasser und Kräutertee. Und genau hier liegt das Problem. Wässerchen und heißes Wasser mit leichtem, weitgehend geschmacklosem Farbzusatz gehören für die meisten Menschen ebenso zur Diät wie Salat und Rohkost. Nur, wer diese Dinge zu sich nimmt und sonst gar nichts, kann wirklich abnehmen, so die landläufige Meinung.
Eine wunderbare Methode also, ganz schnell die geplante Umstellung der Ernährung aufzugeben und zu sagen: „Hat ja doch alles keinen Wert!“ Damit man mich nicht falsch versteht: wer zwei oder drei Kilo vermeintlichen Speck an ungünstigen Stellen loswerden will, soll sich wirklich von Wasser (ohne Kohlensäure!) und Salat (ohne Öl) ernähren. Das hebt die Stimmung und unterstützt den psychologischen Effekt. Real wäre hier nämlich meist nur mit Skalpell und Fettsaugpumpe beizukommen. Doch zurück zum Thema.
Es gibt auf dem Markt eine ganze Menge durchaus schmackhafter, kalorienarmer Getränke, man muss nur die Etiketten lesen. Wer jetzt entsetzt die Augen weitet und weise den Kopf mit der Bemerkung „Die ganze Chemie da drin!“ schüttelt, sollte bedenken: Auch Askese kann Spaß machen und verlängert erfahrungsgemäß das Leben. Was für ein Leben das ist, steht auf einem anderen Blatt.
Nun noch zur Trinkmenge: 20, besser noch 40 ml pro Tag und Kilo Körpergewicht. „Hurra!“ werden jetzt die 42-Kilo-Damen unter der verehrten Leserschaft des Journalistenblogs jubeln. Denn nach Adam Riese würden 800 ml Getränk reichen, um den Tagesbedarf zu decken. Irrtum: Mindestens 1,5 Liter sind notwendig, um Körper und Geist am Funktionieren zu halten. Und wer abnehmen will, tut dies nicht ohne eine Flüssigkeitszufuhr, die sicher der 40-ml-Marke nähert.
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Journalist F. nimmt ab – Folge 4
Es wäre auch zu schön gewesen, um wahr zu sein. Die ersten Treffen des Diätklübchens verliefen erstaunlich friedlich. Keine wirklich dummen Fragen, keine aufdringlichen Magersüchtigen. Verdächtig eben. Das hat sich jetzt geändert. Eine alte Freundin ist zurückgekehrt. Frau O. Insgesamt knapp sechs Kilo abgenommen und schon das Zielgewicht erreicht. Vor ungefähr eineinhalb Jahren. Jetzt hat sie 200 Gramm zugenommen und ist in Panik zurück in den Schoß des Diätklübchens gekrochen. Wie kaum anders zu erwarten, sie führt das große Wort. Schildert ihren mörderischen Kampf gegen die Pfunde, hat abenteuerliche Theorien über das Kalorienzählen und gibt diese lautstark zum Besten. "Gestern habe ich zwei Äpfel gegessen. Ich könnte heulen. Keine Disziplin. Zur Strafe gönne ich mir die nächsten vier Wochen nicht einmal einen Diätklübchenschokoriegel!" Wer kann da die Tränen unterdrücken, wer hat da kein Mitleid mit dem leidenden Geschöpf?
Am Ende der Kalorienlehrstunde müssen die neuen Mitglieder nach vorne kommen. Das ist immer so, denn sie werden in Privataudienz von der Klübchenleiterin empfangen und in die geheimen Lehren des Abnehmens eingeweiht. Drei ebenso faltige wie verhärmte ältliche Damen drängen gespannt in die erste Reihe. Auf den ersten Blick erkennt man: die haben seit Jahren nichts mehr außer Obst und Gemüse gegessen. Wahrscheinlich steigen sie jetzt auf Eiweißdrinks um, denn nur so ist noch eine Abnahme zu erwarten. Sie, liebe Leserinnen und Leser des Journalistenblogs, wissen das bereits. Und dürfen auf die weitere Entwicklung der drei Grazien gespannt sein.
Der heutige Diättipp: Warum es ohne Obst und Gemüse nicht geht.
Viele Menschen mit Gewichtsproblemen mögen einfach kein Obst und erst recht kein Gemüse. Daher versuchen sie auch, ihre reduzierte Nahrung ohne solchen Quälereien durchzuführen. Das geht in der ersten Zeit auch gut, dann aber folgt ein Stillstand, nichts geht mehr. Kein Wunder, denn ohne die Zufuhr ausreichend pflanzlicher Nahrung mag der Körper einfach nicht auf Dauer sein Gewicht verlieren. Daher führt kein Weg an Obst und Gemüse vorbei.
Aber: der Mensch ist kein Kaninchen, auch nicht der abnehmende. Daher ist ein Übermaß an angeblich so gesunder Rohkost zwar psychologisch trickreich, suggeriert er doch das intensivste Gefühl, etwas für die schlanke Linie zu tun. Doch massive Verdauungsprobleme sind meist die einzige Folge des Grünfutterverzehrs. Gekochtes Gemüse als Ergänzung hilft, diesen Zustand zu verbessern. Und nicht vergessen: immer etwas Fett zur pflanzlichen Kost, sonst können die Vitamine nicht vom Körper erschlossen werden.
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Journalist F. guckt schon wieder Kabarett
Kaum ist die Auswahl der Wettbewerbsteilnehmer vorbei, geht’s gleich weiter mit einem Kabarettisten, der diese Phase seiner Karriere längst überwunden hat. Mehr als 800 Menschen drängten sich gestern Abend in die Stadthalle des Heimatstädtchens S. Bis auf den allerletzten Platz ausverkauft. Das gibt es nur selten. Wie jetzt, bei Volker Pispers.
Kulturorganisator zu sein hat einen großen Nachteil. Man arbeitet immer dann, wenn andere Freizeit haben. Statt Feiertag und am Abend zuvor ein gemütliches Treffen nächtlichen Biergarten gibt es Jurysitzungen und Veranstaltungen. Wer glaubt, es gäbe dafür an anderen Tagen Freizeit, irrt gewaltig. Schließlich leben wir hier im Aufsteigerland und da wird gearbeitet, was die Zeit hergibt. Naja, ich will mich nicht beschweren. Früher gab es schlimmere Berufe. Gallerensträftling zum Beispiel.
Aber zurück zum Thema. Volker Pispers macht politisches Kabarett und zwar von der ganz bösartigen Sorte. Rund dreieinhalb Stunden lang und trotzdem kurzweilig. Und er ist ein sehr interessanter Mensch, wie sich nachher während des Plauschs bei Bier und Wein herausstellt. Er macht seit 20 Jahren Kabarett, erzählt er. Und seit exakt dieser Zeit bekommt er immer wieder zu hören, dass gerade jetzt die Zeit ja ideal für Kabarettisten ist, Kabarett schreibe sich ja praktisch von selbst. Das gibt zu Denken. Und lässt wenig Platz für Hoffnung.
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Journalist F. nimmt ab – Folge 3
Wieder ist Dienstag und wieder ist Diätklübchen angesagt. Derzeit ist in der Abendgruppe nicht allzu viel los. Morgens und nachmittags offensichtlich mehr, wie die Statistik mit den wöchentlichen Abnahmen zeigt, die deutlich sichtbar neben der Gruppenleiterin aufgebaut ist.
Die Waage zeigt weiterhin erfreuliche Tendenzen. Doch es ist abzusehen, dass neben einer Umstellung der Ernährung ein gewisses Maß an sportlicher Betätigung notwendig sein wird, um den Erfolg auf Dauer zu garantieren. Vielleicht werde ich mein Fahrrad reaktivieren, das im Keller überwintert hat. Sicher muss man es technisch auf Vordermann bringen, aber da fällt mir doch ein berühmter Blogger ein, der mir dabei helfen könnte.
Wie auch immer, die Dominanz der Damen beim Diätklübchen scheint nicht mehr so übermächtig wie früher. Immerhin vier Männer sind Mitglied. Früher war Journalist F. der einzige. Einer davon war früher Leistungssportler, wie er erzählt. Tja, o Tempora o Mores oder Tempus fugit, wie der Lateiner zu sagen pflegt. Im Moment ist von der einstigen Leidenschaft rein figürlich nichts mehr zu sehen. Aber dafür gibt es ja das Diätklübchen. Der andere männliche Abnehmwillige ist Vegetarier und pflegt bei Grillabenden Tofuwürstchen auf den Grill zu legen. Die haben es rein kalorienmäßig aber ganz schön in sich, was eine genaue Kalkulation erforderlich macht. Typ Nummer drei ist die eine Hälfte des mehrfach besungenen Ehepaars R. Die zweite und wahrscheinlich bessere Hälfte blieb dem Klübchentreffen unentschuldigt fern. Das wird sicherlich Konsequenzen auf der Waage haben, wie zu vermuten ist. Nummer vier schließlich ist Journalist F., der dem Treiben heute erstaunlich gelassen folgen kann.
An dieser Stelle soll auch in Zukunft ein Diättipp stehen. Heute: wie man bei Lebensmitteln Schlankheit suggeriert: Die Bezeichnungen sind ebenso vielfältig wie viel versprechend: light, Diät, kalorienarm, Wellness, Balance – das muss schon ein wahrer Tölpel sein, der bei einem solch verlockenden Nahrungsmittelangebot nicht schlank wird. Aber Vorsicht ist angesagt! Light heißt eigentlich gar nichts und kann wenig Kalorien, wenig Alkohol oder wenig Koffein bedeuten. Hört sich aber gut an. Genau wie Balance, ein noch schwammigerer Begriff, der nur noch von Wellness getoppt wird. Wellnessgetränke sind nämlich meist hochkalorische Mixturen, denen merkwürdige Ingredienzen wie Nieswurzextrakt, Kaktusöl oder Minzkonzentrat zugefügt worden sind. Kalorienarm ist da schon genauer. Mindestens 40 Prozent weniger Nährstoffe muss ein Produkt enthalten als ein vergleichbares mit vollem Kaloriengehalt. Nehmen wir als Beispiel Schokolade. Eine Hundertgrammtafel hat rund 500 Kalorien, die – rein hypothetische - Lightversion immerhin noch 300. Alles ist eben relativ, wie schon Einstein festzustellen pflegte.
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