Die geheimen Tagebücher des Journalisten F.
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Patient F. verpasst das Festival

Verbunden mit der durchaus schwer wiegenden Erkrankung von Journalist F. ist auch ein Krankenschein. Das heißt, der fleißige Zeitungsschreiber und Kulturorganisator muss zu Hause bleiben und darf auf keinen Fall das Amt betreten. Wenngleich sich Journalist F. ein wenig dafür schämt, aber eigentlich ist dieser Zustand keinesfalls störend. Nur die armen Kollegen im Amt müssen die gesundheitlichen Unbilden ausbaden, indem sie bislang völlig ungewohnte Tätigkeiten durchführen.

So auch beim jüngst stattfindenden Jazzfestival. Zum Glück hatte Kulturorganisator F. trotz zunehmenden Unwohlseins noch viele der Vorbereitungen treffen können. Beispielsweise das umfangreiche Programmheft schreiben und bis zur Druckreife zu bringen. Doch es gab noch genug Tätigkeiten, welche die im Amt verbleibenden Kolleginnen und Kollegen in den Wahnsinn zu treiben vermochten. Viel zu spät reifte dort die Erkenntnis, dass Kollege F. doch nicht nur schlafend die Zeit in seinem Büro verbracht hat, sondern tatsächlich auch zahlreichen Tätigkeiten nachgehen musste, und denen in der Regel gleichzeitig.

Dialysestation
Die Verzweiflung ist Chef R. anzusehen

Neben dem Telefon galt es Freikarten für Sponsoren und Vips zu drucken und zuvor auch noch geschickt die begünstigten Personen auszuwählen. Der Druck selbst ist eine eher mechanische Tätigkeit, zu der man innerhalb weniger Stunden angelernt werden kann. Doch die Kolleginnen und Kollegen hielten sich von solch profanen Dingen gerne fern. Denn schließlich hat das mit Computern zu tun und die funktionieren mit gefährlichem Strom. Also: Finger weg! war die Devise. Lasst doch Kulturorganisator F. die Abendstunden im Büro verbringen, das stört doch niemanden. Denn was man nicht sieht, das muss einem auch nicht beschäftigen.

Zudem war Kulturorganisator F. eigentlich schon seit längerer Zeit durch seine Krankheit gezeichnet, was er aber, wie gewohnt, nicht wahr haben wollte. „Menschen mit Ihren Blutwerten sind normalerweise seit mindestens sechs Monaten krank geschrieben! Wie halten Sie das überhaupt durch?“ fragte Ärztin M. in der nephrologischen Ambulanz der Universitätsklinken. Eine Frau, die, ganz nebenbei bemerkt, zu den kompetentesten Medizinern gehört, denen Patient F. im Laufe der Jahre begegnet ist. Die Zeit der ersten Visitationen im Tempel der Gesundheit fiel just auf die Tage vor dem geplanten Besuch der Kulturbörse in F., zu der Kulturorganisator F. nebst Kollegin R. alljährlich reist, um Kleinkünstler für den berühmten Wettbewerb im Städtchen S. einzufangen, damit sie am Ende vielleicht eines der begehrten Kochgeschirre gewinnen können. „Wenn Sie diese Reise unternehmen, fürchte ich um Ihr Leben!“ kommentierte Ärztin M. Eine Feststellung, die Journalist F. erstmals nachdenklich werden ließ. Widerstandslos ließ er sich daher krank schreiben und teilte den besorgten Kollegen mit, dass er unmöglich nach F. fahren könne. Nicht, dass man im Amt einen Ersatzmesseteilnehmer gefunden hätte, nein, man sagte die Teilnahme einfach ab.

Dialysestation
Die Kollegen machen gute Mine zum bösen Spiel

Doch das Jazzfestival war da etwas komplizierter. Zwar entstanden Pläne, die beliebte Veranstaltung ebenfalls ins Wasser fallen zu lassen, doch zum Glück kamen diese niemals zur Durchführung. So mussten Kolleginnen und Kollegen schwitzen und staunen, während Kulturorganisator F. zwar nach Kräften Unterstützung bot, doch letztendlich nicht alle Tätigkeiten übernehmen konnte.

Besonders prekär dabei die Tatsache, dass das diplomatische Geschick von Kulturorganisator F. plötzlich nicht mehr zur Verfügung stand. Normalerweise prallten die Wünsche von Chef R. und Festivalleiter K. nicht direkt aufeinander, sondern wurden zunächst von Kollege F. gefiltert. Der wiederum entwickelte Kompromissmöglichkeiten, so dass sich alle liebten und herzten. Ähnlich erging es mit anspruchsvollen Künstlern und deren Agenten oder mit potenziellen Besuchern der Veranstaltungstage. Jetzt aber, da sich der kranke Kulturorganisator an der Dialyse ausruhen durfte, trafen sich Welten, die unterschiedlicher kaum sein konnten.

Dialysestation
Künstler Irgendlink hat das Festival im Griff und bekommt alle hungrigen Künstler satt. Leider nicht die Techniker...

Wie auch immer, weitere Details sollen den geneigten Leserinnen und Lesern des Patientenblogs dankenswerterweise erspart bleiben. Letztendlich lief das Jazzfestival problemlos und höchst erfolgreich ab. Nicht zuletzt dank dem unermüdlichen Einsatz von Künstler Irgendlink, der traditionell die Betreuung der Künstlerinnen und Künstler übernommen hatte. Seiner unendlichen Geduld und Güte war es zu verdanken, dass schlimmere kriegerische Auseinandersetzungen verhindert werden konnten.

Wie es mit Patient F. im Amt weiter geht und wie der fleißige Zeitungsschreiber in die Mühlen der Bürokratie geriet, davon soll im nächsten Kapitel des Journalistenblogs berichtet werden.
26.4.09 18:57
 


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