Die geheimen Tagebücher des Journalisten F.
  Startseite
    Patient F.
    Frankendlink
    Autor F.
    Künstler F.
    Das Leben allgemein
    Sexangebote
    Journalist F. nimmt ab
    Skandale
    Nachtgedanken
    Party
    Kultur
    Männer
    Über das Bloggen
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Links
   Irgendlink
   Der neue Herr Lehmann
   Foto der Woche
   Oles Nachrichten aus Absurdistan
   Pe, die Gebenedeite
   Unentwegt
   Das Blogito geht um
   500 Beine
   Notenlinie
   Frau Kokolores
   IngoS
   Adlerfeder
   Buzi
   oegyr
   Hexenzauber

Kostenlose Counter by GOWEB
Kostenlose Counter by GOWEB


http://myblog.de/journalistef

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Party

Journalist F. sagt: „Prosit Neujahr!“

Es ist Silvester, oder genauer gesagt: schon Neujahr. Journalist F. hat einen guten Rutsch nach 2008 hingelegt und ist gerade von einer aufregenden Silvesterparty nach Hause gekommen. Der erste Gedanke war natürlich, die geneigten Leserinnen und Leser des Journalistenblogs auf dem Laufenden zu halten und mit den neuesten Neuigkeiten und Skandalen zu versorgen.

Prosit Neujahr!
Den Jahreswechsel verbrachte Journalist F. dieses Mal mit Busfahrerin M., Freundin F. und Hartz-IV-Vollstrecker M. Es war eine lustige Runde, bei der man die ebenfalls anwesenden Hunde K. und J. auf gar keinen Fall beachten durfte.

Dieses Mal hat Journalist F. den Jahreswechsel in der Landeshauptstadt S. verbracht, genauer gesagt, bei Busfahrerin M. und Hartz-IV-Vollstrecker M. Beide hatten eingeladen und um große Rücksichtnahme auf die Kampfmeerschweinchen K. und J. gebeten. Verzeihung, Busfahrerin M. besteht darauf, dass es sich bei den netten Wesen um so genannte Hunde handelt. Ein Vergleich mit den dieser Gattung eindeutig zugehörigen Tieren B. und O., in der Galerie B. beheimatet, lässt jedoch nachdenklich werden. Doch das nur am Rande. Wie auch immer, die Hunde K. und J. sind nämlich alljährlich zu Silvester hell begeistert vom Feuerwerk, das landauf, landab abgeschossen wird. Doch weniger die pittoresken Farbenspiele der feurigen Neujahrsbegrüßung noch die exorbitante Feinstaubbelastung, die dadurch entsteht, bringt so richtig Schwung in die beiden possierlichen Tierchen. Es ist vielmehr der ohrenbetäubende Lärm, der für kleine Minihunde nun mal wesentlich unangenehmer klingt als für ihre Herrchen und Frauchen.

Prosit Neujahr!
Hier ignoriert Busfahrerin M. gerade Hund K. Der Tierschutzverein wird wahrscheinlich das nächste Mal ob solch seelischer Grausamkeit eingreifen.

„Auf gar keinen Fall die Hunde bedauern, wenn sie Angst haben!“ mahnte Busfahrerin M. und erteilte Freundin F. und Journalist F. gleich eine Lektion in Tierpsychologie. "Dann wird es nur noch schlimmer." Leider kann Journalist F. großen, traurigen Hundeaugen nicht widerstehen und hat daher auf dem Höhepunkt des beinahe barocken Feuerzaubers, während Busfahrerin M. durch mehrere Explosionen in ihrem Vorgarten abgelenkt war, die armen Tierchen getröstet. Es hat ihnen sichtlich gut getan und besonders Hund J. wich Journalist F. bis zum Ende der Party nicht mehr von der Seite.

Prosit Neujahr!
Hund J. wich Journalist F. nicht mehr von der Seite. Das hatte auch seinen geheimen Grund.

Um sich die Zeit bis Mitternacht zu vertreiben, hatten Busfahrerin M. und Hartz-IV-Vollstrecker M. ein köstliches Buffet aufgebaut, das es mit Hilfe komplexer Brattechnik in einen gegarten Zustand zu versetzen galt. Alle haben fleißig mitgemacht und konnten so gesättigt und zufrieden ins Neue Jahr hinübergleiten.

Prosit Neujahr!
Nach Mitternacht war das Buffet völlig geplündert, wie dieses investigative Aufnahme zeigt. Freundin M. war daran genauso Schuld wie Hartz-IV-Vollstrecker M. Der Anteil von Journalist F. soll hier verschämt verschwiegen werden.
1.1.08 03:27


Werbung


Journalist F. in der Pool Position

Manchmal ist die Welt doch recht verkehrt. Während Künstler Irgendlink auf einsamen Waldpartys vergebens auf die Ankunft attraktiver Damen wartet und letztendlich mit einem Haufen ebenso frustrierter wie unbeweibter Männer Vorlieb nehmen muss, tanzten letztes Wochenende vor den Augen des entsetzten Journalisten F. einige bis auf Stringtanga und einige Farbklecksen völlig nackte Mädels. Wäre es nicht besser umgekehrt gewesen? Künstler Irgendlink wäre von den drei Grazien verwöhnt worden und Journalist F. hätte in der lauschigen Waldhütte eine interessante Unterrichtsstunde gehalten, dass man ohne Frauen durchaus nicht frustriert sein muss – im Gegenteil.

Atelier
Völlig nackt – bis auf Stringtanga und Körperfarbe – die Mädels auf der so genannten Race Party im Städtchen S.


Doch wie kam es eigentlich zu dieser verkehrten Welt? Das Geheimnis liegt sechs Wochen zurück, als Rennfahrer Sch. voller Tränen vor der Ruine der des abgebrannten Gotteshauses im Städtchen S. stand, dem Ort, wo einst seine Wiege stand, bevor sie vier Räder und 550 PS hatte. „Mein Sohn!“ erklang da eine Stimme vom Himmel „Tu etwas für das Städtchen S. und organisiere ein Autorennen!“ Gesagt, getan und damit das Ganze auch wirklich funktioniert, hatte man Kulturorganisator F. und das restliche Rennfahrerteam aus dem fleißigen Rathaus des Städtchens S. dazu überredet, bei der großen Sause mitzumachen.

Atelier
Am Ende stand Rennfahrer Sch. Zusammen mit dem abgebrannten Pfarrer und Oberbürger-meister J. auf der Bühne und freute sich über das rege Treiben im Städtchen S.

Allerdings reichte der Platz im räumlich doch eher beengten Städtchen S. nicht aus, mit richtigen Autos ein Rennen zu fahren. Daher kam man auf die Idee, den Kindergartenkindern ihre Gokarts zu entwenden, mit einem Rasenmähermotor zu versehen und damit entgegen allen Verkehrsregeln durch die Gassen zu brausen.

Atelier
Vollgas und dann in die Kurve! Die Gokarts beim atemberaubenden Rennen im Städtchen S.

Obwohl aus Gründen des Klimaschutzes und der exorbitanten Benzinpreise nicht unbedingt die passende Veranstaltung, kamen unzählige Menschen ins Städtchen S. Die Männer be-seelte dabei der Wunsch, selbst einmal Rennfahrer zu sein. Die Damen hatten wohl eher erotische denn technische Gedanken, wenn sie die phallischen Gefährte über den Asphalt jagen sahen. Im Vertrauen: Journalist F. hätte zu keinem Zeitpunkt den Wunsch verspürt, am Steuer eines solchen Gefährts zu sitzen.

Atelier
Das eine oder andere richtige Auto gab es auch zu sehen. Mehr als 500 Pferde fanden unter der Haube dieses Exemplars Platz. Die Mindestmotorisierung im heutigen hektischen Stadt-verkehr.

Alle freuten sich unglaublich über die brummenden Autos und die nackten Mädels. Nur in der Einsatzzentrale herrschte Anspannung. Hier liefen alle Fäden zusammen und so mancher rennbegeisterte Mitarbeiter des Rathauses im Städtchen S. war den feurigen Rennfahrern mit Benzinkanister und Ölkännchen devot zu Diensten.

Atelier
Orga-Mitarbeiter im Stress: der ebenso gut aussehende wie fleißige Verwaltungsfachmann G. und die in unermüdlichem Einsatz befindliche Kollegin K. wischen sich hier den Schweiß von der Stirn.

Am Abend wurde dann gefeiert. In der Stadthalle war nämlich die eingangs schon erwähnte Race-Party angesagt. Dort tanzten nackte Mädels über die Bühne, während euphorische Rennfahrer die Champagnerkorken knallen ließen. Zwischendurch gab es dann auch noch etwas „Wein, Weib und Gesang“. Manch biederes Mädel und manch ältliche Dame mutierten jetzt zum Boxenluder.

Atelier
Kulturamtschef R. nebst Gattin und Feuerwehrhauptmann waren bester Stimmung. Immerhin sollte gleich die Parade der Boxenluder losgehen.

Doch alle Weiblichkeiten hatten keine Chance, wenn Autos ins Spiel kamen. Dann verloren die anwesenden Männer jegliches Paarungsinteresse, was für mach bittere Träne sorgte. Wen wundert’s bei dieser Auswahl von PS-Boliden?

Atelier
Rot und viele PS, dazu überdimensionale Spoiler und bunte Aufkleber. Welcher Mann kann einer solchen Versuchung widerstehen?

Atelier
Kein Wunder, wenn die nackten Mädels schon bald unbeachtet in einer Ecke standen. „Der hat einen Zwölfzylindermotor, ihr müsst das verstehen!“ versucht hier ein Herr vergeblich zu trösten. „Unsere Spoiler sind aber viel beeindruckender!“ argumentieren die nackten Mädels.
12.11.07 15:41


Journalist F. begräbt die Schnapsleichen

Der menschliche Geist braucht Regelmäßigkeit. Lieb gewonnene Rituale, alljährlich wiederholt, bringen uns zu Bewusstsein, wie berechenbar das Leben ist. So geht es auch Journalist F. Der allerdings erinnert sich meist noch lebhaft an die Tiefpunkte im Jahresrhythmus und könnte daher gerne das eine oder andere Mal auf eine Wiederholung verzichten. Macht aber nix, was sein muss, muss eben sein. Zum Beispiel das Bierzapfen auf dem Dorffest im Stadtteil R. des Städtchens S., das Journalist F. für seine Partei ohne jede Entlohnung tapfer absolviert.

Schnapsleichen
Unübersehbare Massen beim Fest im Stadtteil R. des Städtchens S. Journalist F. musste alle mit Getränken versorgen.

In diesem Jahr war es besonders heftig, was dem armen Zeitungsschreiber widerfahren ist. Denn nach langer Schlechtwetterperiode konnten die Menschen endlich ihrem unter Qualen unterdrückten Instinkt folgen und unter freiem Himmel grölend laute Musik mitsingen, während allenthalben diverse Körperteile toter Tiere als Rauchopfer auf dem Grill dargebracht wurden. Und da zum Feuer auch das Wasser gehört, löscht man dabei die innere Glut mittels alkoholhalitger Flüssigkeiten. Kein Wunder also, wenn an diesem Festabend eine unübersehbare Masse an feierwütigen Bürgerinnen und Bürgern des Städtchens S. und seiner Nachbargemeinden in das sonst eher beschauliche R. strömten.

Wie fröhliche Schmetterlinge vom Nektar der bunten Blüten wurden die lärmenden Massen von den einzelnen Getränkeständen angezogen, wo sie sich dann mehr oder minder lange festtranken. Auch der Stand von Journalist F. bildete da keine Ausnahme. Eigentlich werden alle Menschen reichlich unangenehm, wenn sie zu sehr dem Verzehr alkoholhaliger Getränke frönen. Extrem unangenehm allerdings werden junge Damen im Alter zwischen 16 und 25, die offensichtlich sich auf der Suche nach Spaß und Lebensfreude zusammenrotten und dann männersuchend über das Fest ziehen. Leider sind solche Tage für den Männerfang höchst ungeeignet, da ungefähr 90 Prozent der Nachfahren Adams sich eher für ein Fass Bier als für ein Mägdelein entscheiden, wenn man ihnen die Auswahl lässt. (Die restlichen zehn Prozent sind homophil, aber das nur nebenbei bemerkt). Daher versuchten auch beim diesjährigen Fest im Stadtteil R. die entsprechenden weiblichen Abordnungen den aufkommenden Frust mit Hilfe betäubender Flüssigkeiten wegzuspülen.

Schnapsleichen
Auch Parteifreundin K. (links) war wieder mit von der Partie und unterstützte Journalist F. bei seinem Kampf um Schnaps und Bier.

Schade nur, dass es bis zur endgültigen Betäubung eine ganze Weile dauert, währenddessen man die schönsten Dinge machen kann. Zum Beispiel Journalist F. mit Augenklimpern um eine Rund harter Schnäpse anzubetteln. Nicht die erste wäre es gewesen, hätte der fleißige Zeitungsschreiber dem unbotmäßigen Ansinnen der Damenwelt nachgegeben. Was zudem erstaunte, Journalist F. ist bereits nach dem Genuss eine einzigen Glases dieser süßlichen, ehemals als Rentnergetränk geltenden hochprozentigen Substanz ziemlich geschafft. Doch die schmächtigen Mädchen am Bierstand der Partei gingen nach der fünften Portion immer noch hoch erhobenen Hauptes und ohne zu schwanken durch die Welt. Da muss man schon einiges gewohnt sein, um derartige Mengen an Alkohol so nonchalant verzehren zu können.

Wie auch immer, die Tortur für Journalist F. dauerte insgesamt knapp neun Stunden, die mit fast ununterbrochener Tätigkeit des Verkaufs diverser Getränke ausgefüllt waren. Nebenbei auch noch mit Bierzapfen und dem Spülen ungezählter Gläser, doch das sei nur am Rande erwähnt. Kurz vor Schluss blieben dann wirklich nur noch die hartnäckigsten Alkoholfreunde am Stand stehen. Offensichtlich, weil sie in wichtige Gespräche über Philosophie und Politik vertieft waren. „Gibt es bei denen einen Schalter zum abschalten?“ wollte Journalist F. von Parteifreundin K. wissen, die als Antwort nur resigniert den Kopf schüttelete. Ja, dieser Erfindung sollte sich die Genforschung unbeding einmal annehmen! Das wäre ein Segen für die Menschheit und alle, die spät nachts an den Theken der Welt berufsbedingt den unsäglichen Plaudereien ihrer umsatzfreudigen Gäste lauschen müssen.
9.8.07 00:03


Journalist F. feiert hinter den Kulissen

Alle Jahre wieder kommt der unvermeidliche Tiefpunkt: das Stadtfest im Städtchen S. Hier geht Journalist F. weder freiwillig noch in investigativer Absicht hin, sondern weil es seine Rolle als Kulturorganisator F. so will. Denn hinter den Kulissen der feucht-lauten Fröhlichkeit bedarf es wenigstens einer vernünftigen Person, die die Fäden in der Hand behält.

Jubel, Trubel, Heiterkeit
Menschen lieben es, sich gegenseitig in der Menge anzurempeln, während der Alkoholpegel im Blut kontinuierlich nach oben geht. Auch im Städtchen S.

Dieses Mal allerdings wollte Journalist F. nicht ganz alleine bleiben und begab sich auf die Suche nach einem Leidensgenossen. Der war auch schnell gefunden. Künstler Irgendlink nämlich erklärte sich bereit, gegen ein beachtliches Salär das schmutzige Geschirr des Festes zu spülen. Eine Aufgabe, der er sich mit Hingabe widmete.

Jubel, Trubel, Heiterkeit
Schon von Weitem konnte man durch das Fenster der fahrbaren Spülmaschine sehen, wie fleißig Künstler Irgendlink nicht nur den Pinsel schwingt, sondern auch mit Feudel und Bürste dem Schmutz zu Leibe rückt.

Jubel, Trubel, Heiterkeit
Ein Blick ins Innere der pittoresken Behausung. Alles da, Spülschwamm, Wasser und fleißige Hände, die dank Palmolive jung und geschmeidig blieben.

Derweil musste Journalist F. wesentlich komplexere Aufgaben lösen. Zum Beispiel, die Besucher am Stand der Stadtverwaltung des Städtchens S. zählen. Die waren zu Anfang nicht gerade zahlreich erschienen, daher war der Job noch locker und überschaubar.

Jubel, Trubel, Heiterkeit
Ersatzchef R. in der Mitte am Tisch musste sich vom anstrengenden Dienst beim Fest mit einem kleinen Fass Bier erholen. Im Hintergrund diverse Arbeitskollegen von Kulturorganisator F., die ihr karges Gehalt zurück an ihren Arbeitgeber brachten, indem sie den Bierstand leerten

Wie immer fielen bereits gegen 21 Uhr die ersten 14-Jährigen in Bewusstlosigkeit. Da sage einer, die Jugend von heute trinke zu viel. Nein, sie vertragen einfach nichts. Schon nach 14 Bier und einer halben Flasche Schnaps machen die Girlies heute schlapp. Die Jugend ist tatsächlich verweichlicht!

Jubel, Trubel, Heiterkeit
Später ging es heiß her am Stand. Man bestürmte die netten freundlichen Bierzapferinnen und hinterließ eine gehörige Portion Kleingeld in der Kasse.

Jubel, Trubel, Heiterkeit
Derweil gerieten die freundlichen Mitarbeiter von Journalist F. in der Einsatzzentrale etwas in Stress. Zum Glück kam später noch Künstler Irgendlink hinzu, um zu helfen. Hier Kollege D. in grün und Elektrospezialist S.

Jubel, Trubel, Heiterkeit
Derweil traf Journalist F. bei seinem Rundgang alte Bekannte, hier Parteischriftführerin K. beim vollen Einsatz.

Jubel, Trubel, Heiterkeit
Und an anderer Stelle konnte man beobachten, wie ganze Wildschweine am Spieß gebraten wurden.

Leider war das bunte Treiben ebenso wie der Dienst von Kulturorganisator F. bereits um halb vier in der Nacht vorbei und man musste traurig den Weg in die Heimat antreten. Ein ganzes Jahr hat Journalist F. jetzt Ruhe vor lästigen Stadtfesten.
14.7.07 01:57


Journalist F. schlemmt für die Kunst

Was ist die Aufgabe eines Kunstvereins? Natürlich, Not leidende Künstlerinnen und Künstler zu unterstützen. So ist es denn auch im Kunstverein des Nachbarstädtchens Z. lieb gewordene Tradition, alljährlich ein Wohltätigkeitsdiner zugunsten brotloser Künstler zu veranstalten. Das Besondere daran: diese bekommen nicht etwas kärgliche Spenden der schlemmenden Vereinsmitglieder, sondern am Ende die Reste des Büfetts. So wird jeder satt, ganz gleich, ob Alphabürger des Nachbarstädtchens Z. oder armer Schlucker, der sein Leben der Kunst und damit der permanenten Armut gewidmet hat.
Schlemmen für brotlose Künstler
„Ich hoffe, das wir alle satt werden und am Ende doch noch etwas für die brotlosen Künstlerinnen und Künstler übrig bleibt, deren Scharen bereits jetzt vor der Tür des Festsaales harren und deren Mägen fast noch lauter knurren als die unsrigen!“ eröffnete Kunstvereinsvorsitzender T. den kulinarischen Abend im Kreise illustrer Gäste.

Am vergangenen Wochenende war es wieder so weit und Journalist F. konnte sich natürlich der Einladung nicht entziehen. Besonders, da ihn zuvor ein geheimes Schreiben des Wissenschaftlers Frankendlink erreichte, das ihn unmissverständlich dazu aufforderte, Samstagabend in der Lehrküche des Unternehmens im Nachbarstädtchens Z. zu erscheinen, das für die Lieferung von Gas- und Strom zuständig ist. Dort hatte sich auch Bürgermeister H. und seine Gattin, Parlamentarierin H. eingefunden, um in mühevoller Arbeit ein kulinarisches Menü jenseits politischer Grenzen zu kreieren.

Schlemmen für brotlose Künstler
Die Speisenfolge konnte sich sehen lassen, wie man auf der geheim fofotrafierten Speisekarte unschwer erkennen kann. Für die hungrigen, brotlosen Künstlerinnen und Künstler sollte am Ende nur ein herzlicher Gruß aus der Küche übrig bleiben.

Schlemmen für brotlose Künstler
Dazu wurden erstklassige Weine gereicht, die mit speziellen Zutaten passend zur Stadt der Rosen und der Rosse, als die das Nachbarstädtchen Z. traditionell gilt, verfeinert wurden. Wie der aussagekräftige Name der Spirituose zeigt, wurde der Rotwein mit Stutenurin gewürzt, während sein weißes Pendent den Schweiß edler Hengste enthielt.

Schlemmen für brotlose Künstler
Künstler Irgendlink durfte natürlich nicht fehlen. Immerhin ist er ja der zweite Vorsitzende des illustren Kunstvereins, wie Journalist F. bereits an anderer Stelle berichtet hat. Trotzdem verzichtete er darauf, eine launige Rede zu halten. Sehr zum Bedauern besonders seiner vielen weiblichen Fans im fortgeschrittenen Alter.

Schlemmen für brotlose Künstler
Auch Künstlerin B. und ihr Gatte, Kunstpreisträger B., waren mit von der Partie. Ihr unermüdlicher Einsatz für die Kunst in Europa ließ sie an diesem Abend etwas müde wirken. Kein Wunder.

Schlemmen für brotlose Künstler
Doch die fröhliche Musik der beiden Violinstinnen machte wach. Sie spielten die moderne Sinfonie für zwei Bratschen und Froschorgel in sieben Sätzen von einem vorsichtshalber unbekannt bleiben wollenden zeitgenössischen Komponisten. Viel Applaus gab es für das rund zwei Stunden dauernde, größtenteils atonale Stück, das weniger die Sinne anzusprechen vermochte, als vielmehr die Nerven strapazierte.

Schlemmen für brotlose Künstler
Prachtvoll gedeckte Tafeln, reich gefüllte Teller und nie leer werdende Gläser. Das gefiel den anwesenden Alphabürgerinnen und –bürger im Nachbarstädtchen Z., zu denen jetzt auch Künstler Irgendlink gehört. „Erstmalig muss ich nicht als brotloser Künstler draußen vor der Tür auf die Reste warten!“ berichtete der bekannte Bewohner des einsamen Gehöfts, hoch über dem Nachbarstädtchen Z., nahe der Kreisstadt H. im investigativen Interview mit Journalist F.

Schlemmen für brotlose Künstler
Am Ende ehrte man Koch und Assistentin mit einem ausgewachsenen Bonsaibaum. „Wenn wir gewusst hätten, was uns heute auf die Teller kommt, hätten wir uns natürlich für ein Kochbuch als Geschenk entschieden. Aber da das keiner ahnen konnte, erhaltet ihr mit viel Applaus dieses seltene Gewächs!“ lobte Kunstvereinsvorsitzender T. das Engagement von Bürgermeister H. und seiner Gattin, Parlamentarierin H.

Schlemmen für brotlose Künstler
Ganz anders sah es vor der Tür aus, wo die brotlosen Künstlerinnen und Künstler verzweifelt auf die Reste warteten, welche die Kunstfreunde auf ihren Tellern übrig gelassen hatten. Solche Bilder zu zeigen, das ist wahrer investigativer Journalismus! Und für den setzt sich Journalist F. bekanntlich unermüdlich ein.
17.4.07 01:10


Journalist F. wünscht Glück auf!

Patenonkel sein ist eine spannende Bürde. Besonders, wenn man sein Amt mit einer gewissen Kreativität ausfüllen möchte. Kreativität, die meist lange Zeit vor dem verhängnisvollen Moment eingesetzt hat. So auch beim gemütlichen Silvesteressen vor einigen Wochen im Hause von Patenkind A. und seiner Mama, Freundin F. Kindergeburtstag stand auf der Themenliste ganz oben, denn schließlich erwartete man bald das zehnte solcherlei Ereignis und da muss man sich heutzutage etwas einfallen lassen, damit die kleinen Prinzessinnen und Prinzen, die gnädig ihr Kommen angesagt haben, auch auf das Prachtvollste bespaßt werden.

Bergmannsleben
Silvester 2006: an diesem denkwürdigen Tag wurden abenteuerliche Pläne geschmiedet, die man jüngst in die Tat umgesetzt hat.

Zoobesuch, Hüpfburgausflug und populäre Schnellimbissketten wurden nach längerer Überlegung verworfen. Eine Spiel-und Spaßparty im heimischen Wohnzimmer kam aus Gründen der Schonung des Selbigens nicht in Frage. Was also tun? „Wir fahren in den Grubenstollen ein!“ entfuhr es da ebenso kreativ wie spontan Journalist F. Ob Patenkind A. bei der Aussicht, seinen zehnten Geburtstag in einer dunklen, feuchten Höhle zu verbringen, wirklich erfreut war, wird wohl nie zu ermitteln sein. Auf jeden Fall wurde der Vorschlag begeistert angenommen und Patenonkel F. machte sich ans Organisieren.

Bergmannsleben
So sieht er aus, der Eingang zum ehemaligen Bergwerk im Städtchen S.

Viel schneller als erwartet kam dann der große Tag. Journalist F. hatte ordnungsgemäß eine Kindergeburtstagsführung im Besucherbergwerk des Städtchens S. angemeldet, die hierzulande stets für Jubel und Begeisterung bei den kleinen wie großen Bergwerksfahrern hervorruft. Drei junge Damen mit Namen M., L. und B, Minicharmeur Cousin L., das Geburtstagskind A. , Freundin F. und Journalist F. höchstselbst fanden dazu Platz im glücklicherweise sehr geräumigen Journalistenfahrzeug. Das hatte findige fernöstliche Ingenieure zwar mit genügend Sitzwerk für fünf Kinder ausgestattet, leider aber vergaß man eine schalldichte Scheibe zum Fahrerabteil zu konstruieren. So wurde unter einer infernalischen Lärmkulisse die Fahrt zu einer Probe für ein reißfestes Nervenkostüm.

Bergmannsleben
Vor der Fahrt in den Stollen, muss man sich standesgerecht ankleiden. Hier hilft Bergmann B. bei der Auswahl von Helm und Jacke.

Denn selbst zehnjährige Damen werden nervös, wenn sie um die Gunst des einzig anwesenden Mannes buhlen müssen. Cousin L., der sich selbst für die Reinkarnation von Wolfgang Amadeus Mozart als Wunderkind hält, genoss diese Aufmerksamkeit sichtlich und zeigte, dass die Verwandschaft von Eier legendem Federvieh und Mensch näher ist, als man auf den ersten Blick vermuten könnte.

Bergmannsleben
Patenkind A. in vollem Outfit. Kleidsam und praktisch. So sollten die neuen Schuluniformen aussehen, die man demnächst einzuführen plant.

Zunächst waren alle beschäftigt, die passenden Kleider zu finden. Denn vor der Einfahrt ins Bergwerk muss man sich mit Helm, Jacke und Lampe ausstatten. Das hat seinen guten Grund. Drinnen in der Erde ist es nämlich kühl und feucht. Und schrecklich dunkel, da man aus Sparsamkeitsgründen auf eine weitergehende Beleuchtung verzichtet hat.

Bergmannsleben
Tief hinein geht es in den düsteren Berg, ins Ungewisse Dunkel. Was würde auf die tapferen Bergleute warten?

Journalist F. fühlte sich an den Jules-Verne-Roman erinnert, wo ein verrückter Professor mit seinem blonden, nordisch-gut aussehenden Assistenten, einer Ente und anderen merkwürdigen Begleitern versucht, zum Mittelpunkt unseres Planeten vorzudringen. Leider vermisste Journalist F. bei der aktuellen Erkundungstour den gut aussehenden Teil des Expeditionscoprs. Aber zumindest hatte man einen ebenso tapferen wie ortskundigen Führer bei sich: Bergmann B., der früher selbst einmal Kohle aus den Tiefen eines Lochs gebuddelt hat, damit der Ofen niemals ausgehe.

Bergmannsleben
Unheimlich begann der Weg ins Ungewisse.

Bergmannsleben
„Und wenn man die Stütze dann abgesägt hat, machte es kawumm und alles brach zusammen!“ erklärte Bergmann B. die Grundsätze der Schwerkraft und erntete Jubel und Begeisterung bei seinen jungen Zuhörern.

So verbrachte man über zweieinhalb lustige Stunden unter Tage, wobei die Kälte besonders Freundin F. und Journalist F. immer tiefer bis in die letzten Poren des Körpers zu dringen schien. Doch Bergmann B. ließ sich in seiner Euphorie nicht bremsen und führte zu erstaunlichen Artefakten des Bergbaus.

Bergmannsleben
Zum Beispiel dieses praktische Gefäß, das in einer lauschigen Ecke abgestellt war.

Bergmannsleben
Eine Tafel an der Wand daneben klärte über die frühere Verwendungsweise auf, die heute jedoch nur noch in Katastrophenfällen gestattet ist.

Bergmannsleben
An alte Westernfilme und Paulchen Panthers Abenteuer erinnerte dieses Gerät. Zum Glück war der grausame Wissenschaftler Frankendlink nicht in der Nähe, der an dieser Sprengvorrichtung sicherlich seine wahre Freude gehabt hätte.

Nach langer Wanderung durch einen ewig feuchten und dunklen Gang kam man dann zu der Stelle, an der die kleinen Bergfrauen und der kaum größere Bergmann Cousin L. selbst mit Hammer und Meißel Löcher in den Fels schlagen durften. Leider waren alle Diamanten bereits aus dem Gestein von vorherigen Besuchertruppen entfernt worden, so dass die Ausbeute eher symbolisch blieb.

Bergmannsleben
Am Ende des Tunnels waren dann vier Stunden Fronarbeit angesagt. Auf diese Art und Weise hofft man, den defizitären Bergbau in Deutschland wieder auf eine stabile Grundlage zu stellen.

Bergmannsleben
Manch ein Ort im Grubenstollen erinnerte an die Kulisse diverser Hollywoodhorrorfilme.

Bergmannsleben
„Und hier auf der Karte sehen wir, wie wir wieder aus dem Bergwerk herauskommen!“ erklärte Bergmann B., der leider die falsche Brille dabei und daher keine Ahnung hatte, in welche Richtung man den Rückweg antreten musste.

Bergmannsleben
„Wenn wir hier ein paar Tage bleiben müssen, dann ist das kein Problem. Das passiert öfter!“ wusste Bergmann B. zu beruhigen.

Bergmannsleben
Trotzdem waren alle froh, als man nach vielen Stunden schließlich doch durch einen schmalen Schacht wieder in die Freiheit klettern konnte.

Am Ende waren sich alle sicher: ein gelungener Geburtstagsausflug, der mit Pizza und Cola stilvoll beendet wurde. Und heimlich hoffte man, dass für das kommende Jahr Journalist F. von jedem kreativen Anfall verschont bleiben möge.
3.4.07 17:31


Journalist F. verbringt einen geruhsamen Jahreswechsel

Das vergangene Jahr war hektisch und erlebnisreich, wie die geneigten Leserinnen und Leser des Journalistenblogs atemlos verfolgen konnten. Daher ist es nur recht und richtig, dass der Jahreswechsel erholsam und geruhsam verlaufen konnte. Keine der vielen Einladungen zu bedeutenden gesellschaftlichen Ereignissen hatte der fleißige Zeitungsschreiber angenommen. Viel zu sehr war er darauf bedacht, keinen Unfrieden unter den diversen Gastgeberinnen und Gastgebern zu stiften.

Jahreswechsel.
Hierhin kam Journalist F. nicht. Geheimes Foto von der Silvesterparty bei Busfahrerin M. und Hartz-IV-Vollstrecker M.

Vielmehr nutzte Journalist F. die Gelegenheit, Bilanz eines ereignisreichen Jahres zu ziehen. Lange dachte er über all die wichtigen Ereignisse nach, denen er beiwohnen durfte. Schaudernd erinnerte er sich an die Missetaten von Wissenschaftler Frankendlink. Und nachdenklich wurde der Zeitungsschreiber, wenn er über die Menschen sinnierte, denen er mehr oder weniger flüchtig in den vergangenen zwölf Monaten begegnet war.

Jahreswechsel.
Auch hier war Journalist F. nicht zugegen.

So manches schaurige Konzert musste Journalist F. über sich ergehen lassen. Und danach aus reinem Selbstschutz eine wohlwollende Kritik für die eine der beiden führenden Tageszeitungen im Nachbarstädtchen Z. verfassen. Schließlich ist es ja zu loben, wenn ältliche Damen und Herren statt sich mit ihren Nachbarn zu streiten der Sangeskunst frönen. Und sei sie auch noch so laut und falsch. Auch für Schülerinnen und Schüler höherer Bildungsanstalten ist ein Ausflug auf die Bretter, die die Welt bedeuten, sicherlich interessanter als dem meist langweiligen Unterricht zu folgen. Und die jungen Menschen sind beschäftigt und kommen nicht auf dumme Gedanken.

Jahreswechsel.
Leider wartete man auch in New York vergebens auf Journalist F.

Und hätte es das Schicksal nicht schlimmer meinen können, als die Rolle als Kulturorganisator F. zu vergeben? Vielleicht säße selbiger ansonsten jetzt in einem anderen Büro und wäre Buchhalter F. Ein nicht gerade erfrischender Gedanke. So sinnierte der fleißige Kulturarbeiter also, während er voll Begeisterung mit Patenkind A. ein großartiges Feuerwerk abbrannte. Mit echten Raketen und Böllern. Patenkind A. war selig und einen solch tollen Abend hatte sie schon lange nicht mehr verbracht. Während Meerschweinchen F. dem Genuss von frischem Biogemüse frönte, ließ man zusammen mit Freundin F., der Mama von Patenkind A., das alte Jahr ausklingen und hoffnungsfroh ins nächste blicken.

Jahreswechsel.
Hierhin kam Journalist F. nun wirklich. Die traditionelle Silvesterparty bei Patenkind A. und Freundin F. machte wie jedes Jahr Spaß.
3.1.07 23:52


Journalist F. entdeckt die Traktorkatastrophenmalerei

Lange Zeit war es wirklich einsam auf dem einsamen Gehöft hoch über dem Nachbarstädtchen Z., nahe der Kreisstadt H. Es schien, als verhinderten böse, eifersüchtige Mächte das bunte Treiben, das noch im vergangenen Jahr für viele Stunden voller Spaß und Freude bei Grillgut und Sternenschein gesorgt hatte. Doch alles Elend hat einmal ein Ende. Und so feierte man jüngst das traditionelle Atelierfest und es waren weit und breit keine eifersüchtigen Mächte zu sehen, die dies zu verhindern vermocht hätten.

Traktormaler auf dem Lande
"Nein, keine Fotos bitte. Nicht in meinem elenden Zustand!" rief Künstler Irgendlink sofort, nachdem Journalist F. seine investigative Kamera gezückt hatte.

Traktormaler auf dem Lande
Der Grund war schnell gefunden. Durch ein schreckliches Experiment mit den Ingredenzien des grausamen Wissenschaftlers Frankendlink hatten sich die Haare auf dem Kopf von Künstler Irgendlink bis auf ein Minimum zurückgezogen.

Ganz nach dem Motto "Künstler kann man gar nicht genug kriegen" hatte Fotokünstler Irgendlink den Kunstverein aus der Landeshauptstadt M. eingeladen, ein Wochenende auf dem einsamen Gehöft, hoch über, die geneigten Leserinnen und Leser des Journalistenblogs wissen schon, zu verbringen. Gerne war man dem Ruf gefolgt und frönte dabei ganz unterschiedlichen Leidenschaften, die nicht immer rein künstlerischer Natur waren.

Videokünstlerin D. beispielsweise hatte sich nicht nur vorgenommen, das Geschehen per Kamera in bewegten Bildern aufzunehmen, sondern auch die Natur zwischenmenschlicher Beziehungen intensiv zu erkunden. Einzig fehlte es zunächst an geeigneten Testpersonen. Doch das sollte sich schnell ändern.

Traktormaler auf dem Lande
Videokünstlerin D. in ihrem kleidsamen Teppich, der direkt aus Südamerika importiert worden war. Dort tragen ihn traditionsgemäß schon seit vielen Hundert Jahren die Insassen von Sträflingskolonien auf den Hochebenen der Anden, während sie die großen Meerschweinchenherden hüten, die dort auf den Wiesen grasen.

Denn plötzlich tauchte Jakobspilger Sch. in Begleitung von Elektroingenieur J. auf. Der junge Mann erzählte von seinem abenteurerlichen Trip durch die steinigen Berge Spaniens, um auf einer Pilgerreise Ablass von allen Sünden zu bekommen. Zwei Jahre dauerte die Wanderung voller Entbehrungen und aus dem ehemals schmächtigen Studenten wurde in dieser Zeit ein muskelgestähltes Prachtexemplar von Mann.

Traktormaler auf dem Lande
Dass Pilgerreisen nicht nur gut für die Seele, sondern auch für den Körper sind, bewies Jakobspilger Sch.

Traktormaler auf dem Lande
Zum Beweis noch ein anderes Foto, das Journalist F. überaus heimlich investigiert hat.

"Wie, lieber Jakobspilger Sch., hast du diese lange Reise finanzieren können?" fragte voller Interesse der bekanntermaßen reisefreudige Künstler Irgendlink. "Das war ganz einfach. Ich bin schließlich ein reicher Millionenerbe!" Diese Worte vernahm auch Videokünstlerin Sch., die sich endlich am Ziel ihrer Suche nach einem zwischenmenschlichen Experimentteilnehmer sah. "Oh, ich mag Millionenerben!" unterbrach sie von ihrem bislang zehn Meter entfernten Standort das Gespräch und schlängelte sich verführerisch in die Nähe von Jakobspilger Sch.

Traktormaler auf dem Lande
"Nirgends auf der Welt habe ich so talentierte Maler wie Künstler Irgendlink gesehen!" staunte Jakobspilger Sch., nicht ahnend, welche Gefahr sich in Form von Videokünstlerin D. auf ihn zu bewegte.

Traktormaler auf dem Lande
Jakobspilger Sch. hatte sich mittlerweile zur Malaktion an den Künstlertisch begeben und schwang mit Freude und Spaß den Pinsel.

Traktormaler auf dem Lande
Flugs tat es ihm Videokünstlerin Sch. gleich. Doch wie durch ein Wunder saß auf der Stelle, wo man kurz zuvor noch den attraktiven jungen Mann gesehen hatte, Elektroingenieur J. "Das macht nichts. Mann ist Mann!" säuselte die talentierte Videokünstlerin dem fleißigen Wissenschaftler ins Ohr.

Traktormaler auf dem Lande
Dieses Bekenntnis hatte ungeahnte Folgen. Denn plötzlich war Elektroingenieur J. genauso schnell verschwunden wie Jakobspilger Sch.

Doch das ließ die fleißigen Künstlerinnen und Künstler aus der Landeshauptstadt nicht dazu verleiten, von ihrem malerischen Tun abzulassen. Exgalerist Q. beispielsweise entdeckte eine neue Kunstrichtung, die Traktorkatastrophenmalerei und nennt sich seitdem auch logischerweise Traktorkatastrophenmaler Q. Ein Werk beeindruckte besonders: "Mann im weißen Unterhemd, der vom Traktor überrollt wird".

Traktormaler auf dem Lande
Traktorkatastrophenmaler Q. in einem Moment der kreativen Erleuchtung.

Traktormaler auf dem Lande
"Zwei Traktoren in Kollision begraben den 96-jährigen Bauer H. unter sich" – eines der bemerkenswertesten Erstlingswerke von Traktorkatastrophenmaler Q.

Traktormaler auf dem Lande
Aktionskünstler B. und Maler G. konzentrierten sich ebenfalls auf ihren Pinsel und malten, was das Zeug hielt. Nur so, glaubten sie, könnten sie der Experimentierfreude von Videokünstlerin D. entgehen


Traktormaler auf dem Lande
"Was passiert eigentlich bei den Experimenten von Videokünstlerin D., wenn sie mit ihren Probanten in das kuschelige Laborzelt verschwindet?" wollte Grafikerin K. ausgerechnet von Künstler Irgendlink wissen. Doch der zuckte nur ängstlich mit den Schultern.


Journalist F. nutze derweil die Zeit, um heimlich zu investigieren. Schließlich war er auf der Suche nach Beweisen für das verwerfliche Treiben von Wissenschaftler Frankendlink, der sich persönlich nicht blicken ließ. Doch die Indizien zeigten: der grausame Experimentator konnte nicht weit sein.

Traktormaler auf dem Lande
Zum einen die fehlende Haarpracht von Künstler Irgendlink. Daneben zum Vergleich ein Foto vor dem Experiment.

Traktormaler auf dem Lande
Zum anderen dieses Riesengemüse. Ein Kommentar erübrigt sich... Und auch die freudsche Interpretation. Was mag im Züchter eines solchen phallischen Objekts wirklich vorgehen?

Mittlerweile hatte sich unter den Vereinsmitgliedern eine rege Diskussion entwickelt. Man war auf der Suche nach der wahren Identität der Gemeinschaft. Schließlich stellte man überzeugt fest: wir sind eigentlich gar kein Kunst-, sondern ein Gesangsverein! Diese These wurde schnell von der Realität überholt und es erschallte ein wahrhaft infernalischer Klangteppich über die einsamen Ebenen des ebenso einsamen Gehöfts, hoch über dem Nachbarstädtchen Z., nahe der Kreisstadt H.

Traktormaler auf dem Lande
"We are the world, we are the children!" erklang es schaurig bis ins Tal, wo sich manch ein Einwohner des Nachbarstädtchens Z. wohl beunruhigt im Bett wälzte.

Traktormaler auf dem Lande
"Wie war noch mal der Text von 'Country Road"? sinnierte Gitarrenvirtuosin R. und kam auch schon kurze Zeit später zum Ergebnis, das ebenso laut wie falsch vom Chor des Gesangsvereins aus der Landeshauptstadt M. intoniert wurde.


Trotz aller künstlerischen Inspiration hatte Traktorkatastrophenmaler Q. sein zwischenmenschliches Gewissen nicht verlassen. Auch ihm war es nicht entgangen, dass das Experiment von Videokünstlerin D. aufgrund der Flucht von Testperson Jakobspilger Sch. zu scheitern drohte. Daher bot er ihr ein Kuschelseminar in seinem gemütlichen Zelt an, in welchem er während des Aufenthalts auf dem einsamen Gehöft zu ruhen pflegte.

Traktormaler auf dem Lande
Doch die Künstlerin zeigte dem Traktorkatastrophen malenden Künstlerkollegen nur die kalte, von der südamerikanischen Sträflingsdecke bedeckte Schulter.

Traktormaler auf dem Lande
Das schmerzte Traktorkastastrophenmaler Q. derart, dass er in lautes Wehklagen ausbrach. Doch alles hat sein Gutes: dieses einschneidende Erlebnis führte zum berühmten Gemälde "Traktor fahrender Bauer mit Liebeskummer stürzt sich ins Rübenfeld".

Zum Glück sah am nächsten Tag die Welt schon wieder ganz anders aus. Die Künstler aus der Landeshauptstadt M. waren bester Stimmung und hatten eine abenteurliche Nacht erlebt. Traktorkatastrophenmaler Q. hatte mehrere Visionen. Eine handelte von kreischenden Kreissägen am frühen Sonntagmorgen, eine andere von einem Traktor, der beinahe eine halbnackte Künstlerin überfahren hätte, die im taunassen Gras lag, auf die Liebe ihres Lebens wartend.

Traktormaler auf dem Lande
Um solche schrecklichen Gedanken zu vertreiben, entführte Journalist F. sowohl Künstler Irgendlink als auch Traktorkatastrophenmaler Q. ins benachbarte Atelier von Künstler B. Dort hatte man viel Spaß.

Traktormaler auf dem Lande
Man erfuhr manche Neuigkeit aus dem abenteuerlichen Leben von Künstlern und durfte zudem noch von dem köstlichen, von Künstlerin B.- Gattin von Künstler B. - gebackenen Kuchen naschen, der zum Kaffee gereicht wurde.

Doch die Rückkehr zum einsamen Gehöft, hoch über dem Nachbarstädtchen Z., nahe der Kreisstadt H. ließ sich nicht vermeiden. Dort war man mittlerweile im Aufbruch, denn alle wollten endlich wieder zurück in den Schoß der Zivilisation.

Traktormaler auf dem Lande
"Bleib doch noch, du holde Künstlerin! In meinem Zelt ist noch ein Platz zum Kuscheln frei!" flehte Traktorkatastrophenmaler Q. vergebens.

Traktormaler auf dem Lande
"Oder wenigstens du, du Kühlerfigur auf meinem Lieblingstraktor!"

Traktormaler auf dem Lande
"Selbst Aktionskünstler B. will uns jetzt verlassen. Die Welt ist schlecht und elend!"

Kein Wunder, wenn sich der Abschied über vier geschlagene Stunden hinzog, obwohl Traktorkatastrophenmaler Q. trotz aller Bemühungen niemanden zum Dauerkuscheln finden wollte. Zeit genug also für Fotokünstlerin K. , um investigative Fotos mit ihrer Röntgenkamera zu machen.

Traktormaler auf dem Lande
"Nein, hat die tatsächlich einen grün-blauen Stringtanga unter der Decke an!" staunte man nicht schlecht, als die Kamera auf eine hier nicht näher genannte Künstlerin gerichtet wurde.

Traktormaler auf dem Lande
"Jetzt ist aber Schluss!" befahl die resolute Vereinschefin, Schmuckkünstlerin R., während sie die schwarz-rot-goldene Vereinsfahne fachfraulich faltete. Schließlich war sie früher in einer Spezialkampfeinheit der deutschen Marine, die eigens zum Schutz gefährdeter Ölsardinenbestände eingesetzt wird.
19.9.06 14:34


Journalist F. besucht die Grillisage

Wir leben in Zeiten steter Veränderungen. Lieb gewordene Traditionen verschwinden und neues Brauchtum erobert auch die Kulturszene. Früher machte man zur Eröffnung einer Ausstellung eine so genannte Vernissage. Zum Ende der Schau erfand man die Finissage. Und Galerist B. als passionierter Koch setzte dem Ganze die Krone auf: er schloss die aktuelle Ausstellung mit einer Grillisage.

Grillen im Dampfkochtopf.
Recht unzufrieden wirkte Galerist B. bei der Anwendung klassischer Grillmethoden. "Alles alter Käse!" meinte der experimentierfreudige Koch.

Grillen im Dampfkochtopf.
"Hier steht meine neueste Erfindung!" strahlte Galerist B.

Grillen im Dampfkochtopf.
"Ein Dampfkochtopf! Den stellt man auf den Schwenkergrill und schon werden die Würste unvergleichlich!" berichtete Galerist B. voller Stolz über seine innovative Erfindung, bei der ihn Wissenschaftler Frankendlink tatkräftig unterstützt hatte.

Grillen im Dampfkochtopf.
Kein Wunder, dass die Gäste ob solch kochwissenschaftlichen Eifers lange nur eine leere Tafel betrachten durften.

Grillen im Dampfkochtopf.
Doch dann war es endlich soweit. Hier präsentiert Galerist B. die ersten Portionen einer von ihm höchstselbst kreierten Spezialität: gegrillte Alufolie natur.

Grillen im Dampfkochtopf.
"Und das ist der finale Rettungssprung, wenn der Kochtopf explodiert!" versuchte Galerist B. Journalist F. zu beruhigen, der sich an diverse Koch-Unglücke der Vergangenheit erinnerte.

Grillen im Dampfkochtopf.
"Zwei Stunden und sieben Minuten brauchen die Würste im Dampfgriller. Nicht mehr und nicht weniger." Galerist B. gab den dankbaren Zuhörern Tipps aus der Profiküche.

Grillen im Dampfkochtopf.
"Erzähl du nur!" dachte sich Galeristin B., die sich ebenfalls an diverse Koch-Unglücke der Vergangenheit erinnerte.

Grillen im Dampfkochtopf.
Natürlich waren auch wieder zahlreiche Hunde anwesend. Die intelligenten Tiere, die sich gut an Koch-Unglücke erinnern können, hielten sich jedoch weit entfernt vom kochenden Galeristen.

Grillen im Dampfkochtopf.
Zum Glück sind alle Gäste der Galerie B. wohl erzogen und so brachte es niemand fertig, die wahre Meinung zu den dampfgegrillten Würsten zu äußern. Das ließ Galerist B. seinen Seelenfrieden.

Grillen im Dampfkochtopf.
"Das nächste Mal koche ich wieder!" verkündete er stolz, worauf sich manch ein Gesicht der Anwesenden grünlich verfärbte.
19.8.06 15:44


Journalist F. feiert Geburtstag

Wie, so fragen sich oft die geneigten Leserinnen und Leser des Journalistenblogs, feiern reiche und berühmte Leute ihre ganz privaten Feste? Die Antwort darauf gibt der folgende investigative Bericht über die ausschweifenden Feierlichkeiten des (zukünftig) reichen und (zukünftig) berühmten Autors F., der im Kreis illustrer Gäste zum wiederholten Male seinen 39. Geburtstag feierte.

Rauschende Feste
Galerist B., natürlich beim kochen in der Küche.

Dazu hatte der fleißige Autor des Erfolgsromans "Allee der Schatten" eine ganze Schar ebenso prominenter wie illustrer Gäste geladen. Beispielsweise Galerist B., der sofort zur Begrüßung "Alles von mir gekocht!" rief. Sein erster Gang war daher in die Küche, wo er kritisch das Vorspeisenbüffet testete und anschließend zur Fertigstellung des seiner Meinung nach unvollkommenen Mahls nach einem Dampfkochtopf verlangte.

Rauschende Feste
Als Helfer hatte sich Galerist B. spontan Zahntechnikermeister M. ausgesucht, der hier gerade dabei ist, die Zeitzünder unter den Warmhalteplatten scharf zu machen.

Auch Hartz-IV-Vollstrecker M. war gekommen. Leider ohne seine Gattin, der Busfahrerin M. Diese war nämlich gerade damit beschäftigt, ihrer leidenschaftlichen Profession nachzugehen und diverse Dorffestgäste vom O. nach H. und R. zu fahren. Natürlich standesgemäß in einem schicken roten Omnibus. Eine anstrengende und nicht immer spannende Tätigkeit, wie ein Anruf von Busfahrerin M. in der Wohnung von Autor F. eindeutig bewies.

Rauschende Feste
Hartz-IV-Vollstrecker M. amüsierte sich auch ohne Gattin.

Rauschende Feste
Mit diesem Bus reiste Busfahrerin M. durch die Lande, statt sich im gesellschaftlichen Großevent in Bad G. zu beteiligen.

Rauschende Feste
Hier das Innere des modernen Reisebusses. Als Trost hatte sich Busfahrerin M. eines ihrer beiden liebenswerten Kampfmeerschweinchen mitgenommen. Dieses beschütze auch vor lästigen Fahrgästen.

Postbeamter D. hingegen war vom Pech verfolgt. Nachdem er voller Begeisterung eine Fernsehdokumentation über die erste Mondlandung gesehen hatte, verwechselte er seine Vespa mit dem Lunarlandemodul. Leider ist die Schwerkraft auf der Erde sechs Mal höher aus auf dem bekannten Trabanten, so dass einige Blessuren von diesem Experiment übrig blieben. Zum Glück konnte ob des originalgetreu rekonstruierten Raumanzugs das Schlimmste verhindert werden, sodass sich Postbeamter D. dann doch noch, zwar verspätetet, auf das rauschende Fest von Journalist F. begeben konnte.

Rauschende Feste
Dramatische Wundverbände machten die Situation für alle sichtbar. Wissenschaftler Frankendlink bot seine medizinische Hilfe an. "Ich mache Ihnen einen ganz neuen Arm. Der hat sogar Saugnäpfe!" versprach der ebenso windige wie findige Wissenschaftler.

Wie auch immer, die Gäste ließen es sich munden im Haus direkt an der zukünftigen saar-pfälzischen Barockstraße. Man kostete von italienischen Köstlichkeiten und ließ auch den Nachtisch nicht aus.

Rauschende Feste
"Wetten, dass es Zahntechnikermeister M. nicht gelingen wird, uns alle Puddingportionen wegzuessen?" fragte provokativ Galerist B. Seine Gattin, Galeristin B., hielt dagegen: "Aber sicher!" meinte sie.

Rauschende Feste
Die Wette schien zugunsten von Galeristin B. zu verlaufen, wie man sieht.

Rauschende Feste
Doch sollte man nie die Rechnung ohne Wissenschaftler Frankendlink machen. Mit Raffinesse und Schnelligkeit hatte er sich eine Portion des köstlichen Puddings ergattert.

Rauschende Feste
Zufrieden feierten alle nicht nur das Geburtstagskind F., sondern auch den Wettsieger B.
16.7.06 15:19


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung