Die geheimen Tagebücher des Journalisten F.
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Skandale
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Patient F. packt die Koffer
Vor nunmehr drei Jahrzehnten hatte Journalist F. schon einmal engen Kontakt zum Gesundheitswesen. Damals, in jenen fernen Zeiten der unschuldigen Jugend allerdings auf der anderen Seite, nämlich aus Aushilfspflegekraft. Dass sich seitdem manches geändert hat, vieles aber gleich geblieben ist, stellte der fleißige Investigator schon kurz nach der Ankunft im Klinikgebäude fest. Zum Glück wurde die Erwartung eines Fünfbettzimmers mit Toilette am anderen Ende des Flures in ungefähr 50 Meter Entfernung enttäuscht. Vielmehr bot man Patient F. ein neu renoviertes Zweibettzimmer mit angeschlossenem eigenem Bad an. Doch leider wird der Mensch im Laufe der Jahre verschrobener und anspruchsvoller. Und so ist es ein Schock, sich das Schlafzimmer mit einem fremden Menschen teilen zu müssen.
Selbiger war ein 83-jähriger munterer Zeitgenosse, der den Aufenthalt im Krankenhaus sichtlich genoss. Endlich keine nörgelnde Ehefrau / wahlweise Schwiegertochter, die ihn an die frische Luft schickt, ihn zu übertriebener Körperhygiene nötigt oder wenig Verständnis für die televisionären Vorlieben des in Ehren ergrauten Herren aufbringt. Doch zunächst machte sich Patient F. große Sorgen um den Gesundheitszustand seines Mitbewohners. Denn er gab ständig ein schauerliches Röcheln von sich, lag stocksteif in seinem Bett, den Mund geöffnet, die Augen geschlossen, so dass man jeden Moment mit dem finalen Ableben rechnen musste. Zum Glück wurde Patient F. schnell eines Besseren belehrt. Während der Abendstunden, als der Bettnachbar, der wie selbstverständlich den Fernsehapparat okkupiert hatte, sich eine der unglaublichen Fastnachtssitzungen aus der Landeshauptstadt M. anschaute, klang plötzlich, mitten im schönsten Röcheln, ein gar schauerliches Lachen, das Patient F. einen gehörigen Schrecken einjagte. Sollte Satan selbst Besitz von dem armen Menschen genommen haben? Es kann gar nicht anders sein, den als Steigerung erlebte man am nächsten Tag noch erstaunlichere Laute.
Während einer vierstündigen Sendung mit dem Volksmusikidol Florian S. ertönten ganze Sätze aus dem Mund des sonst so schweigsamen Herren. „Klasse, weiter so!“ oder „Mensch, das ist toll!“. Seltsam und irritierend. Zum Glück war Patient F. aufgrund seines desolaten Gesundheitszustandes müde genug, trotz dieser akustischen Belästigungen in tiefen Schlaf zu fallen. Nach drei Tagen war der Zauber endlich vorbei und der fernsehsüchtige Bettnachbar musste schweren Herzens in die Arme von Ehefrau / wahlweise keifender Schwiegertochter zurückkehren.
Doch der Frieden dauerte nur ungefähr fünf Minuten. Danach fuhren zwei diabolisch grinsende Krankenschwestern den Patienten E. inklusive Bett ins Zimmer. Mit einem Blick erkannte Journalist F., auf lange Erfahrung in der Pflege uralter Patienten zurückblickend, dass sich hier eine Katastrophe anbahnte. Denn der neue Herr war nicht mehr ganz Herr seiner Sinne. Und das ließ Schlimmes befürchten. Schließlich ist der Schlafrhythmus betagter Mitbürger insgesamt deutlich absonderlicher als der junger Menschen. Tagsüber mehrfach ein tiefes Schläfchen, abends um acht ins Bett und um drei Uhr wieder munter. Wenn der Gesundheitszustand jedoch zu geistiger Verwirrtheit führt, dann ist an Nachtschlaf gar nicht mehr zu denken. So auch Patient E., der seiner Enkelin beim Discobesuch sicherlich ein Vorbild hätte sein können. Tatsächlich war Patient E. ab neun Uhr abends putzmunter und wollte aufstehen, um zur Arbeit zu gehen. Jeder Laie konnte erkennen, dass die aktiven Zeiten des Herren lange Zeit zurück lagen und sein Einsatz in der Werkstatt eher unerwünscht war. Doch das hielt Patient E. nicht davon ab, bis in die frühen Morgenstunden stöhnend Aufstehversuche zu unternehmen, die zum Glück durch einen breiten Sicherheitsgurt verhindert werden konnten.
Das wäre nicht das Schlimmste gewesen. Schon am ersten Morgen machte Patient F. eine denkwürdige Beobachtung. Der ebenso gut aussehende wie tüchtige Lernpfleger stellte nämlich ein Glas mit Abführtropfen auf den Nachttisch des Bettnachbarn. Nun kann man es dem jungen Mann nicht verdenken, dass ihm grundlegendes Wissen über alte Menschen männlichen Geschlechts fehlt. Diese werden dem Arzt immer sagen, dass sie unter Verstopfung leiden, selbst wenn sie sich drei Mal am Tag erfolgreich fester Verdauungsrückstände entledigen. Das mag bei fitten, geistig klaren Menschen deren eigenes Problem sein, bei bettlägerigen, verwirrten Patienten jedoch wird dadurch eine fatale Kettenreaktion ausgelöst, deren olfaktorisch leidtragender natürlich Journalist F. war. Leider war die Verdauung nämlich die einzige Körperfunktion, die bei dem armen Patient E. noch überdurchschnittlich gut funktionierte. Bei Tag und Nacht. Und, wie schon erwähnt, ständig. So sehr sich die Pflegekräfte auch um Abhilfe und Reinigung bemühten.
Doch eigentlich wollte Journalist F. ja mehr über den Grund seines Krankenhausaufenthaltes berichten. Das soll im nächsten Kapitel geschehen.
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Journalist F. investigiert im Gesundheitswesen
Lange hat Journalist F. nicht mehr gebloggt. Das hatte seinen Grund. Denn der fleißige Investigator ist in ein undurchdringliches Dickicht aus Skandalen und Geheimnissen eingetaucht, in das deutsche Gesundheitswesen. Diese Aufgabe ist so wichtig, dass Journalist F. sogar von der Ärzteschaft als Kulturorganisator frei gestellt wurde. Und so muss das Kulturamt im Städtchen S. seit zwei Monaten ohne den engagierten Krisenmanager auskommen. Doch dazu später mehr.
So muss Journalist F., jetzt unter dem Tarnnamen Patient F., drei Mal die Woche in den Klinikalltag eintauchen und dort erstaunliche Dinge investigieren. Die Idee zu diesem umfangreichen Projekt, das den fleißigen Journalisten wohl noch die nächsten Jahre beschäftigen wird, entstand eigentlich eher zufällig bei einer Routineuntersuchung beim Hausarzt Dr. B. Der stellte nämlich bei einer Untersuchung einer größeren Blutprobe fest, dass bestimmte Normwerte radikal und unerlaubt überschritten waren. Besonders die Zahl, die auf die Gesundheit der Nieren hinweist, hatte bereits erschreckende Höhen erreicht. „Das wäre doch eine gute Gelegenheit, die neue Gesundheitsreform auf Herz und Nieren zu überprüfen!“ schlug Dr. B. vor. Nicht ahnend, in welch teuflisches System Journalist F. hineingeraten würde, sagte der jetzt mit dem Namen Patient F. versehene Investigator zu.
In den ersten Wochen gestaltete sich die Aktion als Forschungsprojekt erster Klasse. Denn seit Januar gelten ganz andere Abrechnungsmodalitäten für Ärzte. Ein chronisch kranker Patient bringt deutlich mehr einnahmen als ein vergleichsweise minimalmalader. Mit gestempelten Papieren ausgestattet, die Patient F. als Chroniker auswiesen, ging die Odyssee durch die Praxen entlang der Barockstraße los. Zum Glück hatte Kulturorganisator F. viele Überstunden angesammelt, die wohl mit ein Grund für den besorgniserregenden Gesundheitszustand waren. Daher war es nur logisch, dass genau diese Überstunden, die krank gemacht haben, auch zur Wiederherstellung der Gesundheit benutzt werden sollten.
Viele Stunden in stickigen, überfüllten Wartezimmern verbrachte Patient F. in dieser Zeit. Immer gewappnet mit den Dokumenten, die dem betreffenden Arzt ein hohes Honorar versprachen. Kurz und gut, bereits nach kurzer Dauer wurde aus Patient F. der kritische Patient F., der mit den Diagnosen und Therapievorschlägen der Gesundheitsarbeiter ganz und gar nicht einverstanden war. Daher sprach er eines Tages zu Doktor B.: „Überweiset mich zu den Königen der Medizin, in die Uniklinik nach H.!“ Zunächst geschockt über ein solches unglaublich scheinendes Ansinnen, sah der gut aussehende Doktor dann doch ein, dass in diesem Monsterkrankenhaus die besten Aussichten auf investigative Erkenntnisse bestehen.
Bereits zwei Tage später bekam Patient F. einen Termin in den heiligen Hallen der Heilkunst. Dort traf er auf die überaus kompetente und sympathische Ärztin Dr. M. Die sagte zwar im Grunde nichts anderes als ihre gestressten Kollegen in den Arztpraxen, aber irgendwie waren ihre Aussagen fundierter und glaubwürdiger. Schnell hatte die fleißige Medizinerin erkannt, dass Patient F. ein absoluter Technikfreak ist und schlug vor, zukünftig die Gesundheit ihres Patienten einer komplexen, hochmodernen Maschine zu überantworten. Um sich mit diesem Gerät vertraut zu machen, sollte Patient F. erstmals in seinem fast 50-jährigen Leben einen stationären Aufenthalt in der Uniklinik absolvieren. Davon soll das nächste Kapitel berichten.
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Journalist F. berichtet über mutige Männer
Manchmal passieren Dinge, die gibt es sonst nur im Fernsehen. Beispielsweise jüngst im Nachbarstädtchen Z. Dort stand ein junger Mann mit seinem Wagen an einer Ampel, als plötzlich ein schwarz maskierter Unhold die Beifahrertür aufriss und eine Pistole zückte. Kaum hatte sich der ahnungslose Autofahrer von diesem Schreck erholt, stieg durch die Hintertür ein weiterer Maskierter ein. „Fahr uns in die Landeshauptstadt S.!“ lautete der Befehl in reinem, akzentfreien Hochdeutsch. Das tat der tapfere Bürger des Nachbarstädtchens Z. auch. Kaum da angekommen, stiegen die beiden Gangster aus und entfernten sich. Kein Wunder, unser Entführungsopfer war so verwirrt, dass er erst einmal nach Hause fuhr und seiner besorgt wartenden Lebensabschnittsgefährtin von dem Verbrechen berichtete. Die erst konnte ihn überreden, ordnungsgemäß die Polizei zu informieren. Wo genau in der Landeshauptstadt S. er die Bösewichte rausgelassen hatte, wusste unser junger Mann nicht. Er kannte sich dort nämlich überhaupt nicht aus, wie er den Beamten berichtete.
 Sahen so die Entführer vom Nachbarstädtchen Z. aus? Die Vermutung liegt zumindest nahe.
Das zu lesen, hat den fleißigen Journalisten F. natürlich sehr belastet. Sah er sich doch schon nächtens im Nachbarstädtchen Z., gerade von einem schaurigen Kulturevent kommend und dann auch noch von bösen Männern überfallen und entführt. Sollte die Angst in Zukunft ständiger Begleiter von Journalist F. sein? Doch es sollte ganz anders kommen. Denn der Entführte hatte die Geschichte nur erfunden. Aus Angst vor dem Zorn der Freundin über seine zu späte Heimkehr, wie sich letztendlich herausstellte. Die Freundin muss ein Monster sein, wenn man zu solchen Ausreden greifen muss!
 Ging es so beim Polizeiverhör im Entführungsfall „Schwarze Maske“ zu?.
Da fällt Journalist F. doch gerade die Geschichte ein, als Petrus den Empfangsbereich des Himmels inspiziert. Dort befinden sich zwei Schalter. Rechts einer mit der Aufschrift: „Für geknechtete Ehemänner“ und links einer mit dem Titel „Für starke, selbstbewusste Männer, die sich durchzusetzen wissen“. Am rechten Schalter gähnende Leere, links hingegen eine lange Warteschlange. Petrus geht auf einen der Wartenden zu und fragt: „Nun, mein Sohn, warum stehst du an diesem Schalter an?“ „Weil meine Frau gesagt hat, ich solle das machen!“ lautet spontan die Antwort.
 Ein Bild des Entführten und seiner Freundin aus glücklicheren Tagen. Ob die Einigkeit jetzt noch anhält?.
Fazit: drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht doch was Besseres findet – rät Journalist F. den geneigten Leserinnen und Lesern des Journalistenblogs.
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Journalist F. liebt Skulpturen
Im Laufe seiner eifrigen Tätigkeit für eine der beiden führenden Tageszeitungen im Nachbarstädtchen Z. hat Journalist F. schon unzählige Kunstausstellungen besucht und kritisch unter die Lupe genommen. Dabei kann er aus der Art der Kunst viel über den Charakter der Künstlerin oder des Künstlers sagen.
Maler beispielsweise sind eher feinmotorig begabte Menschen. Bildhauer gehören zu den Muskelprotzen der Kunst. Und Fotografen zu denen, die sich nicht allzu gerne anstrengen. Doch was für eine Persönlichkeit ist der Künstler, dessen Pressemitteilung jüngst in der Redaktion einer der beiden führenden Tageszeitungen im Nachbarstädtchen Z. eingegangen ist? Als Bildhauer auf jeden Fall ein Muskelmann. Doch lässt sich aus dem Folgenden noch mehr interpretieren?
Machtvolle Symbolik und Provokation: Ein Phallus aus Holz für Haus und Garten
Da werden Nachbarn neidisch und eifersüchtig: Die Holzkiste enthält nicht nur den sehnsüchtig erwarteten 1,60 m hohen Phallus aus Holz, individuell vom Bildhauer P. mit der Kettensäge liebevoll aus der Eiche geschnitten, sondern auch eine Flasche Hochprozentigen.
 Künstler P. ist stolz auf sein Werk: Ein Phallus aus Holz, ein machtvolles Symbol in fast allen Kulturen und eine kleine Provokation für biedere Bürger. Foto: Fotograf S.
Damit können die Freunde und Bekannten der neuen Gartenskulptur die Ankunft der gigantischen Statue gebührend feiern, bevor oder nachdem sie sie mit vereinten Kräften auf ihren Standort stellen. Denn allein schafft das bei 80 Kilogramm Lebendgewicht wohl kaum jemand. Die wuchtige Holzstatue ist auch eine besonders individuelle Geschenkidee für Menschen, die Freude am Ungewöhnlichen, Provokanten haben und z. B. das Fest der Liebe nicht nur mit Kerzen und Tannenzweigen verbringen möchten. Die Statue, die sowohl im Garten als auch vor dem Haus Platz findet, gibt es in den Farben weiß, schwarz und rot lasiert, direkt beim Künstler P.
Leider bleiben einige Fragen offen: Wer stand hier Modell? Kann man die Statue auch in Rosa bestellen? Gibt es auch Rollen dazu, damit man sie leichter zum Staubsaugen wegschieben kann? Ist das wirklich ein geeignete Weihnachtsgeschenk für Kinder? Journalist F. wird recherchieren.
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Journalist F. und der Shakespeare-Skandal
Es ist gar nicht so lange her, als skandalöse Sexpraktiken mit Gemüse und nackten Männern die Garnison der tapferen Soldaten im Städtchen Z. erschütterte. Kein Wunder, dass man reumütig die Sünden einsah und auf sinnvollere Freizeitgestaltung setzte.
Offensichtlich wurde die auch gefunden. Und zwar beim Laientheaterspiel mit klassischen Shakespeare-Stücken. Damit rechtzeitig zu Weihnachten die Lieben zu Hause und die Kameraden in der Kaserne erfreut werden können, haben sich die Kämpfer für Recht und Frieden im fernen Afghanistan in ihrer kargen Freizeit zusammengefunden und geprobt.
 Hamlet – Sein oder nicht Sein! – hier das Original auf der Bühne…
Leider wurde die berühmte Totenschädel-Szene "Sein oder nicht sein? Das ist hier die Frage!" von der Weltöffentlichkeit gehörig missverstanden. Und ein neuer Skandal daraus gebastelt.
 Hamlet – Sein oder nicht Sein! – hier die Version der tapferen Soldaten aus dem Städtchen Z.
Viel Lärm um nichts, kann man da nur sagen. Denn was sollen die armen Soldaten denn in ihrer Freizeit überhaupt noch unternehmen? Metzeln und Morden ist schon lange aus der Mode. Sex ist auch verpönt. Und selbst harmloses Laienspiel wird trotz anspruchsvoller literarischer Vorlage misstrauisch beäugt. Wer hilft der Truppe in der Krise?
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Journalist F. ist entsetzt über die Konkurrenz
Es ist unglaublich, zu welchen Schreckenstaten Journalisten fähig sind. Dieses Titelblatt fand sich doch tatsächlich vor kurzem auf einer der weniger führenden Tageszeitungen im Ländchen S.:
 S.-Spezialeinheit stellt 1700 kg Ekelfleisch sicher – titelte das Boulevardblatt über einer Gruppe halbnackter weiblicher Wesen
Journalist F. protestiert daher auf das Heftigste. Solche Schlagzeilen sind frauenfeindlich und sexistisch. Selbst der homophilste Mann muss sich davon distanzieren. Pfui, pfui, pfui!
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Journalist F. entlarvt Kunstschwindler Q.
Große Aufregung auf dem einsamen Gehöft, hoch über dem Nachbarstädtchen Z., nahe der Kreisstadt H. Dort gehen die Journalisten aus aller Welt derzeit ein und aus. Nur schwer ist ein Termin zu erhaschen, denn alle wollen Traktorkatastrophenmaler Q. zu seiner exorbitant innovativen Kunstrichtung befragen. Journalist F. hingegen ist bekanntlich nicht mit oberflächlichen Worten und herzenstiefen Beteuerungen abzuspeisen, sondern investigiert gnadenlos die Wahrheit. Und so ist er einem der größten Kunstskandale des Jahrhunderts auf die Spur gekommen.
 Traktorkatastrophenmaler Q., derzeit hoch gehandelter Erfinder einer neuen Kunstrichtung.
Denn Traktorkatastrophenmaler Q. ist, im Gegensatz zu seiner Behauptung, nicht der erste, der sich diesem ebenso interessanten wie eigenwilligen Genre hingibt. Es gab einen, zugegebenermaßen fast vergessenen Vorgänger, der die Traktorkatastrophenmalerei einer ersten, ungeahnten Blüte zuzuführen wusste. Dabei handelte es sich um den im Jahre 1905 geborenen Kunstmaler L. Seine Heimat war die romantische Gegend um das Kleinstädtchen G., nahe der Grenze zum schönen Holland.
 Schon in früher Kindheit waren Traktoren eine Leidenschaft von Kunstmaler L. Hier im Kreise von Freunden. Links oben seine spätere Gattin, die Gobelinstickerin L.
Mit den Traktoren und den damit verbundenen Katastrophen wurde der kleine L. schon seit den ersten Tagen seines Lebens konfrontiert. Denn Großonkel W. verlor bei einer tragischen Kollision zweier Landfahrzeuge zwar nicht das Leben, aber den Rest des in der Familie seit Generationen eh schon gering ausgeprägten Verstands. Das soll, so geht die Sage, den Ausschlag für die spätere Erfindung der Traktorkatastrophenmalerei gegeben haben.
 Traktorkatastrophenmaler L. (links vorne) als Kind im Kreise seiner liebevollen Familie um Schustermeister L.
Ein weiterer wichtiger Einfluss war der einschneidende Ausflug ins Nachbarstädtchen Z. im Jahre 1912. Dort sollte zwar später eine der wichtigsten Traktorenschmieden des Landes entstehen, doch just zum Zeitpunkt des Besuchs des kleinen L. lag ein gesetztliches Traktorenverbot über der Stadt. Ein Trauma, das es erst einmal zu verarbeiten galt. Und der heißblütige L. tat das auf seine Art.
 Keine Traktoren im Nachbarstädtchen Z. Eine wahre Katastrophe, die Folgen haben sollte.
Denn in seiner Jugend war der junge L. ein lockerer Vogel, stets auf der Suche nach wahllosen sexuellen Abenteuern. Erst später sollte sein Biograph Journalist F. feststellen, dass dieses Verhalten rein sublimativen Charakter hatte und den Mangel an Traktorkatastrophen ausgleichen sollte.
 Traktorkatastrophenmaler L. beim Ausflug des Swingerklubs von G. Zum Zeitpunkt der Aufnahme (Mai 1921) waren alle noch voll bekleidet. Doch das sollte sich schnell ändern.
 Traktorkatastrophenmaler L. im Alter von 25 Jahren in der Blüte seiner Jahre. So kraftvoll konnte er später nie mehr den Pinsel schwingen!
Bevor sich Kunstmaler L. endgültig den Traktorkatastrophen zuwandte, beschäftigte er sich jedoch intensiv mit Männerakten. Dabei sammelte er viel praktische und hautnahe Erfahrung mit seinen Modellen, die sich Jahre später als Opfer der Traktorkatastrophen auf den Gemälden von L. wieder finden sollten. "Sublimation vom Feinsten" analysierte der Biograph treffend.
 Traktorkatastrophenmaler L. malte als Frühwerk nackte Männer. Dass er sich dabei auch dem Genre des Bodypainting hingab, ist nicht endgültig belegt.
Mit der Zeit wurde Tunichtgut L. reifer und sein Interesse wechselte von nackten Körpern zum eleganten Blech der Traktoren. Zunächst noch dem unbeschädigten, was jedoch wichtige Erfahrungen für das spätere Werk bescherte.
 Modelle für seine Traktoren fand Traktorkatastrophenmaler L. viele in seiner ländlichen Heimat. Hier bei der großen Traktorenausstellung von 1919, bei der es leider zu keiner nennenswerten Katastrophe kam.
Das erste Traktorkatastrophenbild entstand kurz nach der unten stehenden Fotografie. Wie man unschwer erkennen kann, fehlt auf dieser Aufnahme eine wichtige Person. Es handelte sich dabei um Bauer E., der wegen eines spektakulären Traktorunfalls nicht rechtzeitig ins Fotostudio kommen konnte.
 Traktorkatastrophenmaler L., zeitweise als Aushilfsfotograf in einem "Studio für erotische Lichtbildaufnahmen" tätig, war irritiert über den fehlenden Landwirt und begab sich auf die Suche. Dabei entdeckte er sein erstes Motiv.
 "Bauer E. überrollt einen unschuldigen Igel" – Tempera auf Leinwand, 1934 von Traktorkatastrophenmaler L. gemalt. Das erste von vielen Traktorkatastrophenbildern, die noch folgen sollten.
In den Folgejahren arbeitete Traktorkatastrophenmaler L. wie besessen an seinen leidenschaftlichen Werken. Es entstanden Arbeiten von bedeutender Ausstrahlung, die noch heute so faszinieren wie zum Zeitpunkt ihrer Entstehung. Dramatik und Tragik enthalten die Malereien ebenso wie einen perfekten inneren Aufbau und eine differenzierte, emotional hoch erfüllte Farbgebung.
 "Traktor, auf dem Kopf stehend und trotzdem noch fahrend", Öl auf Canvas, 1974, eines der berühmtesten Bilder von Traktorkatastrophenmaler L. .
 Traktorkatastrophenmaler L. beim Malen des berühmten Werkes von 1974.
 Traktorkatastrophenmaler L. im Alter von 42 Jahren. Es plagten ihn schon erste Potenzprobleme, die jedoch durch die Malerei phallischer Traktorauspuffrohre bestens sublimiert werden konnte.
Farbe und Traktoren, die Leinwand war ständiger Begleiter auf den Reisen des Malers L. Überall, wo sich eine Traktorkatastrophe anbahnte, war der fleißige Künstler vor Ort. So entstand auch sein letztes Werk.
 "Voll rumms gemacht vor dem Tunnel auf der Südseite des Bergmassivs" – Acryl auf Holz, 1986.
 Traktorkatastrophenmaler L. im Alter von 83 Jahren. Kurz darauf entschlief er friedlich auf dem Fahrersitz eines Traktors. Dabei wurde er sozusagen posthum in eine der spektakulärsten Traktorkatastrophen des vergangenen Jahrhunderts verwickelt.
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Journalist F. erlebt große und kleine Katastrophen per TV
Das Leben ist schlecht und die Welt ein einziges Jammertal. Zu solch einem Urteil kommen selbst gnadenlose Optimisten, wenn sie sich ZDF (öffentlich rechtliches Fernsehen!) die alltägliche Horrornachrichtensendung „Hallo Deutschland“ anschauen. Ein typischer Ablauf erlebt man dann wie folgt:
(Eine lächelnde, charmante Moderatorin strahlt in die Kamera): Sommer, Sonne, Ferien. Was für die einen Erholung vom Alltagsstress ist, bedeutet für andere den grausamen Tod. So auch im sächsischen Bad Emmelsbürgchen, wo gestern der 98-jährige Rentner T. mumifiziert auf seiner Hollywoodschaukel aufgefunden wurde. (Film ab, eine öde Siedlung, irgendwo in den neuen Bundesländern, Schwenk in den Garten, der von hohem Stacheldraht umsäumt zu sein scheint. Stimme eines Moderators) Einsatzkräfte von Bundespolizei, Kripo Leipzig und der örtlichen freiwilligen Feuerwehr untersuchen derzeit noch den Tatort. Was war geschehen? (O-Ton Feuerwehrmann) Ja, der Joseph war schon ein Sonderling. Ich habe ihn das letzte Mal vor der Wende gesehen. Das war, ich muss überlegen, 1987. (O-Ton Nachbarin in Kittelschürze und frischen Dauerwellen) Er lebte halt sehr zurückgezogen. Verwandte besuchten ihn nicht mehr, seit er beim letzten Familienfest Mitte der 70er-Jahre seine Stalinorgel in Gang gesetzt hatte, die man ihm für den heldenhaften Kampf im Sozialismus geschenkt hatte. (Bilder eines heruntergekommenen Dörfchens, mit schwankender Kamera aufgenommen, Stimme des Moderators) War es ein natürlicher Tod? Oder die Spätfolgen verfehlter Politik im sozialistischen Regime? Ehemalige Parteigenossen weigern sich, Auskünfte zu erteilen. Wir bleiben weiter am Ball und informieren über den Gang der Ermittlungen!
Die sympathische Moderatorin ist stets guter Laune, auch bei der Vermeldung von Mord, Siechtum und Elend.
(zurück im Studio, Moderatorin) Prominent zu sein, heißt ein luxuriöses Lotterleben zu führen. Das mag in den meisten Fällen stimmen, doch gibt es auch lebensbedrohliche Gefahren des Ruhms. Das musste jetzt die Stripteasetänzerin Vanessa aus dem brandenburgischen Bad Wollesaue erfahren. (Film ab, ein heruntergekommenes Städtchen, irgendwo in den neuen Bundesländern. Stimme des Moderators) Hier in diesem berühmten Etablissement, bereits in den 50er-Jahren für die sowjetischen Besatzungssoldaten im stalinistischen Stil erbaut, arbeitet Vanessa T. als Stripteasetänzerin. Ihre Kunst ist heiß begegehrt und so mancher junge Einwohner der Region hat seine letzten Euronoten am Wochenende hier gelassen. In ihrer Heimat ist Vanessa ein Star. (O-Ton junger Mann im Blaumann) Ja, die Vanessa, die hatte schon ganz schön große (Piep). Oder sollte ich besser (Piep) sagen? Na, ihre (Piep) waren jedenfalls enorm. Da blieb einem der Atem weg. (Kamera schwenkt in eine schummrige Garderobe im Inneren des Hauses. Moderator) Und hier geschah das Unfassbare. Ein eleganter, mit Goldfäden durchwirkter Schlüpfer von Vanessa wurde während der Vorstellung entwendet. Die Folge: die Tänzerin erkältete sich und musste mit dem Verdacht auf eine akute Nierenbeckenentzündung in die nächste Universitätsklinik gebracht werden. (O-Ton Arzt im Kittel) Der Patientin geht es den Umständen entsprechend gut. Sie hat mehrere Infusionen erhalten, damit der Zustand nicht in eine lebensbedrohliche Phase übergeht. Trotzdem machen wir uns Sorgen, aber es scheint aufwärts zu gehen. (zurück im heruntergekommenen Städtchen. Schwenk auf einen Sexshop. Moderator) Hier kaufte Vanessa ihre Berufskleidung ein. Sie war Stammkundin. Und auch im Laden macht man sich Sorgen. (O-Ton Verkäuferin in Kittelschürze mit frischen Dauerwellen) Ja, die Vanessa, das ist der große Star von der Stripshow geschenüber. Die musste immer Sondergrößen haben, wegen ihrer großen Oberweite. Isch mache mir schon Sorschen, aber bislang hat die alte Kanaille alles gut überstanden, vom Tripper bis zur Syphilis. Da hats hier unsere Hausmittelchen.
Ein Team von Polizisten ist bei den Dreharbeiten immer dabei und sorgt für die nötige Spannung. Hier beim Fall des Vogelkäfigmörders im thüringischen Bad Wallerswalde.
(zurück im Studio. Moderatorin) Wir jedenfalls wünschen Vanessa gute Besserung und schließen uns damit ihren Fans an. Gute Besserung kommt für acht Teilnehmer einer Sonntagswanderung in Sachsen-Anhalt nicht mehr in Frage. Man fand ihre zerfetzten Leichen jetzt auf einem Feld, direkt neben einem ehemaligen Atomkraftwerk. (Film ab, eine Wiese, die Kamera nähert sich einem Betonklotz. Moderator) Hier ist es geschehen und die Blutspuren sind noch nicht beseitigt. Acht tapfere Wanderer im Alter zwischen 87 und 94 Jahren hat es kalt erwischt, als sie eine Pause neben der ehemaligen Atomkraftanlage Witzhalberstetten IV einlegen wollten. Zur Zeit läuft die Spurensicherung von Bundespolizei und Kripo Maienburgstetten auf Hochtouren. (O-Ton Kripomann) Wir wissen noch nichts Genaues über den Tathergang, aber versuchen gerade, die zerfetzten Leichen, die sich in einem wirklich grauenvollen Zustand befinden, einzusammeln und leichentechnisch zu untersuchen. (O-Ton Rentner) Wir haben es immer schon gewusst. Selbst als harmloser Spaziergänger ist man in Deutschland nicht mehr sicher. Unter Hon… (Kamera schwenkt in ein heruntergekommenes Dorf irgendwo in den neuen Bundesländern und nähert sich einem ebenso traurig aussehenden Landgasthof. Moderator) Hier hat der tragische Ausflug seinen Anfang genommen. Doch niemand war bereit, Auskünfte zu erteilen. Doch wir bleiben am Ball und informieren die Zuschauer weiter über die grauenhaften Details dieses Verbrechens.
(zurück im Studio. Moderatorin) Das war’s für heute. Kurz zum Wetter: Sturmfluten, Gewitter, Hagel, Blitz und Donner. Der Sommer zeigt sich von seiner besten Seite. Schalten Sie auch morgen wieder ein, wenn wir die Folgen der Naturkatastrophen live zu Ihnen ins Wohnzimmer bringen. Und jetzt zu Nina Ruge, die Neues aus der Promiszene berichten wird. Nur so viel schon jetzt: es geht um Scheidungen, Todesfälle, Kindesentführung und den tiefen Sturz vom Sockel der Berühmtheit. Natürlich auch um Drogensucht und üble Nachrede. Wir dürfen gespannt sein.
Wer glaubt, Journalist F. übertreibe maßlos, hier die Originalliste der Beiträge der letzten Sendungen von Hallo Deutschland:
Es wird ernst für Andreas Türck
Vergewaltigungsprozess beginnt nächste Woche
Til Schweiger von Stalkerin belästigt
Schauspieler erstattet Anzeige
Achtjährige in Chemnitz missbraucht
Täter noch nicht gefasst
Bankräuber schießen Autobesitzer nieder
Polizei fahndet nach zwei flüchtigen Tätern
Flugschreiber des Air-France-Airbus gefunden
Vorwürfe gegen Piloten der verunglückten Maschine
Prinz William zum Anfassen
Neueste Errungenschaft bei Madame Tussauds
Karies bei Hunden
Markus Eickhoff betreibt eine Zahnarztpraxis für Tiere
Mein fernes Kind
Wiedersehen zwischen Mutter und Tochter nach 33 Jahren
Tod bei Schönheits-OP
Patient angeblich nicht über Risiken aufgeklärt
Haut zum Sprühen bei Verbrennungen
Neues Verfahren erstmalig in Kassel angewendet
Die Erfahrung des nahen Todes
Alois Serwaty erlebte sich außerhalb seines Körpers
Langsames Vergiften durch Galaktosämie
Gendefekt führt zu extremer Form der Laktose-Unverträglichkeit
Der Baby-Blues nach der Geburt
Zehn bis 20 Prozent aller Mütter leiden an postpartaler Depression
Kinderhospiz Sternenbrücke
Zuflucht für schwerstkranke Kinder und deren Familien
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Journalist F. besucht sexsüchtige Hühner
Die Sexsucht greift um sich. Nicht nur bei Menschen, auch bei dem lieben Federvieh haben überaus lockere Sitten Einzug gehalten. Dieser Skandal offenbarte sich bei einem Besuch auf dem einsamen Gehöft hoch über dem Nachbarstädtchen Z. nahe der Kreisstadt H.
Künstler Irgendlink als stolzer Landwirt mit der Ernte des Frühsommers, die Journalist F. als Mahlzeit kredenzt wurde.
Künstler gehören bekanntlich zu den Brotlosen unserer Gesellschaft. Bei Künstler Irgendlink muss man das differenzierter sehen. Denn er gehört nicht nur dem Künstlerstand an, sondern ist auch nebenberuflicher Landwirt mit einer beachtlichen Hühnerzucht. Diese possierlichen Tierchen leben nicht etwa in effektiv genutzten Legebatterien, sondern dürfen sich ganz nach Lust und Laune in einem großzügigen Freigehege bewegen. Des Nachts verschwinden sie dann im traditionellen Hühnerstall und verschlafen die geheimnisvollen Dinge, die auf dem einsamen Gehöft vor sich gehen. Zum Beispiel den splitterfasernackten Irgendlink, der in einer Ecke des Hühnerfreilaufs eine Hängematte aufgehängt hat, die ihm, in eben diesem beschriebenen Zustand, bei großer Sommerhitze als Nachtlager dient.
Sexsucht auf dem Hühnerhof – skandalöse Zustände bei Künstler Irgendlink
Zu den vielen Hühnern gehört auch ein Hahn. Der legt leider keine Eier und ist daher nutzlos. Wie alle Männer, würden jetzt sicherlich viele frauenbewegte Damen anstimmen. Doch die Hühner ohne Hahn sind völlig hilflos. Denn sie folgen dem stolzen Tier, wo immer es auch hinstolziert. Wer aber glaubt, der Herdentrieb sei schuld an diesem Phänomen, irrt sich gewaltig. Es ist die pure Sexsucht, wie Journalist F. mit schreckensgeweiteten Augen feststellen musste. Jedes Huhn ist nämlich ständig darauf bedacht, vom Hahnemann in einem ebenso kurzen wie lustvollen Akt begattet zu werden. „Sensationell, hat der es gut!“ werden jetzt die heterosexuellen männlichen Leser des Journalistenblogs ausrufen und sich die ganze Sache nach Art der Fabel in menschliche Dimensionen umdenken. Was aber, so sei zu bedenken, wenn der arme Hahn eigentlich viel lieber homophilen Gelüsten nachginge? Er hätte gar keine Gelegenheit dazu, denn einen zweiten Hahn sucht man im Hühnerstall vergebens. Zudem ein weiterer Stressfaktor: ständig unangenehmen Annäherungen der Damenwelt ausgesetzt zu sein. Da wollte man doch sicherlich nicht tauschen. Aber einen Vorteil hat die Sache: im nächsten Leben wird ein solcher Hahn sicherlich als Hund im Galeristenhaus wiedergeboren. Und das entschädigt für jahrelange Pein mit hysterischen, aufdringlichen und eifersüchtigen Damen.
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Journalist F. wittert die Sexfalle
Das Internet ist ein rätselhaftes Gebilde. Freud und Leid liegen dicht beieinander, wie immer im Leben. So ist auch mannigfaltigem Betrug und dreister Abzocke Tür und Tor geöffnet. Wobei die Methoden scheinbar immer raffinierter werden. Wie ein aktuelles Beispiel im Journalistenblog eindrucksvoll beweist.
Wie schon zuvor berichtet, ist das Leben eines Telefonsexgirlies ziemlich abwechslungsreich. Neben sehnsuchtsvoller Lebenspartnerin, hemmungsloser Sexsüchtiger und weiser Astroberaterin arbeiten die Damen auch mit Emailabzocke. Da werden Mails an potentielle einsame Herren geschickt mit der Aufforderung, eine entsprechende Webseite zu besuchen. Dort kommt man in Mailkontakt, der schließlich in einem Anruf auf einer 0190-Nummer endet.
Jetzt hat diese Methode auch das Weblog erreicht. Zwei Gästebucheinträge erhielt Journalist F. und rätselte zunächst, wie die Damen gerade auf dieses Weblog kommen. Das Geheimnis ist schnell geklärt. Die Meldung über Sexsüchtige lässt jede Suchmaschine der professionellen virtuellen Liebesdienerinnen jubeln und sofort auf den entsprechenden Eintrag springen.
Zum Glück haben diesen Trick noch keine attraktiven Männer entdeckt. Wer weiß, vielleicht würde sogar Journalist F. darauf hereinfallen?
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