Die geheimen Tagebücher des Journalisten F.
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Über das Bloggen
Journalist F. besucht das Sommerfest im Königshaus
Manche Skandale sind noch skandalöser, als man es sich vorstellen kann. Beispielsweise, wenn ganz und gar blaublütige, ja sogar königliche Familien ganz inkognito unter uns leben. Doch Journalist F., bekannt für seine unglaublichen investigativen Fähigkeiten, deckt auch das unmöglich Scheinende auf. So besuchte er jüngst das Sommerfest der molwanischen Herrscherfamilie und erlebte royale Prachtentfaltung, wie man sie heutzutage nirgends mehr anzutreffen glaubte. Offiziell nannte sich das Fest "Konfirmation der Familie M. aus Sch." Doch die Wahrheit war eine ganz andere, wie die heimlich aufgenommenen Fotos des investigativen Journalisten eindeutig beweisen. Allerdings werden die geneigten Leserinnen und Leser verstehen, dass Journalist F. aus Gründen der absoluten Geheimhaltung weitgehend auf jede Namensnennung der abgebildeten Personen verzichtet hat. Die adeligen Titel sind jedoch echt, großes Journalistenehrenwort
 "Das ist doch Harz-IV-Vollstrecker M.!" werden die geneigten Leserinnen und Leser des Journalistenblogs jetzt rufen. Weit gefehlt. In Wahrheit handelt es sich um Baron von M., hier mit Königin N. und Prinzessin M. bei der Begrüßung der adligen Gäste.
 Prinzessin M. traut vereint mit ihrem Patenonkel, dem Viscount von S. Die beiden haben ein inniges Verhältnis und die junge Prinzessin vertraut ihrem väterlichen Freund alle Geheimnisse an.
 Zwei ebenso schweigsame wie royale Gäste: der alte König, Vater von Königin N. und dessen Bruder, der Großherzog von S. haben immer wichtige Regierungsgeschäfte zu besprechen.
 Links vorne die Königinmutter mit ihrer neuen Liebe, dem Förster aus dem H.-Wald. Dass diese Verbindung nicht ganz standesgemäß ist, gehört zu den gerne gehörten Gerüchten in königlichen Kreisen. Doch wo das Herz spricht, da fallen alle Standesschranken.
 Die Königinmutter mit ihren beiden wohlgeratenen Töchtern: Königin N. und Prinzessin C., jetzt auch als Gattin von Baron M. die Baronin von M. Man kennt sie auch unter ihrer bürgerlichen Tarnung als Busfahrerin M.
 Prinzessin M. und der geheimnisvolle Prinz. Es ist nicht zu übersehen, dass beide eine herzliche Liebe verbindet. Werden bald die Hochzeitsglocken läuten?
 Auch der junge Königssohn und Bruder von Prinzessin M. scheint auf Freiersfüßen zu wandern. Aus Palastkreisen ist zu vernehmen, dass die Zahl seiner Verehrerinnen ungeahnte Höhen erreicht haben soll.
 Prinzessin M. beim traditionellen Tortenschnitt. Wer das erste Stück des königlichen Gebäcks erhält, der tritt als nächste Person vor den Traualtar, so heißt eine alte Überlieferung, die bis ins Mittelalter reichen soll und die sich noch immer bewahrheitet hat. Wenngleich man zu manchen Zeiten etwas gewaltsam nachgeholfen haben soll.
 Die Schwester von Königin N., die leider durch unvorhergesehene Schicksalsschläge zum eher verarmten Adel gehört. Daher wurde eine Sammlung zugunsten der armen Verwandten unter den hochwohlgeborenen Gästen veranstaltet.
 Ist das das geheimnisvolle Verlobungsfoto des geheimnisvollen Prinzen?
 Oder ist es das?.
 Königin N. fährt gerne sportlich. Auch die königliche Karosse wird von den Fahrkünsten der hohen Dame nicht verschont.
 Das offizielle Gruppenfoto des königlichen Sommerfestes. 2000 Jahre Hochadel sind hier vereint.
 Die kleinste Prinzessin mit ihrem Lieblingshund aus der royalen Terrierzucht ihrer Mutter..
 Ein Gruppenfoto der Monarchenfamilie. Links König K., danach Königin N., die beiden Prinzessinnen und der junge, gutaussehende Prinz, Schwarm aller adligen Jungfrauen.
 Prinz T., Sohn des Herzogs von Sch. ist eine große Hilfe für Königin N., wenn es um die Terrierzucht geht, die neben dem sportlichen Fahrstil zu den Hobbies der Monarchin gehört.
 König K. gibt sich volksnah und übernimmt die Rolle des Mundschenks. Hier schenkt er gerade einen edlen Tropfen aus den königlichen Kellern aus.
 Die Ähnlichkeit des geheimnisvollen Prinzen (links) mit dem amtierenden Fürsten des Expiratenstützpunkts M. ist verblüffend. Der Fürst hat bereits zwei unehelich gezeugte Kinder anerkannt. Folgt bald das dritte, dieses Mal ein Prinz und Nachfolger? Das würde auch Prinz T. (rechts) freuen. Er würde dem geheimnisvollen Prinzen sofort in dessen neues Fürstentum folgen, wie es in gut unterrichteten Kreisen vermutet wird.
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Journalist F. bietet unglaublichen Service für seine Leser
Das höchste Ziel eines Journalisten ist es, seine Leser zufrieden zu stellen. Dafür ist auch Journalist F. keine Mühe zu groß und keine Ausgabe zu hoch. Gerade erleben die geneigten Leserinnen und Leser des Journalistenblogs ein eindrucksvolles Beispiel. Denn es gibt eine neue Journalistenkamera, um noch bessere und investigativere Fotos machen zu können, welche die Wahrheit noch mehr erhellen, als das bereits bisher der Fall war.
 So sieht das neue Prachtstück aus.
Dabei handelt es sich um ein wahres technisches Wunderwerk. Nämlich um das Modell Panasonic Lumix LZ30. Acht Millionen Pixel bietet jedes Foto, das dank des 12-fach-Zooms auch ganz geheim aus weiter Ferne gemacht werden kann und trotzdem alle Details der Skandale festhält, die alltäglich dem Journalistenauge nicht entgehen. Extrem lichtstark und extrem teuer. Aber, wie bereits erwähnt, Journalist F. scheut für seine Leserinnen und Leser keine Kosten.
 Dunkelheit herrschte kurz vor 21 Uhr im Dörfchen E. Trotzdem gelang ohne Blitzlicht dieses Foto.
Hier kann man erste Ergebnisse sehen. Weitere werden in Bälde folgen. Und dabei wird es auch um die skandalträchtige Karfreitagsparty der berühmten K-WG im Nachbarstädtchen Z. gehen. Man darf gespannt sein!
 FH-Dozent J. und Künstler Irgendlink erstarren in Ehrfurcht vor der neuen Kamera. Bald gibt es weitere Fotos und investigative Berichte von der Party im Nachbarstädtchen Z.
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Journalist F. versucht einen neuen Stil
Manchmal könnte man neidisch werden. Zum Beispiel auf andere Kulturjournalistenblogger. Da gibt es doch tatsächlich einen, der führt sein Tagebuch nicht auf einer profanen Myblog-Ebene, sondern hat das elegante Ambiente der Welt-Homepage gewählt. 34 Jahre alt, gut aussehend und wohl einer der gefragtesten Musikkritiker derzeit. Reist stets um die ganze Welt und bloggt seine Erlebnisse in kleinen, eloquenten Episoden. Wer sich für so jemanden interessiert, schaue selbst: Kulturjournalistenblog
Beneidenswert: Opernkritiker B.
Journalist F. will auch so was. Daher überlegt er gerade, ob der Stil des Journalistenblogs nicht einer gründlichen Überarbeitung bedarf. Hier ein paar Versuche. Die geneigten Leserinnen und Leser mögen selbst urteilen.
Die Langeweile der Königinnen
Heute war wenig los. Nachmittags zum Five o'Clock bei Queen Elisabeth. "Lillibeth," sagte ich nach dem dritten Ingwerkeks zu ihr, "Lillibeth, was gibt es schöneres als eine nette Familie, wie Eure Majestät sie hat!" Natürlich sprach ich das in bestem Oxford-English zu ihr, man weiß ja schließlich, was sich gehört. "Dear Journalist F." the Queen answered – antwortete die Queen – "But there is much trouble with the sons und daughters." Ja, das ist wahr, Kinder machen nicht nur Freude. Auch nicht das Konzert in der Carnegy Hall, das ich am Abend aus purer Langeweile besuchte. Auf der Herrentoilette traf ich Dirigent Barenboim und wir plauderten über Mozarts Versuche, seine Cousine zu schwängern. Das Publikum musste warten. Aber manche Dinge stehen eben über dem Profanen.
Nur dezenter Schmuck für die Queen beim Kaffeeklatsch mir Journalist F.
Gequälter Theaterspaß
Theater ist heute auch nicht mehr das, was es einmal war. Das bewies ein Abend in Hamburg. Stickige Loge, das Publikum zum 70 Prozent Premierenabonnenten. Wie gewöhnlich. Auf der Bühne: Schillers Räuber. Zum Fürchten schlecht. Fast wie in der Provinz. Da lobe ich mir doch die Häuser in Rom und Madrid. Dort weiß man noch, was Schauspielkunst ist. Keine Experimente mit Dilettanten. In der Pause mit Steven Spielberg telefoniert. Ihm empfohlen, statt Film einmal Theater zu machen. Er hat zugesagt.
Eine CD mit großen Liedern
Die Bedienung eines CD-Spielers macht umso mehr Spaß, wenn man ihm ordentliches Futter anbieten kann. So geschehen mit der neuesten Aufnahme von Maria Callas. Wie das möglich ist? Ganz einfach, sie wurde von Madame G., dem größten derzeitigen Gesangsmedium gechannelt und im Studio aufgenommen. Maria hört sich frisch an wie zu ihren Glanzzeiten. Ihre Mozartarien sind besonders exquisit, da unter der Aufsicht des Genies höchstselbst einstudiert. Allerdings gibt es heute bessere Interpretationen der komplexen Ideen des Komponisten. Wenn er noch unter den Irdischen weilen würde, könnte man sagen, er hat sich selbst überlebt.
Opernstar F., hier sieht er noch fit aus. Nach der Nacht mit Journalist F. war es anders.
Im Bett mit Opernstar F.
Heute morgen wach geworden und Tenor F. neben mir gefunden. War eine berauschende Nacht. Allerdings nicht musikalisch. Denn der gut aussehende junge Mann war nicht nur stimmlich etwas indisponiert. Das soll sich ändern, verspricht er beim Frühstück und fleht um eine wohlwollende Kritik. "Was soll ich wohlwollend kritisieren? Den Gesang? Unmöglich. Den Rest der Nacht? Das wäre Lüge!" Und Kritiker dürfen nicht lügen, wie Präsident Putin gesagt hat, als ich ihn letzte Woche zum Mittagessen besucht habe. Sein Kollege George W. Bush hingegen setzt mehr auf Dialektik, wie er mir beim Abendessen des selben Tags gestand. "Mr. President!" I told – erzählte ich – "We all must do our best!" Wie wahr meine Sprüche doch immer wieder sind.
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Journalist F. bloggt bis Finnland
Edel sei der Blogger, schreibfroh und gut. Diese Mär geht um die Welt und jeder denkt, man blogge um des Bloggens Willen. Das ist grundlegend falsch. Denn die Zugriffsstatistiken sind es, für die ein Blogger Nächte am Rechner verbringt, waghalsige Fotoaktionen unternimmt und unter Lebensgefahr investigiert.
Normalerweise kann man nur die Anzahl der Besucher sehen. Und wenn man Glück hat, erbarmt sich eine freundliche Leserin oder ein freundlicher Leser des Journalistenblogs zu einem Kommentar. Dann weiß man auch, wer das war.Der Rest ist Schweigen, grausame Anonymität. Journalist F., den man auch in gewissen Kreisen Mr. Marple nennt, hat etwas Besseres gefunden. Einen Webcounter auf der Blogpage. Doch der zählt zunächst auch nur die Zugriffe.
Aber pünktlich um Null Uhr zehn wird es spannend. Dann erhält man nämlich die Tageszusgriffstatistik per Email. Und die beiinhaltet zumindest die Domains der einzelnen neugierigen Blogleserinnen und -leser. Erstaunliches kommt dabei zutage. Das Journalistenblog wird von zwei Schweizer Bloglesern genutzt und zwar regelmäßig. Ein anderer ist an der Hochschule für Bildende Künste in der Landeshauptstadt S. angesiedelt. Es gibt Menschen aus Göttingen, Baden Würtemberg, ja sogar aus Finnland und der Türkei, deren Zugriff auf die Journalistentagebücher verzeichnet wird. Einzig die Adresse der Universität Texas ist eindeutig zu identifizieren. Das ist Sprachwissenschaftler M., der neue Verehrer von Journalist F., der übrigens kurz vor Weihnachten per Jet in der Journalistenwohnung eintreffen wird. Doch zurück zum Thema.
Schön zu wissen, dass man weltweit Aufmerksamkeit erregt. Aber es quält. Wer um Himmels Willen sind die Leute, die Tag für Tag einen Blick auf die investigativen Seiten mit Berichten über Kultur und verrückte Wissenschaftler werfen? Das wäre doch Thema für ein großes Blogforschungsprojekt!
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Journalist F. wird nominiert
Wer hätte das gedacht? Heute wurde das erste Zwischenergebnis des Blogwettbewerbs der "Zeit" veröffentlicht und tatsächlich befindet sich ein Artikel von Journalist F. noch im Rennen um die begehrten Preise. Es handelt sich dabei um den Eintrag "Journalist F. nimmt ab - Folge 5" .
Neben dem sich geehrt fühlenden Journalisten sind noch promisc, 500 Beine und thinkabout aus der Myblog-Gemeinde für die Endbewertung nominiert. Drücken wir den Dreien heftig die Daumen!
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Journalist F. erlebt den Blogangriff
Eben kam doch tatsächlich ein höchst merkwürdiger Text in mein Gästebuch. Natürlich anonym, wie es sich für anständige, feige Spammer gehört. Eine(r), die/der ihre/seine Zeit mit dem Schreiben folgender Zeilen vergeudet und der nichts, aber auch wirklich nichts verstanden hat. Denn Schreiben bedeutet für manche Menschen eben Freude. Es erfüllt, macht Spaß, entspannt und ist einfach nur unglaublich schön. Es ist Teil eines guten Lebens und hält garantiert nicht vom Nachdenken über dessen Sinn ab. Im Gegenteil. Schwer zu verstehen für jemanden, der vielleicht eher mathematisch begabt ist. Aber der Schreiber bleibt eben anonym. Schade. Wie auch immer, hier der Eintrag:
"Journalist F. schmeißt sein Leben weg
Jeden Tag schreibt er Berichte und Tagebucheinträge. Er sitzt an seinem Computer.
Wann wacht er auf? Wann stellt er sich die Frage: "Warum bin ich auf dieser Welt?"
Wie viele Stunden investiert er in seinem Hobby?
Was VERDAMMT NOCHMAL HAST DU davon? Spaß? Glück? Freude?
Wieso NUTZT du deine ZEIT nicht und LEBST Dein Leben und konzentrierst dich darauf ein GUTES Leben zu Führen?
Wann änderst du dein Leben? - In ein paar Jahren BIST du TOD! bin ich TOD! sind alle TOD die du kennst!
Warum SITZT DU ALSO HIER VOR EINEM BILDSCHIRM UND STARRST AUF EIN PAAR BUCHSTABEN, anstatt vielleicht das einzige richtige in diesem sooo KURZEN Leben zu machen: Deine Mitmenschen lieben und helfen und, falls du gläubig bist, beten.
Achte auf dein Körper, mache Sport, geh in die Natur - er ist das GRAB deiner SEELE!
ABER BITTE, VERGEUDE NICHT DEINE SOOO KURZE FREI-ZEIT VOR DEM BILDSCHIRM!
Wir werden älter und verlieren unsere körperlichen und geistigen Kräfte - Was bleibt dir dann, wenn du nicht mehr fähig bist zu schreiben? Was bleibt dir wenn du nicht mehr fähig bist zu leben?"
Anmerkung: oben die von den gröbsten Rechtschreibesünden befreite Version. Orginal im Journalistengästebuch.
Als Gegenattacke folgt gleich ein umfangreicher Eintrag zum Thema "Journalist F. geht in die Orgelfabrik"!
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Journalist F. und der unermüdliche Einsatz für die Kunst
"Eigentlich bin ich im Stress. Ich muss noch die Hühner füttern, die Kohlpflanzen ersetzen, die die Galeristenhunde ausgegraben haben, ebenso den toten Vogel beerdigen und dann muss ich noch Kunst machen, natürlich!" Künstler Irgendlink hörte sich wirklich gestresst an am Telefon. "Das kannst du nicht machen. Du musst doch mit zur Ausstellungseröffnung deines neuen Galeristen!" gab Journalist F. zur Antwort. "Ich hole dich um halb sieben ab."
Wenn ich es recht überdenke, hat Galerist B. vielleicht Recht, wenn er mir ein gewisses Dominanzverhalten unterstellt. Obwohl ich es eher als große Überzeugungskraft bezeichnen würde. Wie auch immer, nachdem das letzte Huhn auf dem einsamen Gehöft hoch über dem Nachbarstädtchen Z., nahe der Kreisstadt H., in seinen Stall getrieben worden war, ging es los zur Ausstellungseröffnung in die Filialgalerie des Galeristenpaares in den Barockflecken B. Dort erwartete uns eine ganze Menge illustrer Kunstfreunde, unter ihnen zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, welche die Werke ihres ausstellenden Kollegen natürlich kritisch in Augenschein nehmen wollten. Während des bunten Treibens noch eine Runde Digitalfotobingo gespielt. Die Regeln sind einfach: jeder fotografiert jeden gleichzeitig und wer zuerst abdrückt, hat gewonnen.
Künstler Irgendlink, Galeristin B. und Großkünstler N. beim Fotobingo
Bereits um halbneun waren die umfangreichen Weinvorräte geplündert, was den Vorteil hatte, dass sich die Schar der Vernissagebesucher langsam, aber sicher aus den Kunsthallen entfernten. "Gehst du noch mit zu uns? Wir plaudern noch ein wenig." schlug Galeristin B. vor. "Nur, wenn ihr noch eine Karotte oder einen Apfel habt, von wegen den strengen Vorschriften meines Diätklübchens!" entgegnete Journalist F.
Nach solcherart getroffenen Absprachen ging es dann in die Hauptgalerie der B.'s. Die versprochene Karotte gab es tatsächlich. Dank der kulinarischen Kreativität der Galeristin allerdings in Form eines köstlichen asiatischen Reisgerichts. "Ich mache heute gar nichts mehr!" beschloss Galerist B. und dirigierte die sonst ihm zustehende Aufgabe des Feuermachens an Künstler Irgendlink. "Feuermachen hat viel mit Testosteronen zu tun." erklärte er. "Je mehr man davon hat, desto besser brennt der Holzofen." Eine wichtige Aussage, die Journalist F. nachdenklich werden ließ. Erstens: wie schlecht muss es um den Spiegel der männlichen Geschlechtshormone bei Galerist B. bestellt sein, dass er es so sorgsam vermied, am Feuermachen zu scheitern? Und zweitens: Irgendlinks Feuer brannte, dass es eine Freude war.
Nach dem Essen über wichtige Dinge diskutiert, während die Hunde B. und O. genüsslich an ihrem Schweineohr kauten, das Journalist F. als Hundekenner regelmäßig zur Bestechung mitzubringen pflegt. Das Feuer prasselte immer noch verführerisch im Holzofen. Man sprach in erster Linie Blogangelegenheiten. "Buzi ist ein Mann!" verkündete Galeristin B. plötzlich unvermittelt. Niemand wagte sich auf eine solche Ungeheuerlichkeit zu antworten. Nur der mutige Journalist F. entgegnete: "Ja, und sie ist identisch mit dem Gegenpapst Commandatinus. Alles ein und die selbe Person." "Lass uns nach Wien fahren, zum Überprüfen!" der Vorschlag von Künstler Irgendlink fand einstimmigen Zuspruch. Die Reispläne sind schon weit ausgereift.
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Journalist F. schreibt Gastbeiträge
Jetzt schlägt's aber mindestens dreizehn! Journalist F. ist so vom Blogvirus infiltriert, dass er sogar schon Gastbeiträge für ander Blogs schreibt!
Und zwar für die Freiburgberlinstinkers.
Viel Spaß beim Lesen!
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Journalist F.s Mausibärchen guckt Schmuddel-TV
Endlich. Mausibärchen ist beschäftigt. Dank Premiere und dem Beate-Uhse-Kanal. So kann ich gefahrlos bloggen, ohne ständig zensiert zu werden. Kaum auszudenken, was passiert, wenn er erfährt, dass ich auch gestern einen Balkon mit dem Hochdruckstrahler bearbeitet habe. Scheint sich bei mir derzeit zu einer Manie zu entwickeln.
Wer hätte gedacht, dass ich die Journalistentipps zur Hitparadenerstürmung derart für Furore sorgen? Offensichtlich hat jemand oder jemandin die Tipps beherzigt und als Sexyhexi auf Anhieb Platz 50 der begehrten Charts erobert. Beeindruckend. Manche neuen Blogs scheinen ebenfalls verdächtig. Namen wie Bibabumsbiene geben dem Trend des Girlieblog-Fakens neuen Auftrieb.
Mausibärchen guckt Schmuddel-TV und Journalist F. kann in Ruhe schreiben
Schade nur, dass die Sache nicht wirklich aufzuklären ist. Der Unterschied zwischen Satire und Wirklichkeit ist so minimal, dass die Satire manchmal weniger unwahrscheinlich klingt als die wahren Erlebnisse der Bloggerinnen. Wie auch immer: Bloggen macht Spaß und verhilft zu ganz neuen Einblicken in die Seele der Mitmenschen.
Halt, wird jetzt so mancher sagen! Das ist nicht wahr. Die Cyberwelt unterscheidet sich von der Realität. Hinter dem Bildschirm sitzen doch gewöhnlich nur introvertierte, beziehungsgestörte Menschen. War einmal, vielleicht. Seit gestern habe ich die Erkenntnis. Denn Männer im wirklichen Leben sind in der Tätigkeit des Partnersuchens genauso närrisch und gestört wie die im Online-Chat. Warum sollte es auch anders sein?
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Journalist F. gibt Ratschläge für die Myblog-Charts
50.000 Blogger sind bei Myblog.de registriert. Eine beachtliche Zahl, selbst wenn man davon ausgeht, dass die Hälfte davon auf den würdigen Blogfriedhof gehört. Denn so manches Individuum, das den neuesten Trends hinterherhechtet, stellt wohl nach kurzer Zeit fest, dass Bloggen geistige Anstrengung erfordert und es nicht reicht, wie beim Clubbing einfach hübsch auszusehen, um die Aufmerksamkeit der Massen zu erreichen. Und den Jubel besagter Massen zu lesen, wollen natürlich (fast) alle BloggerInnen, die noch aktiv dabei sind. Höchstes Glück: ein Eintrag in den Myblog-Charts, in der heiligen Liste der 50 meistgelesenen Blogger. Wenngleich sich auch hier manchmal leise, ketzerische Zweifel aufdrängen. Beispielsweise, wenn man sich die Frage stellt, wie ein passwortgeschütztes Wegblog von null auf sagen wir mal Platz 30 steigen kann.
Wie auch immer, eine Analyse der erfolgreichsten Bloggs hat mich einige Regeln aufstellen lassen, wie man zum Alphablogger, zur Alphabloggerin werden kann:
Programmiere HTML-Designs für Myblog. Mache sie attraktiv, schön und für jeden zugänglich.
Kein allzu guter Rat, ich weiß, wenngleich sehr erfolgreich. Also noch Mal von vorne:
1. Sei weiblich, zwischen 14 und 17 Jahre alt (oder tu wenigstens so, merkt eh keiner, ob deine Angaben stimmen...).
2. Verziere deine Seite mit Pokemons, Mausibärchen, Hintergrund Rosa. Alternativ auch existenzialistisches Schwarz mit düsteren Gothik-Comics.
3. Gib dir einen aussagekräftigen Namen, der auf jeden Fall mit "i" endet. Also Schmulzi, Bromschi, Fickifacki, Schlamiwampi. Das klingt putzig und macht pädophil angehauchte Myblogkonsumenten schier wahnsinnig...
4. Alternative: wähle einen möglichst verruchten Namen: "Immer bereites Bärchi", "ich will's jeden Tag", "immer bereit", "Teensexdomina", "ruf-mich-an!!!"
Journalist F. und sein Mausibärchen entwickeln neue Strategien fürs Bloggen
5. Verzichte bei deinen Texten auf jede literarische Qualität. In der Kürze liegt die Würze, zumindest bei den Texten. Hier ein paar Textvorlagen:
• Scheißtag heute. Fühle mich so mies wie nie. Ständig gekotzt. Was hat das Leben für einen Sinn?
• Mathe geschrieben. Dicken Schädel von drei Tagen Sauforgie mit Michi, Machi und Schlumpsi. Scheißlehrer.
• Ich sehne mich nach dir, mein Mausischatz. Scheißkerl.
• Blut, ich will blut sehen. Scheißblut.
• Jeden Monat das selbe. Scheißkerle, haben das Problem nicht. Bin immer vierzehn Days von der Rolle. Muss kotzen.
• Krank im Bett. Konnte keine Englischarbeit schreiben. Werde wohl von der Schule fliegen. Warum hilft mir keiner? Scheißschnaps!
• Geile Party. Mit vier Männern rumgemacht. Drei Flaschen Schnaps gesoffen. Brummschädel. Scheißleben.
6. Verbreite in der Schule das Gerücht, dass du alle schlüpfrigen Abenteuer deines bislang 14-jährigen Lebens im Weblog auflisten wirst. Auch die mit den Lehrern. Lass unauffällig die entsprechende Myblogadresse kursieren.
7. Du wirst die nächsten Wochen zwar von allen gehasst, aber dafür warst du einmal in den Charts. Wow! Cool! Sch...
Wer jetzt denkt, Journalist F. dreht durch, der schaue sich gemütlich einige Seiten in den Charts an und ziehe seine eigenen Schlüsse... Viel Spaß bei den Depri-Erlebnissen dauermenstruierender Teenager!
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