Die geheimen Tagebücher des Journalisten F.
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Nachtgedanken

Journalist F. sinniert über Hunde und andere Hausmenschen

Aus aktuellem Anlass macht sich Journalist F. Gedanken über die menschliche Natur im allgemeinen und der von Hundebesitzern speziell. Der aktuelle Anlass war die ebenso aktuelle Vernissage mit Kunstwerken von Künstler Irgendlink in der Galerie B. Aber darüber soll später berichtet werden. Wie auch immer, als auf dem Höhepunkt der Feierlichkeiten fünf Hunde durch den ehemaligen Garten der Galerie tobten, so machte das doch nachdenklich.

Beispielsweise darüber, warum Menschen unbedingt denken, ihre Hunde wären Artgenossen. Das sind sie jedoch nicht. Sondern eigentlich recht berechenbare Wesen, denen allzu gerne menschliche Eigenschaften angedichtet werden. "Schau nur, wie schön die spielen!" hört man daher allenthalben von stolzen Hundemamis und –papis, wenn ihre gezähmten Raubtiere scheinbar harmlos Räuber und Gendarm spielen. Sprich, sich in hektischer Betriebsamkeit gegenseitig verfolgen und dabei die Bepflanzung diverser, mit viel Liebe, Mühe und Geld angelegter Blumenrabatte in ein wüstes Durcheinander versetzen.

Hundeleben
Oh wie putzig. Vier Hunde empfangen laut bellend und ziemlich im Stress den bislang völlig unbekannten Artgenossen.

Dabei keimt bei Journalist F., der Hunde wirklich mag, auch wenn es sich jetzt vielleicht etwas anders anhört, allerdings ein ganz anderer Verdacht auf. Denn auf dem Rasen herrscht Krieg. Krieg zwischen Konkurrenten, die als Rudeltiere jeweils zu einem anderen Rudel gehören. Und zwischen den Gruppen gibt es eben nun mal Streit um Lebensraum und Nahrungsreserven. Allerdings wäre das nicht notwendig, denn die braven Hundileins werden schließlich mit dem besten Futter versorgt, das man sich vorstellen kann. Niemand der Wolfsnachfahren braucht heute mehr zu jagen und sein Fresserchen zu verteidigen. Auch Journalist F. hatte Schweineohren für alle dabei.

Hundeleben
Wie beiße ich dem blöden Kerl mit seinem affigen roten Halstuch nur unauffällig die Kehle durch? Ein Gedanke, der Hund O. wahrscheinlich in diesem Moment durch den Kopf ging, während der überprüfte, ob die vergrabenen Schweineohren noch an ihrem Platz liegen.

Das weiß Journalist F. und manche Leserin und mancher Leser des Journalistenblogs. Leider jedoch nicht die Hunde. Und daher gibt es Stress, wenn fremde Rudelmitglieder in vermeintlicher Eroberungsabsicht das Revier betreten. Hunde freuen sich also ganz und gar nicht über ihre fremden Artgenossen, sondern geraten im wahrsten Sinn des Wortes in tierischen Stress. Denn "Spielen" ist eigentlich ein Luxus für Jungtiere, die damit den Ernstfall üben. Das ist bei Hunden nicht anders als bei Menschen. Erwachsene Exemplare spielen daher nicht mehr, sondern machen Ernst.

Hundeleben
Ein Schweineohr wurde erbeutet und man versucht, es unauffällig in der Dunkelheit zu verspeisen. Doch die Konkurrenz schläft nicht und wird bald das wertvolle Knabbergebäck zurückerobern wollen.

Noch mehr Stress als die Hunde haben allerdings die Herrchen und Frauchen derselben. Denn die wissen instinktiv, dass es hier richtig zur Sache geht und die Stimmung jeden Moment in eine Katastrophe ausarten kann. Daher ignorieren sie auch völlig die Körpersprache ihre Kuschelmonster und ermahnen Hund O., der schwanzwedelnd ( d. h. übersetzt friedlich und gut gelaunt) den Neuankömmling mit dem überaus homophil wirkenden Halstuch begrüßt, endlich "brav" zu sein. Während man gleichzeitig die beiden anderen weiblichen Exemplare, die sich gerade gegenseitig die Kehle zerbeißen wollen, mit "Oh wie niedlich!" kommentiert. Da verstehe jemand noch den Menschen und seine Vorlieben. Journalist F. wird trotzdem auch zukünftig Schweineohren zu den Vernissagen der Galerie B. mitbringen. Wenngleich beim nächsten Mal sicherlich sieben bis acht Hunde Gebäude und Gelände in einen Trümmerhaufen verwandeln werden.
23.10.06 01:31


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Journalist F. vertreibt die Vogelgrippe mit n?rrischem Treiben

Vor dem K?chenfenster von Journalist F. steht seit vielen Jahren ein Vogelhaus. Im Winter, wenn es kalt und ungem?tlich wird, treffen sich dort gro?e und kleine gefiederte Wesen, um das von Journalist F. gesponserte K?rnerfutter gen?sslich zu verzehren. Ein putziger Anblick. Bis vor wenigen Tagen jedenfalls.

Katastrophenalarm
V?gel beim K?rnerpicken auf der Fensterbank von Journalist F.

Jetzt ist alles anders. Denn schlie?lich grassiert die Vogelgrippe. Man hat, so sagt man, auf einer Insel weit im Norden, mausetote Flugtiere gefunden. Und die sind nicht etwa an Futtermangel, sondern an einem b?sartigen Virus verendet. Endlich haben die Deutschen, nach langen, vergleichsweise katastrophenarmen Wochen, wieder ein Thema, das die Nation aufw?hlt. Horrorszenarien werden durch die Medien gejagt. Kein Vogel lebt mehr in wenigen Wochen. Es gibt keine Eier mehr, kein Putenbrustfilet. Die Menschen m?ssen verhungern. Nach Schweinepest und BSE nun auch noch das. Gem?se ist von Chemie verseucht, Wildfleisch immer noch von den Strahlen des russischen Atommeilers kontaminiert. Und jetzt auch noch die V?gel, letztes Nahrungsmittelreservoire des gesund lebenden Gutmenschen.

Katastrophenalarm
Die Artenvielfalt des Federviehs ist verbl?ffend

Eine Seuche, schlimmer als die Pest im Mittelalter wird das Volk der Teutonen heimsuchen. Zu Recht, jubilieren die Medien in den L?ndern, in denen man den karikierten Allah verehrt. "Wir haben's immer schon gewusst!" sagen die nichtrauchenden Teetrinker und bereiten sich meditativ darauf vor, von allen Unbilden verschont zu bleiben. Doch was sind schon entv?gelte Landstriche gegen die Gefahr, dass sogar die Fu?ballweltmeisterschaft ausfallen muss. Kein Huhn wird auf dem Platz stehen, keine Ente ein Tor schie?en. Oder wie w?re dieser gr??tm?gliche Supergau zu erkl?ren, den man ernsthaft unter das vor Entsetzen gel?hmte Volk publik zu machen versucht?

Katastrophenalarm
Es geht hei? her w?hrend der Faasenaachd.

Doch die G?tter haben manchmal ein Einsehen mit der leidenden Menschheit. Denn es h?tte noch viel schlimmer kommen k?nnen. Drei Wochen fr?her und die n?rrischen Tage h?tten ausfallen k?nnen. Keine WM? Schlimm genug. Kein Karneval? Katastrophal. Denn besonders die sonst ganzj?hrig in gr??tm?glich spie?igem Zustand sich befindenden Leute brauchen die Fastnacht als Ausgleich. Als Erlaubnis, endlich mal verr?ckte Dinge tun zu d?rfen. Drallen Funkenmariechen die Pappnase unter den Rock stecken zu d?rfen, beispielsweise. Oder auf einzig und allein f?r Frauen bestimmten Prunksitzungen einen Stripper auf die B?hne zu bitten, der sekundenlang ein Gem?cht pr?sentiert, von dem man als Ehefrau-Normalb?rgerin seit Jahren nur zu tr?umen wagt. Und damit das schlechte Gewissen nicht doch noch die Oberhand gewinnt, wird es gemeinhin mit fl?ssigen Rauschmitteln bet?ubt, in Dosen genossen, die weit ?ber dem medizinisch gerade noch ratsamen Level liegen.

Katastrophenalarm
Wenngleich so mancher vom bunten Faschingstreiben schnell erm?det

Wie auch immer, landauf, landab wird die Vogelgrippe auf Aschermittwoch verschoben und in jeder noch so kleinen Kammer kr?ftig geschunkelt. An Weiberfastnacht kramen die n?rrischen Herren ihre ?ltesten Krawatten aus, damit sie von als Putzfrauen verkleideten Putzfrauen abgeschnitten werden k?nnen. Man st?rmt als Narr von Welt die Rath?user und hofft, dass die St?dte und D?rfer mal ein paar Tage vern?nftig regiert werden. Sogar Wissenschaftler Frankendlink pr?sentiert sein neuestes Experiment: die festgewachsene Pappnase! Eine Sensation der Faschingsindustrie, ein Meilenstein in der permanenten Narretei. Helau!

Katastrophenalarm
Erstaunlich, das Selbstexperiment ist gegl?ckt! Wissenschaftler Frankendlink mit neuer Nase. Sieht richtig gut aus! Was denken die geneigten Leserinnen und Leser des Journalistenblogs?
22.2.06 23:11


Journalist F. sammelt Spr?che

Mit Schlagzeilen erobert man Leser,
mit Information beh?lt man sie.


sagte Alfred Harmsworth Northcliffe,
britischer Verleger.

Eine Devise, der sich Journalist F. gerne anschlie?en will. Beispielsweise im bald erscheinenden Bericht ?ber einen Kleinkunstabend, der eher einer Unterrichtsstunde in Physik glich als einer vergn?glichen Veranstaltung.

Alles wird gut. Bleiben Sie mir gewogen, verehrte Leserinnen und Leser des Journalistenblogs!
14.1.06 14:45


Journalist F. macht Hausputz

Wie edel stellt man sich normalerweise das Leben eines Journalisten vor. Stets im Dienst der Wahrheit, immer spannende Events auf dem Terminkalender, ja sogar lebensgef?hrliche Recherchen, wie die vorangegangenen Eintr?ge zeigen, geh?ren zur Verpflichtung, die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen. Trotzdem, auch Journalist F. muss sich ab und an, wenn auch ungern, den Niederungen des Alltags widmen. Beispielsweise dem Hausputz.

Bunte Ansicht
Mit Vorwerk-Luxus und Teppichnasssauger zur porentiefen Reinigung der Bodenbel?ge geht des dem Schmutz in der Journalistenwohnung an den Kragen.

Und so wird das Hara-Igelchen gez?ckt, die Teppichwaschmaschine angeworfen, der Staubsauger in Gang gesetzt, der Wischmopp gen?sst. Kurz, dem Dreck wird der gnadenlose Kampf angesagt. Da stellt sich nat?rlich die grundlegende Frage: woher kommt ?berhaupt der ganze Schmutz und Staub, der sich ?ber alles legt, auf allem festfrisst und kichernd in jeder Ecke lauert? Journalist F. hat hierzu eine interessante Theorie entwickelt:

1. Es gibt auf der Welt eine ganz bestimmte, nicht ver?nderbare Menge Schmutz, die sich normalerweise gleichm??ig auf alle Haushalte verteilen m?sste.

2. Es gibt zwei Sorten von Menschen:
Erstens diejenigen, bei denen es immer sauber und ordentlich ist. Egal, zu welcher Tages- oder Nachtzeit man deren Wohnung betritt, strahlender Glanz und das Ambiente eine M?belprospekts lachen dem tief beeindruckten Besucher entgegen.
Die zweite Gruppe ist ?rmer dran. Sie kann den ganzen Tag putzen und schrubben, es wird immer unordentlich sein und der Dreck wird sich niemals ganz aus der Wohnung entfernen.

3. Der Grund hierf?r ist eine elektromagnetische Ausstrahlung, die offensichtlich genetisch bedingt ist. Die erste Gruppe st??t den Dreck ab, der dann ?ngstlich die Flucht ergreift und bei der zweiten Gruppe Zuflucht sucht.

4. Fazit: wir Schmutzfinken haben eigentlich das ganze ?bel den Sauberfrauen- und m?nnern zu verdanken, die wir bisher immer bewundert haben.

Es gibt nur einen Trost. Ein netter, attraktiver, nicht mehr ganz so junger Mann assistiert gekonnt beim Hausputz! Und das seit den Tagen der Kindheit. Es muss eben feste Bezugspunkte im Leben geben.

Bunte Ansicht
Meister Propper macht so sauber, dass man sich drin spiegeln kann... Reklamefernsehen bereits im Kleinkindalter hat Journalist F. zum Opfer der Werbung gemacht.

22.7.05 13:49


Journalist F. besiegt die T?cken der Technik

Journalist F. erinnert sich noch ganz genau an seine erste Begegnung mit einem Personalcomputer. Es war Anfang der 80er-Jahre und Nachbar U. hatte gerade seine Ausbildung zum Datenverarbeitungskaufmann begonnen. Damals ein ungeheuer neuer und innovativer Beruf, von dem niemand wusste, welche Zukunftsaussichten damit verbunden sein w?rden. Nachbar U. hatte also ein derart unerh?rtes Ger?t in seiner Wohnung stehen, dessen Nutzen eigentlich noch keinem Normalsterblichen so recht verst?ndlich war. Man bedenke, der H?hepunkt an elektronischem Fortschritt bestand damals in einem Tastentelefon, das sage und schreibe zehn Nummern speichern konnte. Sensationell. Journalist F., damals noch Student F., besa? nat?rlich ein derartiges Hightech-Ger?t.

Einige Jahre sp?ter, man schrieb das Jahr 1988, wurden alle Bef?rchtungen wahr und Journalist F., damals Auszubildender F. in einer so genannten ?bungsfirma, wurde vor einen Computer gesetzt. Sensationellerweise beinhaltete die Ausbildung in einer Gruppe f?r schm?hlich gescheiterte Studenten einen Kurs in der Bedienung des PCs. Und siehe da, was keiner Gedacht hatte, der Sch?ngeist F., der sich jahrelang mit theologischen, germanistischen und p?dagogischen Abhandlungen befasst hatte, fand endlich die Erkl?rung, warum er zuvor Supermarktkassen im Schlaf zu bedienen wusste. Computer machten n?mlich Spa?. Wenngleich sie damals deutlich weniger bunt als heute und auf eine v?llig andere Art kompliziert waren.

Bunte Ansicht
Ein so genannter Router, jetzt im Journalistenbesitz und gerade toll funktionierend.

17 Jahre sp?ter und nach eben so langer Besch?ftigung mit den Computerinnovationen, stand Journalist F. nun vor einer neuen Herausforderung, der Installation eines so genannten Wireless Networks, das endlich das h?ssliche Kabel abl?sen sollte, das seit einigen Jahren quer durch die Journalistenwohnung seinen Weg fand. Die Verbindung zum Internet sollte n?mlich dank eines Dumpingangebots des Providers endlich drahtlos mithilfe von geheimnisvollen Funksignalen vonstatten gehen. Alles ganz einfach, dachte Journalist F. bis zu dem Moment, als er das Handbuch des Routers in H?nden hielt und zu Lesen begann. Ziemlich unverst?ndlich, selbst f?r jemanden, der sich nicht vor elektronischem Neuland f?rchtet. Die T?cken und Fallstricke waren mannigfaltig, doch nach einigen Stunden war es tats?chlich geschafft, blaue Lampen blinkten, kleine Dioden leuchteten hektisch und die drahtlose Verbindung zum Interne war geschafft. So muss sich Mister Bell gef?hlt haben, als der das erste Telefongespr?ch der Welt f?hrte.

Jetzt sitzt Journalist F. zufrieden vor seinem funkelnagelneuen 19-Zoll-Flachbildschirm, hat den Eindruck, eine Kinoleinwand sei vor ihm aufgebaut, schont damit seine Augen und versucht, mit allen Sinnen den Funkverkehr zwischen PC und Router zu erkennen. Doch der bleibt unsichtbar. Ebenso wie die Signale, die Tastatur und Maus an den Rechner senden. Oder das tragbare Telefon, oder das Handy. Ein Wunder nur, dass sich all diese ebenso flei?igen wie geheimnisvollen Signale nicht irgendwo in der Mitte der Wohnung treffen und ein Komplott gegen ihren technikbegeisterten Herrn schmieden.
1.7.05 00:47


Journalist F. f?hrt Zug

F?r alle Liebhaber langer Geschichten hier ein wahres Erlebnis zum Thema Eisenbahn. Journalist F. w?nscht viel Spa? bei der Lekt?re!


Es dampft gewaltig im Geb?lk

Was tun, wenn der Kindheitstraum ?Lokf?hrer? doch nicht Wirklichkeit wird? Der Computer bietet Alternativen und damit man nicht so alleine ist, gibt es Usergruppen. Die treffen sich sogar manchmal h?chstpers?nlich...

Eigentlich k?nnen das nur M?nner verstehen. Und vielleicht ein paar Frauen, aber die sind l?ngst Busfahrerinnen geworden. Die Rede ist von der Begeisterung f?r Eisenbahnen. Lokomotiven, Waggons, Geleise, Signale, all diese Tr?ume k?nnen leicht Wahrheit werden. Wenn auch nicht in gro?, dann doch als Modelleisenbahn. Und wer den Platz f?r ein solches Spielzeug scheut, dem hat die Firma Microsoft eine Alternative f?r den Heim-PC programmiert. Die Rede ist vom Microsoft Train Simulator. Dort kann man, ?hnlich wie beim hinl?nglich bekannten und beliebten Flugsimulator, in verbl?ffend echt aussehender Drei-D-Grafik Lokf?hrer spielen. Ob Dampf, Diesel oder Elektro, Rangierlok oder Hochgeschwindigkeitszug, die Auswahl ist einfach riesig. Und: man kann auch Basteln, alles was das Eisenbahnerherz begehrt, nur f?r den Bildschirm eben. Die Meisterwerke solcher Zugbauer kann man entweder f?r gute Euros im Gesch?ft kaufen, manchmal aber auch kostenlos aus dem Internet laden.

Allerdings macht das Teil auch so seine Probleme. Sonst w?re es nicht von Microsoft. Und Probleme l?st man bekanntlich gemeinsam. Logischerweise virtuell in so genannten Usergroups, wo sich die ?Atzes?, ?Michas?, ?tsddsfggs? und wie sie sich alle nennen m?gen, regelm??ig treffen, um Bits und Bytes zum Thema Zugsimulation auszutauschen. Leider ist der Mensch noch nicht ganz an das virtuelle Zeitalter angepasst und so kommt ab und an der Wunsch auf, dass sich die virtuellen Diskussionspartner auch mal in Fleisch und Blut gegen?berstehen. So geschehen an einem Septemberwochenende im th?ringischen ?rtchen Meiningen.

Hier eine zutiefst subjektive Chronologie der Ereignisse.

Mai 2003
Tolle Idee. Ein neues Usertreffen des MSTS-Forums (MSTS = Microsoft Train Simulator). Bereits im vergangenen Jahr hat so etwas stattgefunden und eine ganz Reihe prominenter Programmierer von Z?gen und Strecken war dabei. MadMike zum Beispiel wollte ich schon immer einmal pers?nlich kennen lernen. Das ganze ist Ende September in Meiningen geplant, rund 350 km von hier entfernt, also locker mit dem Auto zu erreichen (prust, gagger, kreisch...). Also in der DD.., nein: in den neuen Bundesl?ndern. Dort war ich noch nie, obwohl die seit 14 Jahren eingemeindet wurden und somit gar nicht mehr so neu sind. Es gibt echte Loks zu sehen. Zudem: 86,50 Euro f?r zwei ?bernachtungen inklusive Fr?hst?ck und gro?em Abendb?ffet h?ren sich auch noch erschwinglich an. Also kurzerhand die Anmeldung ausgef?llt, bevor der Verstand wieder einsetzt...

Vier Monate sp?ter...
Erste Zweifel setzen ein. Je n?her der Termin der Reise r?ckt, desto mehr glaube ich fest daran, die Anmeldung war eine Schnapsidee. Wie auch immer, es ist zu sp?t zum Stornieren. Also: Koffer gepackt und los geht?s an einem lauen Freitagnachmittag bei angenehmen 30 Grad im Schatten. Nat?rlich hat mein Auto keine Klimaanlage...

Freitag, 19. September, 15 Uhr
Mein Routenplaner ist der Ansicht, die Entfernung nach Meiningen betr?gt rund 340 km und ist in vier Stunden zu schaffen. Eigentlich verd?chtig lange f?r einen Routenplaner... Normalerweise errechnen diese Programme immer Fahrzeiten, die nur bei freier Autobahn und einem Durchschnittstempo von 180 km/h zu schaffen sind. Egal, ich rechne viereinhalbe Stunden. Dank diverser Staus und extremer Kommunikationsprobleme zwischen mir und meinem Routenplaner weitet sich die Reise auf 460 km und sechseinhalb Stunden aus...

Dito, 21 Uhr:
Meiningen ist romantisch und dunkel. Und ausgestorben. Leider hat mein Routenplaner entgegen meinen W?nschen den Stadtplan nur zu einem Drittel ausgedruckt. Und die Wegbeschreibung bleibt kryptisch: ?km 342,5, halbrechts Richtung Nordost ? km 344, links, Richtung S?d...? Nicht bedacht sind dabei Einbahnstra?en und diverse Stra?ensperrungen zwecks der obligatorischen Lochbohrungen, die auch im Osten endlich Fu? gefasst haben.

Dito, 21.30 Uhr:
Mit einer Mischung aus Wegweisern, Schicksal, Verzweiflung und Intuition (kurz auch ?Gl?ck? genannt?) das v?llig unbeleuchtete, inmitten eines ?den Einkaufszentrums versteckte Hotel gefunden. Aha, daher r?hrt also der Name ?Hotel im Kayserpark?. Selbiger ist n?mlich keine gepflegte Gr?nanlage, sondern ein Betonmonstrum mit diversen L?den, denen es nicht allzu gut zu gehen scheint.
Auch im Restaurant herrscht Schummerlicht. Muss man wie zu Honeckers Zeiten Strom sparen, obwohl der Klassenfeind l?ngst zum Kassenfreund geworden ist? Oder herrscht in den ?stlichen Provinzen einfach ein anderer Begriff f?r ?sthetik? Wie auch immer, gleich in der Eingangst?r von mehreren, kaum dem Jugendalter entwachsenen m?nnlichen Wesen beinahe ?ber den Haufen gerannt worden. Einige kommen mir bekannt vor, aus dem Internet. Ich ihnen leider nicht und daher werde ich mit Nichtbeachtung gestraft. Ein Problem, das sich im Innenraum fortsetzt. Und noch verst?rkt wird, nachdem ich auf die Frage, was ich denn so programmiere, keine konkrete Antwort geben kann. Nach einigem Nachfragen schlie?lich das Leitungsteam ausfindig gemacht. Offizieller Chef: Webmaster S., Ende 20 und aus Berlin. Typus Quasselstrippe, aber scheinbar ganz nett. Der eigentliche Macher: Organisator T., sichtlich nerv?s, h?chstens Mitte 20, recht sympathisch aber leider v?llig mit der derzeit noch sehr geordneten Situation ?berfordert. MadMike ist auch da.

Ich muss, da Einzelzimmerbucher, in das andere Hotel namens ?Wolke 7? ? der DDR-Charme dieses Namens l?sst bange Erwartungen aufkommen. Jemand sei bereits dorthin unterwegs, die Schl?ssel organisieren. Dieser Mensch taucht auch Sekunden sp?ter auf und wird sofort von mir erkannt. RZ, eigentlich aus Wiesbaden, aber jetzt in Ostth?ringen verbeamtet. Nunja, Hessen hat schlie?lich selbst Probleme genug...

Bunte Ansicht
Eisenbahnfreunde bei der ersten Ortsbegehung

RZ programmiert fast t?glich virtuelle Personenwagen. Recht beeindruckend, doch diese T?tigkeit l?sst kaum Zeit f?r andere Aktivit?ten. Weit gefehlt, wie sich sp?ter herausstellt. RZ ist ebenfalls eine schreckliche Quasselstrippe, kann ?berhaupt nicht zuh?ren und berichtet st?ndig wortreich von seinem ?den Leben. Derzeit ist er bei der Polizeiakademie des Landes Th?ringen bei der Hochwasserschadensabwicklung besch?ftigt (wie auch immer das zusammenh?ngt...), muss jeden Tag fast 200 km fahren, um zur Dienststelle zu gelangen, daher morgens um vier Uhr aufstehen, um mit seinem Passat-Diesel (was sonst) rechtzeitig ins B?ro zu kommen. Abends geht er fr?h zu Bett, seiner Chefin ist zu verdanken, dass die Abkommandierung bald ein Ende hat und er wieder seinen urspr?nglichen Posten einnahmen kann. Das alles erfahre ich in einem Zeitraum von maximal f?nf Minuten, beim Weg zum Auto und dann zum Zimmer in ?Wolke 7?.

Dito, 22 Uhr:
Warum sehen Hotelzimmer eigentlich immer v?llig anders aus als auf den Fotos im Internet? ?Wolke 7? bietet eher den Komfort einer durchschnittlichen Pension, ist aber sauber und frisch renoviert. Das Bett (Modell Schlafcouch von Neckermann) ist ein Folterinstrument. Daf?r gibt es einen Fernsehern (Miniaturausgabe) und einen Radiowecker, den ich dank meinem Talent f?r Technik schon nach zehn Minuten in Gang setzen konnte. Egal, nach der Horrorfahrt ist Schlaf das einzig Wahre...

Nachts Schreie und Quieken... Die Zombie-Armee der FDJ ist wohl unterwegs und hat zuviel Vita-Cola getrunken... Davon sp?ter mehr. Von der Cola. Die Zombies sind tags?ber untergetaucht oder tarnen sich in gl?nzenden Jogging-Anz?gen.

Samstag, 20. September, kurz vor acht Uhr morgens:
Das Treffen mit den anderen ist f?r halbneun terminiert. Also reicht acht Uhr zum Fr?hst?cken, denke ich. Nicht so die vier anderen Teilnehmer des Treffens, die ebenfalls in der gar nicht so flauschigen Wolke untergebracht sind. Sie haben nat?rlich schon gefr?hst?ckt und stehen aufgeregt vor der T?r. F?nf nach acht sind sie weg. Der Weg zum Kayserpark dauert drei Minuten...
Dort bin ich f?nf vor halb neun, animiert durch die Ungeduld der Kollegen. Immerhin ein Br?tchen mit Wurst und K?se und eine Tasse fragw?rdigen Kaffe verzehrt.

Dito, halb neun:
Langsam, aber wirklich ganz langsam, treffen die restlichen Teilnehmer am Treffpunkt ein. Es sind rund 30 im Alter zwischen 18 und 60. Ein bunt gew?rfelter Haufen, darunter auch drei gelangweilt blickende Frauen. Nat?rlich als Begleiterin ihrer Gatten, die man vorsichtshalber nie alleine lassen sollte und daher in den n?chsten beiden Tagen strengstens bewacht werden. Einer zu Recht, bei den anderen v?llige Verschwendung. Von mindestens der H?lfte der Anwesenden habe ich Z?ge und Strecken auf den Computer geladen. Beeindruckend. Schlie?lich sind alle da, nur einer fehlt: Webmaster S. Der hat sich in der Vornacht mittels diverser Ost-Biere ins Koma versetzt und ist nicht wach zu kriegen. Das scheint normal zu sein, wie man auf berufenem Munde h?rt. Organisator T. f?hlt sich sichtlich alleine gelassen, ist stinkesauer und noch nerv?ser, dass sein ausgekl?geltes Tagesprogramm nicht klappen k?nnte. Wie recht er doch hat...

Wie auch immer, um neun Uhr haben wir Besichtungstermin im Dampflokbetriebswerk Meiningen. Man muss sich darunter so etwas wie eine ?berdimensionale Autowerkstatt mit T?V-Service vorstellen, nur f?r Dampflokomotiven eben. Und f?r Schneepfl?ge. Ja, das gibt es wirklich, riesige Teile, welche in der Regel erfolglos versuchen, den Schnee von den Geleisen zu fegen. Dank einem flotten Marsch (der d?mmere Teil der Gruppe) von drei Kilometern schaffen wir es gerade noch rechtzeitig. ?berraschenderweise finden sich andere Zugfans bereits mit Auto dort (der schlauere Teil der Gruppe). Bewegung am fr?hen Morgen tut gut. Womit mein Intelligenzgrad unwiderruflich geoutet w?re...
Leider macht der Laden erst um zehn Uhr auf. Steht gro? dran. War auch urspr?nglich so geplant. Aber da man noch so viel vor hat an diesem Tag, verlegte das Orgateam die F?hrung einfach um eine Stunde.

Bunte Ansicht
Man irrt v?llig planlos durch die Gegend

Dito, halb zehn:
Eine Gruppe v?llig irritierter Zugfans, die mangels sonstiger sinnvoller Besch?ftigung verzweifelt rudiment?re Fahrgestelle alter Dampflokomotiven fotografiert, erweicht sogar das Herz des h?rtesten Bahners der ehemaligen DDR-Reichsbahn. Daher d?rfen wir schon eine halbe Stunde fr?her ins Gel?nde. Dort werden die ersten W?rste gebraten. Und Getr?nke aufgestellt. Es gibt ?brigens im Osten kein Cola Light! Nur Vita-Cola, nach Originalrezeptur aus DDR-Zeiten! So schmeckt es denn auch, einfach ungenie?bar. Aber einen Vorteil hat das Zeug: man kann sofort Ossi vom Wessi unterscheiden. Die einen trinken Vita-, die anderen Coca-Cola. Wenn auch kein ?light?, aber das erw?hnte ich bereits...

Viel Schrott, r?tselhafte Lokomotivteile, manche Loks noch ganz zu erkennen, rund 90 Minuten geht die Kurzf?hrung durch das Meininger Werk. Meister Lutz, der die F?hrung macht, ist ein ganz Lieber, arbeitet schon seit 27 Jahren in Meiningen und kann von glorreichen Zeiten erz?hlen. Die haben nur indirekt mit Honecker und Genossen zu tun, aber damit, dass zur Wende 1.500 Leute im Werk besch?ftigt waren. Heute sind es nur noch 124, Tendenz eher r?ckl?ufig. Trotzdem h?ngt an der Wand der Kesselwerkstatt noch ein echtes Bild des Staatsratsvorsitzenden und Genossen aus dem Saarland, direkt neben einigen leicht bekleideten Damen f?r Herren mit zweifelhaftem Geschmack...

Bunte Ansicht
Wie sch?n war es doch damals! Liebevolle Erinnerungen pr?gen das Bild in den neuen Bundesl?ndern

Dito, zw?lf Uhr drei?ig:
Man hat das Werk verlassen. Das sich bereits andeutende Chaos nimmt erfreulicherweise echte Formen an. Eigentlich sollte es jetzt stilgerecht per Bahn nach Arnstadt ins Lokmuseum gehen. Aber die Z?ge fahren wegen Baustellen nur unregelm??ig und Organisator T. kriegt die Planung einfach geistig nicht mehr auf die Reihe. Hatte auch gar keine Zeit dazu, denn er versuchte st?ndig, Webmaster S. per Handy aus dem Bett zu klingeln. Vergeblich bei drei Promille Restalkohol. Also beschlie?t man umst?ndlich, per Automobil ins 70 km entfernte Provinzst?dtchen zu gelangen. Irgendwie wird nach langer Diskussion organisiert, dass alle Autos zum Transport vor Ort gebracht werden. Mein geliebter Toyota wird zum Gl?ck nicht ben?tigt und ich werde mitgenommen. Leider im gemieteten Kleinbus der Berliner Sektion.

Bunte Ansicht
Kaputte Loks en Masse ? das l?sst das Herz h?her schlagen.

Webmaster S. ist mittlerweile gewaltsam geweckt und mit Kleidung versehen worden. Er muss sich nur noch die Z?hne putzen, wie per Handy zu erfahren ist. ?Warum? Was geht uns dem sein Gebiss an?? kommentiert Streckenbauer W. bissig, dessen Berliner Charme in jeder Zelle seines K?rpers steckt. W., offiziell ein Freund und Stadtgenosse des Orgateams, erkennt die Hilflosigkeit von Organisator T. und sieht seine Stunde des Chaos gekommen. Auch hier gilt die Regel: wer das gr??te Mundwerk hat, der regiert. Also wird nicht mehr auf Webmaster S., Adlatus T. und den Ehemann einer verzweifelten Dame gewartet, die vom Hotel aus unterwegs sind, sondern gleich losgebraust. Jeder Wagen f?r sich. Dumm nur, dass die Erstgenannten auch gleichzeitig diejenigen sind, die den Weg kennen. Die Reise wird quasi ein sportlicher Wettbewerb, wer das Ziel zuerst finden wird. Zur?ck bleibt die Gattin, hoffend, dass man sie noch abholen wird.

Warum der Wagen mit Webmaster und Co. eigentlich den Weg zum Meiniger Lokwerk machen musste, wird wohl nie gekl?rt werden. Denn unsere Route nach Arnstadt f?hrt direkt am Hotel im Kayserpark vorbei...

Bunte Ansicht
Ber?hmte Dampfloks unter sich

Wem muss ich erz?hlen, wie sich die Fahrt f?r einen gutm?tigen, einigerma?en wohlerzogenen Saarl?nder gestaltet, der mit sechs Berliner Charmeuren in einem Kleinbus eingesperrt ist? Und dazu noch in der Hektik seinen Fotoapparat im eigenen Auto vergessen hat?

Dito, zw?lf Uhr f?nfundvierzig:
Die Fahrt f?hrt durch eine malerische Landschaft mit Kiefer-Monokulturen, f?r die ?Waldsterben? kein Fremdwort ist. Bei dem Anblick fragt man sich, wer sich f?r die gerade schwappenden Ostalgie-Welle wirklich begeistert. Die Trasse hingegen ist interessant, denn es handelt sich um eine erst seit rund zwei Wochen fertig gestellte Autobahn. Wie k?nnte man ein ganzes Volk besser ?ber 40 Jahr real existierenden Sozialismus hinwegtr?sten, als mit einer Autobahn, f?r die das Teuerste gerade gut genug ist? Unz?hlige Viadukte ?berqueren hier Th?ringens T?ler abwechselnd mit monstr?sen Tunnelbauwerken. Der l?ngste ist sage und schreibe acht Kilometer lang.

Zufall oder Absicht, dass die Streckenf?hrung an die ?sthetik der ?Stra?en des F?hrers? angelehnt ist. Bombastisch und beeindruckend wie eine Wagner-Oper. Die G?tterd?mmerung des Stra?enbaus sozusagen.

Auf alle Fragen, vom Waldsterben bis hin zum Borkenk?fer, von der Br?ckenkonstruktion bis zur Farbe des Himmels, Streckenbauer W. wei? darauf eine Antwort. Und tut sein Wissen ebenso ununterbrochen wie ungefragt kund. Webmaster S. ist auch aus Berlin. Ich beginne zu begreifen, was man mit ?Berliner Schnauze? meint...

Nach knapp einer Dreiviertelstunde ist Arnstadt erreicht. Aber noch nicht das Lokmuseum. Man wei? nur, es m?sste sich in der n?he des Bahnhofs befinden. Nur: wo ist der Bahnhof? M?nner fragen nur widerwillig nach dem Weg, sie finden jede Strecke selbst, auch wenn es Stunden dauern sollte. Das ?rgert W., der aggressiv Fahrer und Beifahrer nervt, sich bei leichtbekleideten Damen nach dem Bahnhof zu erkundigen. Er hat es leicht. Sein Fenster l?sst sich nicht ?ffnen, also braucht er auch nicht zu fragen.

Fu?g?nger haben wirklich Probleme, den Weg zu erkl?ren. Besonders in der ehemaligen DDR. Oder liegt es am unnachahmlichen Th?ringer Dialekt (dem s?chsischen sehr ?hnlich), dass wir nach dreimaligem Fragen an drei v?llig entgegengesetzt liegenden Orten des Kreisst?dtchens landen? Auf dem ansonsten menschenleeren Lidl-Parkplatz treffen wir auf Lokbauer BK, der mit Gattin, Wohnmobil und Cesar-Hund seinem hochmodernen Funknavigationssystem gefolgt ist.

Dito, halb zwei am Nachmittag:
Lidl in Arnstadt liegt ebenso wie der obligatorische Getr?nkemarkt in erstklassiger Hinterhoflage. Der Laden schlie?t um zwei. Trotzdem sind wir die einzigen Kunden. Hierzulande undenkbar. Lidl schlie? hier um 20 Uhr und noch f?nf Minuten vorher str?men ganz Kundenmassen zum verzweifelten Verkaufspersonal. Was ich am Morgen noch f?r einen Zufall hielt: der Konsumrausch im Osten ist 14 Jahre nach dem Mauerfall offensichtlich g?nzlich verflogen. Alles ist h?bsch hier, pittoreske H?user aus der Gr?nderzeit, gepflegte Blumenrabatte, frisch geteerte Stra?en, Mc Donalds neben Kreissparkasse. Nur ab und zu erinnert eine unausl?schbare, da eingemei?elte Inschrift an die Vergangenheit. Trotzdem, das wirkliche Leben findet woanders statt.

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Gruppenbild mir Journalist

Dito, eine halbe Stunde sp?ter:
Das Museum ist gefunden, wir werden tats?chlich irgendwie erwartet. Die Menschen hier haben einen zwar gew?hnungsbed?rftigen, trotzdem herzlichen Charme. Und hilfsbereit sind sie auch. Vier Lokomotiven zieht man eigens f?r uns aus dem Lokschuppen auf die Drehscheibe, damit sie im Sonnenlicht fotografiert werden k?nnen. Zwecks zuk?nftigem virtuellen Nachbau. W?hrend die ?Selbsthilfegruppe verhinderter Lokf?hrer? in hektische Aktivit?ten ausbricht, genie?e ich stressfrei das Schauspiel von einer Bank aus. Beeindruckend, wirklich.

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Hei?e Stimmung im Bahnbetriebswerk

Die W?rste schmecken gut und sind ebenso wie die Getr?nke unversch?mt billig. Wenngleich das hiesige Kreisveterin?ramt die Grillst?tte wg. Versto?es gegen mindestens ein Dutzend Vorschriften unverz?gerlich schlie?en w?rde. So ?ndern sich die Zeiten und gegen unsinnige staatliche Reglements scheinen die B?rger Th?ringen sehr allergisch zu sein. Das zeigt sich auch beim Autofahren, wo die geltende Stra?enverkehrsordnung bestenfalls als lockere Richtlinie angesehen wird.

Dito, achtzehn Uhr drei?ig:
Wir sind zur?ckgekehrt. Irgendwie haben allerdings meine Berliner Transporteure v?llig vergessen, dass mein Auto beim Lokomotivwerk steht und sind ohne weitere R?ckfragen direkt zum Hotel gefahren. Bei so viel sozialer Kompetenz fehlen mir die Wort und, wie schon gesagt, Bewegung tut gut...

Dito, zwanzig Uhr:
Trotz aller Widrigkeiten lasse ich mir den gem?tlichen Abendevent mit ?gro?z?gigem B?ffet? nat?rlich nicht entgehen. Wenn schon leiden, dann aber richtig. Das B?ffet stellt sich als nur bedingt einfallsreiche Ansammlung von Salaten, Aufschnitt und Aldi-K?se heraus. Die Br?tchen schmecken gut, die Salate auch. Als Nachtisch gibt es Bananen und Ananas. Die Traumata der DDR-Vergangenheit scheinen immer noch zu wirken...

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Alles freut sich schon auf die gro?e Party sp?ter am Abend

Gedr?ckte Stimmung in der Runde. Webmaster S. und Organisator T. scheinen sich unvers?hnlich zerstritten zu haben. Freundlicherweise tr?gt Streckenbauer W. mit wohl gesetzten Worten dazu bei, dass sich die Situation noch versch?rft. Es scheint, dass T. versucht hat, seinen Kummer mittels diverser illegaler Drogen in Rauch aufzul?sen.

Chaotisch wie gewohnt, beginnen die diversen Vortr?ge mittels Computer und Videobeamer. Einige ganz spannend, doch die Mehrheit pendelt zwischen langweilig und esoterisch. Merkw?rdige Konstruktionspl?ne erscheinen auf der Leinwand, aus Quadraten und Kringeln werden pl?tzlich kreisf?rmige Berge in der Dimension eines Mount Everest. Dar?ber fahren dann die Z?ge. H?hepunkt schlie?lich der Diavortrag ?ber eine Interrail-Reise der beiden j?ngsten Teilnehmer. N. aus der Schweiz und H. aus dem hohen Norden waren vier Wochen unterwegs durch Europa und haben Lokomotiven fotografiert. Insgesamt 1570 St?ck. Wir h?tten sie alle gesehen, h?tte es nicht den Protest eines mutigen Teilnehmers gegeben. So wurden uns nach knapp zwei Stunden und zwei Dritteln der Reise auch weitere Anekdoten aus dem Reisetagebuch erspart. Gerade als ein weiteres Kreisdiagramm auf der Leinwand erscheint, kann ich fl?chten und bin gegen Mitternacht auf ?Wolke 7?.

Sonntag, 21. September, kurz nach neun Uhr morgens:
Koffer gepackt, ins Auto verstaut und mit der Hoffnung den Fr?hst?cksraum betreten, dass die restlichen hier einquartierten Zugsimulatorfans bereits das Land verlassen haben. Doch alles Bangen war vergebens, sie sa?en zu dritt an einem Tisch. Zwei davon eher m?de und abgek?mpft vom ?Meiniger Br?u? des Vorabends, einer jedoch putzmunter: Ostbeamter RZ, der, sehr zum Leidwesen aller, lustige Geschichten dar?ber erz?hlte, wie dank seiner Hilfe ein ausrangierter Speisewagen nun das Gel?nde seiner Polizeischule schm?ckt. Die zahlreichen Details von Loklaufpl?nen, Reichsbahnarchivmitarbeitern, B?rgermeistern und Abk?rzungen wie DBgm?, AvZblmAg seinen hier nicht einzeln aufgez?hlt.

Dito, zehn Uhr f?nfzehn:
R?ckreise, nun problemlos und ohne unfreiwilligen Ausflug durch die hessische Wetterau. Kein Stau bei Frankfurt. Doch das Schicksal schl?gt bei Kaiserslautern zu: die Autobahn nach Saarbr?cken ist wegen Br?ckenbauarbeiten voll gesperrt. Der Verkehr wird komplett durch die Innenstadt von K?Town umgeleitet. Den Verkehrsansturm hat man dort nat?rlich erwartet und schnell noch ein paar Stra?ensperrungen und Baustellen eingerichtet. Nach einer Dreiviertelstunde Stau gelingt mir die Verfolgung eines offensichtlich ortskundigen Pkws ?ber Schleichwege. Ich bin das letzte Auto, das Kaiserslautern verlassen kann...

Dito, f?nfzehn Uhr drei?ig:
Nach mehr als f?nf Stunden Fahrt kurz die heimatlich Erde gek?sst und beschlossen, Z?ge nur noch in virtueller Gesellschaft zu genie?en...

22.6.05 10:31


Journalist F. ist m?de

Ein m?der Tag heute. Letzte Nacht kaum geschlafen, Hitze, Gewitter und dann der ?rger mit den M?nnern. Selbige k?nnen einem armen Journalisten wirklich den letzten Nerv rauben. Besonders, da er als neugieriger Zeilenschreiber eine magische Anziehungskraft auf, sagen wir einmal, recht sperrige Typen hat. "Sag ich doch schon die ganze Zeit, lass die Finger von den Typen!" mault Mausib?rchen und tr?gt dadurch nicht gerade zur gehobenen Stimmung bei. "Oder suche dir den Richtigen! Keinen, der glaubt, heterosexuell zu sein, keinen, der 200 Kilometer entfernt wohnt und keinen, der etliche Jahre j?nger ist. Das kann einfach nicht gut gehen. Manchmal glaube ich, du willst im Grunde deines Herzens ?berhaupt keinen." Mausib?rchen trifft den Nagel auf den Kopf. Ein so herrlich freies Leben f?hren, frei nach Lust und Laune alle journalistischen Termine annehmen, Chatten und Bloggen, wann immer ich will. Das ist ein Luxus, den sich die meisten verpaarten Menschen einfach niemals leisten k?nnen.

Wie auch immer, die Sache ist sehr zweischneidig. Vielleicht liegt es auch an der merkw?rdigen Auswahl, die Mausib?rchen so treffend zu schildern wusste. Entt?uschungen sind da eben vorprogrammiert, einfach unvermeidlich. Aber eigentlich wollte ich das gar nicht erz?hlen. Oder doch? Auf jeden Fall ein m?der Tag. Im B?ro l?utet st?ndig das Telefon, schlie?lich ist Montag und am Wochenende hatte die Leute viel Zeit, sich Attentate auf Kulturorganisatoren auszudenken. Mittwoch werde ich die Seiten wechseln und selbst Interviewopfer eines Journalisten werden. Die Fragen sollen sich auf meinen Hauptberuf beziehen und nat?rlich werde ich die glorreichen Stunden in einem Leben f?r die Kultur schildern. Ob es mir wegen ungl?cklicher M?nnergeschichten gerade mal nicht so gut geht, ob mir der Stress derart zusetzt, dass ich denke, es ist nicht mehr zu schaffen, wen interessiert es wirklich?

Ich merke, wenn man m?de ist und der kurze Sommer zudem wohl endg?ltig seinen Abschied eingereicht hat, neigt selbst der beste Journalist zu einem gewissen Ma? an Pessimismus. Aber der stete Strom des Lebens sp?lt einen weiter, unaufhaltsam den n?chsten Journalistenabenteuern entgegen.
31.5.05 01:32


Journalist F. geht zum Friseur

Ab und an l?sst es sich nicht vermeiden, auch Journalist F. muss sich in die Niederungen der Alltagswelt hinab begeben. Beispielsweise, indem er zum Friseur geht. Den Salon seiner Wahl gibt es seit ungef?hr einem Jahr und ungef?hr so lange ist Journalist F. auch Kunde dort. "Ein Jahr lang beim selben Friseursalon?" ? ein Schrei des Entsetzens wird allen weiblichen Lesern des Journalistenblogs entfahren. Denn Frauen neigen ganz instinktiv dazu, alle drei bis sechs Monaten den Coiffeur zu wechseln. Warum das so ist? Eine von mir postulierte Theorie besagt, dass sie den Beruf des Haark?nstlers mit dem des Sch?nheitschirurgen verwechseln. Und wenn man es der eine nicht schafft, ihr ?u?eres grundlegend so zu ver?ndern, dass genau das gew?nschte, ebenso wunderbare wie schon immer angestrebte Ergebnis herauskommt, dann muss es doch ein anderer k?nnen! Das Prinzip Hoffnung verhindert letztendlich den Untergang der Menschheit.

Wie auch immer, die von Journalist F. auserkorene und bestens bewertete Haark?nstlerin hei?t E., stammt urspr?nglich aus dem tiefsten Sibirien und wohnt jetzt in der ehemaligen H?ttenstadt N. Eigentlich wollte sie im Sommer ihre Heimat besuchen. Aber der Weg dorthin ist weit und umst?ndlich. Erst nach St. Petersburg per Flugzeug, dann 16 Stunden auf den Anschlussflieger warten, wieder zwei Stunden in der Luft und letztendlich vier Stunden per Bahn zum Ziel. Was ist daran so abschreckend, dass Friseurin E. die Reise scheut? wird mancher weltgewandte Leser des Journalistenblogs denken. Doch Russland ist gef?hrlich und schnell wird man sein Geld an marodierende Gangsterbanden los, sobald man das Flugzeug verlassen hat. Dabei w?rde sich eine Reise lohnen. Denn in Friseurin E.s Geburtsstadt gibt es eine Prinzessin, die mehr als 2000 Jahre auf dem Buckel hat und trotzdem so aussieht, als sei sie in der Bl?te ihres Lebens. Das Geheimnis hei?t Permafrost, bei uns eher unter Tiefk?hlung bekannt. Im ewigen Eis Sibiriens hat man die prachtvoll mit Pferden und Schmuck bestattete Herrschertochter gefunden, erstklassig erhalten. Bemerkenswert.

Bemerkenswert auch ein anderes Erlebnis, das Journalist F. zum Nachdenken bewogen hat. ?ber seinen doch zutiefst langweiligen und konservativen Kleidungsstil. Zuk?nftig wird er sich wohl eher am Beispiel des Chefcoiffeurs halten. Stockmetrosexuell, unverkennbar. Und mit pinkfarbenem Shirt auf Bundeswehrtarnhose gewandet. Da verschl?gt es selbst dem abgebr?htesten Journalisten die Sprache.
28.5.05 19:25


Journalist F.'s managt die allgemeine Dauerkrise

Es gibt schon merkw?rdige Dinge. Beispielsweise die Sache mit den Feiertagen. Es hei?t ja, den Deutschen gehe es schlecht. Sie leiden unter akuten Finanzproblemen, nagen am Hungertuch, m?ssen sich einschr?nken. Da stellt man sich vor, es gibt als Mahlzeit nur noch Aldis Feuerzauber Mexiko (oder wie die Dosensuppe aus armen Studentenzeiten heute so hei?en mag), Tiefk?hlpizza und L?wenzahn, der am Wegesrand gesammelt wurde. So weit so gut, wir leben in der Krise. Schrecklich.

Allerdings frage ich mich, warum zwei Dinge passieren, wenn ein Feiertag vor der T?re steht. Zum einem herrscht in den L?den vorher ein Gedr?nge, als w?re nicht nur ein oder zwei Tage geschlossen, sondern mindestens drei Monate. Und: kein Mensch ist mehr zu Hause, alle fahren oder fliegen, wenn irgend m?glich, in Kurzurlaub. Gerade die so genannten Br?ckentage zwischen Wochenende und Feiertag oder vice versa bieten sich dazu an. Nun gut, vielleicht kann man sich so etwas als passionierter Schn?ppchenj?ger leisten. Das, was man beim Geiz-ist-geil-Kr?mer gespart hat, wird im Last-minute-Urlaub in der T?rkei ausgegeben. Eine Woche pro Person ab 200 Euro. Inklusive Flug. Da stellt sich doch die Frage: wie machen die das? Da ist doch der Sprit f?r den Flieger teurer. Aber das ist ein ganz anderes Thema.

Da ist dann auch noch generell die Sache mit der Krise. Seit ich bewusst die wirtschaftliche Entwicklung unserer ehemals geteilten und dann irgendwann wiedervereinigten Republik verfolge - also seit ca. 25 Jahren, herrscht Dauerkrise. Katastrophale Lage am Arbeitsmarkt, die Wirtschaft krankt, es geht bergab. Verwundert bin ich immer dann, wenn die gerade aktuelle Krise mit den goldenen Zeiten verglichen wird, die vor ein paar Jahren geherrscht haben sollen. Riesiges Wirtschaftswachstum, bl?hende Unternehmen und so weiter. T?uscht mich meine Erinnerung? Damals war nie die Rede davon.

Warten wir also ab, wenn in drei Jahren das Jahr 2005 als goldene Periode des Wirtschaftswachstums gepriesen wird.

Ich glaube immer mehr, die Deutschen sind ein Volk von Pessimisten, Lamentierern und N?rgler. Sollte man da nicht etwas dagegen tun? F?r den Anfang ein Tipp an die verehrten Leserinnen und Leser des Journalistenblogs: wenn Sie sich das n?chste Mal beim Jammern und Lamentieren erwischen: Klappe halten, Gehirn einschalten und die Situation einmal kritisch ?berdenken. Schon steigt die Laune, garantiert!
7.5.05 19:24


Journalist F. entdeckt alte und aktuelle Bestseller neu



Es ist nicht zu leugnen, der Arbeitsalltag hat mich wieder. Nicht der journalistische, denn der ist allgegenw?rtig, sondern der kulturorganisatorische. Acht Stunden am Tag Minimum im B?ro. Dort durchaus interessante Dinge machen, aber trotzdem die Frage: wo bleibt die Zeit? Und warum ist sie stets so knapp? Warum wird sie trotz Zeitmanagementstrategien immer weniger, obwohl sie doch eigentlich mehr werden m?sste, wenn man den schlauen B?chern glaubt? Wahrscheinlich mache ich etwas falsch!



Ich mache etwas falsch! ? ein Gedanke, der zum zentralen Faktor unseres modernen Lebens wird. Oberstes Gesetz der Erziehung seit Kindheitstagen: du musst alles richtig machen. Kein Wunder, dass man sich anstrengt. Und grausam scheitert. St?ndig, jeden Tag, jede Stunde. Und damit wird man zum fehlerhaften R?dchen im Getriebe der Welt. Dabei sind die Regeln so einfach: Iss viel Obst und Gem?se. Reduziere deinen Fleischkonsum auf ein Minimum. Trinke viel, ?berwiegend Wasser. Keinen Kaffee oder Alkohol. Bewege dich viel. Schon drei Stunden Jogging am Tag reichen, um gesund zu bleiben. Rauche nicht! Keine S??igkeiten, lieber eine Gurkenscheibe statt Schokolade. Iss so wenig Fett wie m?glich. Tu was f?r Dein Aussehen, Brad Pit macht es vor, der schafft es auch, also kannst du es auch! Mache keine Fehler auf der Arbeit. Bilde dich weiter, lebenslanges Lernen ist in. Schlafe mindestens sieben Stunden. Lebe in einer harmonischen Partnerschaft, das verl?ngert dein Leben. Zeuge Kinder, denn nur dann wirst du deiner Verantwortung der Gesellschaft gegen?ber gerecht. Sei sparsam mit deinem Geld. Lege ein Verm?gen an. Erwerbe ein Haus.



Kurz und gut: ein anstrengendes Pensum an Aufgaben, das der Mensch so Tag f?r Tag bew?ltigen muss. Wer es nicht schafft, f?r den bietet der Buchhandel Tausende Ratgeberb?nde an. "Schlank in drei Tagen ? und f?r immer bleiben", "Gesund bleiben ? bis zum Tod (ganz egal, wann der eintreten sollte)", "Zeitmanagement ganz leicht gemacht!", "Bringe Ordnung in dein Leben und zwar sofort!", "Der perfekte Liebhaber ? vom G-Punkt bis zur Schwangerschaft, mache deine Partnerin gl?cklich", man braucht nur zuzugreifen und schon wei? man, wie leicht es geht. Merkw?rdig nur, dass in allen B?chern das Gleiche steht, nur in leicht ver?nderter Form. Grundregel, egal, um was es geht: Esse viel Obst und noch mehr Gem?se. Vermeide Fett. Wenig Fleisch. Trinke zwei Liter Wasser am Tag. Rauche nicht, Alkohol nur in Ma?en. Bewege dich viel! Treibe Sport!" Die Befolgung dieser einfachen Ratschl?ge hilft, alle k?rperlichen und seelischen Probleme zu beheben, von Menopause bis Magendruck, von Depression bis Diabetes, von Partnerzoff bis Pickelplage.



Merkw?rdig nur, dass man selten von anderen Dingen liest, die man tun k?nnte. Sei tolerant, akzeptiere deine Mitmenschen und versuche, sie zu verstehen. Dr?cke auch mal ein Auge zu, wenn dir etwas nicht passt. Rege dich nicht wegen jeder Kleinigkeit auf. Sei hilfsbereit, ohne auf direkte Gegenleistung zu warten. Du bist nicht der Mittelpunkt der Welt. Es sind nicht immer die anderen an allem Schuld. Gehe auf den anderen zu, auch wenn der vermeintlich Fehler gemacht hat. Kein Ratgeber wird diese Themen behandeln. Denn sie sind viel zu preiswert, verf?hren nicht zum Konsum und machen Menschen h?chstens unbequem, lassen sie nicht mehr perfekt funktionieren.



Noch merkw?rdiger, dass all die oben genannten Ratschl?ge in einem der ?ltesten B?cher verzeichnet sind, die wir kennen. In der Bibel, genauer gesagt, im Neuen Testament. Man mag zu Religion und Kirche stehen, wie man will. Man mag gl?ubig sein oder nicht. G?tter und G?ttinnen gleich welchen Namens verehren oder ?berzeugter Atheist sein. Die Lekt?re einiger Kapitel dieses Buches der B?cher lohnt und erspart ein beachtliches S?mmchen f?r die Aufstockung der Psychobibliothek.



Erg?nzend als Lekt?re empfohlen: Sir Peter Ustinovs "Achtung Vorurteile!". Gibt's als Taschenbuch f?r 8 Euro neunzig. Eine Investition, die sich lohnt!



Bunte Ansicht

Journalist F. empfiehlt: Sir Peter Ustinov: Achtung! Vorurteile ? Rowohlt Taschenbuch, 8.90 Euro

5.5.05 10:05


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