Die geheimen Tagebücher des Journalisten F.
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Journalist F. wird erforscht

Heute war ein prima Tag. Nach beinahe zehn Wochen wurde Patient F. endlich von einem merkwürdigen Fremdkörper befreit, den man ihm kurz unterhalb des Halses in ein Blutgefäß gesteckt hatte. Es wäre nämlich naiv, sich vorzustellen, jeder Mensch hätte einen ebenso genormten wie obligatorischen Anschluss für eine Blutwäschemaschine. Ganz im Gegenteil. Der Körper ist eher darum bemüht, keine Öffnungen entstehen zu lassen, durch die Blut ab- oder zufließen könnte. So hat sich die Zivilisation gewisse Tricks ausgedacht, um diesen Konstruktionsfehler zu beseitigen.

Eine Möglichkeit davon ist besagter Schlauch, der tief in die Blutbahn eingeführt wird. Der Anschluss der Maschine gerät dadurch schnell, einfach und schmerzlos, doch ständig mit einem Plastikschlauch herumzulaufen, dessen Ende wie einst bei Frankensteins Monster neugierig aus der Halsschlagader hervolugt, ist kein auf Dauer erstrebenswerter Zustand. Daher gibt es einen weiteren Trick, der jedoch chirurgisches Können fordert. Doch davon gleich mehr.

Die Geschichte der Dialyse beginnt Mitte der 40er-Jahre des letzten Jahrhunderts. Damals im von deutschen Soldaten besetzten Holland war die Entwicklung der künstlichen Niere jedoch zunächst ein Experiment, das sich heute vorzustellen kaum möglich ist. Wie auch immer, den Apparat selbst entwickelte man weiter. Nur die Möglichkeit, den Menschen regelmäßig daran anzuschließen, schien sich niemals ergeben zu wollen. Denn die Blutgefäße sind viel zu dünn und zu empfindlich, um drei Mal in der Woche mit dicken Nadeln punktiert zu werden. Und so war für die ersten Dialysepatienten nach ein paar Behandlungen erst einmal Schluss. Meist leider auch mit dem Leben.

Erst Ende der 50er-Jahre entwickelte man den so genannten Shunt, also eine Stelle, die man immer wieder zur Blutentnahme benutzen kann. Kunststoffrohre erwiesen sich als nur bedingt geeignet und daher kam ein erstaunlich kluger Geist auf die Idee, die menschlichen Adern so umzugestalten, dass sie den gewünschten Anforderungen entsprechen.

Eine ganz einfache Sache, wie es auf den ersten Blick scheint. Denn meist am Unterarm werden eine Vene und eine Arterie zusammengenäht, wodurch ein großes, durchflussstarkes Blutgefäß entsteht, das sich im Laufe der Zeit weitet und verhärtet. Genau darin kann man dann regelmäßig die beängstigend dicken Nadeln stecken, die zum Anschluss an die Dialysemaschine benötigt werden. Genau einer solchen Operation musste sich auch Patient F. unterziehen. Allerdings nicht in der Uniklinik in H., sondern in der fernen Landeshauptstadt S. des kleinen Bundeslandes S. Dort befindet sich die einzige Chirurgin im Umkreis von 100 Kilometern, die solcherlei Kunststücke zuverlässig vollbringen kann.

Im Grunde genommen war diese Operation eine spannende Sache. Schließlich hatte Journalist F. bislang noch nie einen Operationssaal von innen gesehen, außer natürlich im Fernsehen. Aber dort sind die chirurgischen Weihestätten deutlich größer und prachtvoller als in der Wirklichkeit. Wie auch immer, der Eingriff gelang, wobei man erstaunliche eineinhalb Stunden brauchte, um das Meisterwerk zu vollenden. Doch von dieser Zeit weiß Patient F. nichts mehr, da man ihn mit einer ebenso geheimnisvollen wie wirksamen Droge ruhig gestellt hatte. Nie zuvor hatte der fleißige Zeitungsschreiber so gut geschlafen.

Wie auch immer, mittlerweile sind die Wunden verheilt und der so genannte Shunt kann von sadistischen Krankenschwestern fleißig benutzt werden. Kein angenehmer Vorgang, aber davon will Patient F. in der nächsten Folge berichten.
16.4.09 02:03
 


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